GaLaBau-Wissen

Die wichtigsten Blühsträucher erkennen

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222. Folge: Unsere Serie für den Nachwuchs erläutert das wichtigste GaLaBau-Grundlagenwissen vom Abstecken bis zum Zaunbau: Diesmal geht es um das Thema Pflanzenauswahl.
Junge Landschaft Ausbildung und Beruf
Grafik: Uwe Bienert

Der deutsche Garten- und Landschaftsbau steht vor einem Paradigmenwechsel. Während in den vergangenen Jahrzehnten oft gestalterische Aspekte im Vordergrund standen, rücken heute ökologische Resilienz, Klimaanpassung und langfristige Pflegeeffizienz in den Fokus der Fachplanung. Blühsträucher bilden hierbei das unverzichtbare Bindeglied zwischen architektonischer Struktur und lebendiger Dynamik. Ein fachgerecht geplanter Garten nutzt die physiologischen Eigenheiten der Gehölze, um über alle vier Jahreszeiten hinweg visuelle Reize und ökologische Nischen zu schaffen.

Technik der Pflanzung und Standorterfordernisse

Die dauerhafte Vitalität eines Blühstrauchs entscheidet sich in den ersten Stunden nach der Anlieferung auf der Baustelle. Im professionellen GaLaBau beginnt die Arbeit mit der Prüfung des Ballens. Ein tiefgründiges Wässern der Containerware im Tauchbad ist obligatorisch, um Trockenstress in der Kapillarzone zu vermeiden.

Die Pflanzgrube muss eine Dimension aufweisen, die dem Wurzelwerk Raum zur Expansion bietet. Fachgerecht wird das Pflanzloch doppelt so breit wie der Ballen ausgehoben. Ein kritischer Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist die Lockerung der Sohle. Ohne diese bricht der Kapillaranschluss zum gewachsenen Boden ab, was insbesondere bei sommerlichen Pflanzungen zum Ausfall führen kann. Der Einsatz von Bodenhilfsstoffen muss standortbezogen erfolgen: Während bei Sandböden Bentonite zur Wasserspeicherung beigemischt werden, benötigen schwere Lehmböden eine Lockerung durch Sand oder Blähton, um Sauerstoffmangel im Wurzelraum vorzubeugen.

Das Pflegemanagement – Düngung und Schnittphysiologie

Ein wesentlicher Teil des Artikels widmet sich der Differenzierung zwischen Erhaltungs-, Verjüngungs- und Formschnitt. Der Schnittzeitpunkt ist untrennbar mit der Physiologie der Blütenbildung verknüpft. Frühjahrsblüher wie die Spiraea × vanhouttei bilden ihre Knospen am zweijährigen Holz – ein Schnitt im Spätwinter würde den Flor zerstören. Sommerblüher wie Buddleja davidii hingegen verlangen nach einem radikalen Rückschnitt im Frühjahr, da sie am diesjährigen Holz blühen.

Die Düngung folgt einem strategischen Plan. Während der Stickstoffbedarf im Frühjahr zur Unterstützung des vegetativen Wachstums hoch ist, muss im Spätsommer die Kali-Versorgung im Vordergrund stehen. Kalium dient hier als „Frostschutzmittel“, indem es die Zellwände festigt und den osmotischen Wert des Zellsaftes reguliert.

Qualitätssicherung und Abnahme

Der Abschluss des Projekts ist die förmliche Abnahme. Hierbei muss der Landschaftsgärtner dokumentieren, dass die Sorte den Vorgaben entspricht und die Pflanztiefe korrekt gewählt wurde. Ein zu tief gesetzter Strauch leidet unter Sauerstoffmangel, was oft erst Jahre später zu Vitalitätsverlust führt. Die Checkliste für den Bauherrn dient nicht nur der rechtlichen Absicherung, sondern auch der fachlichen Aufklärung über die notwendige Fertigstellungspflege.

Checkliste: Abnahme von Pflanzarbeiten (Blühsträucher)

Diese Punkte sollten vor der offiziellen Übergabe gemeinsam mit dem Bauherrn geprüft und protokolliert werden:

1. Qualität und Vitalität der Pflanzen

  • Sortenechtheit: Entsprechen die gelieferten Sträucher der Planung (zum Beispiel Farbe, Sorte, Wuchshöhe)?
  • Gesundheitszustand: Sind die Pflanzen frei von Schädlingen, Krankheiten (zum Beispiel Mehltau) und mechanischen Beschäden (Rindenschäden durch Transport)?
  • Belaubung/Austrieb: Zeigt das Gehölz einen arttypischen, kräftigen Austrieb ohne Vergelbungen (Chlorosen)?

2. Ausführung der Pflanzung

  • Pflanztiefe: Sitzen die Sträucher in der richtigen Höhe? (Wurzelhals auf Bodenniveau, nicht zu tief).
  • Standfestigkeit: Sind die Pflanzen (besonders Solitäre) ausreichend gesichert (zum Beispiel durch Pfähle oder Unterflurverankerung)?
  • Pflanzabstände: Wurden die im Plan vorgesehenen Abstände eingehalten, um künftiges Breitenwachstum zu ermöglichen?

3. Boden- und Umfeldbeschaffenheit

  • Gießrand: Ist ein funktionsfähiger, stabiler Gießrand (circa 5–10 Liter Fassungsvermögen je nach Größe) vorhanden?
  • Mulchschicht: Ist die Mulchauflage gleichmäßig (circa 5–7 cm) und hält sie Abstand zum Stammgrund?
  • Baustellenreinigung: Sind die angrenzenden Flächen (Wege, Rasen) von Erdaushub und Schnittresten gereinigt?

4. Dokumentation & Pflegeinstruktion

  • Wässerungsprotokoll: Wurde die Pflanzung nachweislich „eingeschlämmt“?
  • Pflegehinweise: Wurde der Bauherr über die notwendige Eigenleistung (Wässern in Trockenperioden) informiert, sofern keine Fertigstellungspflege vereinbart wurde?
  • Anwachsgarantie: Wurden die Bedingungen für die Abnahme der Anwachspflege (VOB/B oder BGB) schriftlich festgehalten?

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Die TOP-20 unter den Blühern

In der modernen Gartenplanung ist die Kenntnis über die spezifischen Ansprüche der Gehölze die wichtigste Währung des Landschaftsgärtners. Im Folgenden werden 20 essenzielle Arten detailliert betrachtet.

1. Forsythia × intermedia (Garten-Forsythie)

Die Forsythie ist das Paradebeispiel eines Frühlingsgehölzes, dessen physiologische Besonderheiten im GaLaBau oft unterschätzt werden. Botanisch handelt es sich um eine Kreuzung aus F. suspensa und F. viridissima, was ihr eine enorme Wuchskraft verleiht. Die Bestimmung erfolgt im winterkahlen Zustand über die markanten, hellbraunen Triebe mit ihren gegenständigen Knospen. Die Blüte, die an den ein- und zweijährigen Trieben erscheint, markiert phänologisch den Beginn des Erstfrühlings.

In puncto Standort ist sie ein Generalist, bevorzugt jedoch humose, nicht zu trockene Böden. Die Pflanzung erfolgt idealerweise im Herbst, um die Winterfeuchtigkeit zur Wurzelbildung zu nutzen. Die Pflege erfordert fachliches Fingerspitzengefühl: Ein reiner Formschnitt führt zur Vergreisung und zum Nachlassen der Blühkraft. Stattdessen ist ein Auslichtungsschnitt im Turnus von drei Jahren zwingend, bei dem die ältesten, stark verholzten Triebe direkt über dem Boden entfernt werden, um Platz für vitale Basistriebe zu schaffen.

2. Syringa vulgaris (Gemeiner Flieder)

Der aus den Gebirgsregionen Südosteuropas stammende Flieder ist ein Charakterstrauch, der besonders in ländlichen Gärten Struktur gibt. Seine Bestimmungsmerkmale sind die herzförmigen, ledrigen Blätter und die endständigen Blütenrispen. Die Herkunft aus kalkreichen Regionen diktiert seine Standortansprüche: Er benötigt zwingend einen neutralen bis kalkhaltigen Boden; in sauren Substraten zeigt er schnell Kümmerwuchs.

Bei der Pflanzung ist darauf zu achten, dass veredelte Sorten tief genug gesetzt werden, um die Bildung von Wildtrieben aus der Unterlage zu minimieren. In der Pflege ist das regelmäßige Entfernen der verblühten Rispen (das sogenannte „Ausputzen“) eine fachliche Notwendigkeit, um die Energie der Pflanze für die Anlage der neuen Blütenknospen zu sichern. Ein Radikalschnitt wird vertragen, führt jedoch zu einer mehrjährigen Blühpause.

3. Philadelphus coronarius (Europäischer Pfeifenstrauch)

Der Pfeifenstrauch, oft fälschlich als Jasmin bezeichnet, ist ein unverzichtbares Element für Duftgärten. Seine Heimat erstreckt sich von Südeuropa bis zum Kaukasus, was ihn sehr widerstandsfähig gegen sommerliche Hitzeperioden macht. Erkennungsmerkmale sind die länglich-eiförmigen Blätter mit charakteristischen drei Nerven an der Blattbasis. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und stellt geringe Ansprüche an den Boden, solange keine Staunässe vorliegt.

Bei der Pflanzung sollte ausreichend Raum eingeplant werden, da er im Alter eine ausladende, bogig überhängende Krone entwickelt. Der Schnitt erfolgt als Erhaltungsschnitt nach der Blüte. Da die Pflanze am zweijährigen Holz blüht, dürfen im Frühjahr nur abgestorbene Zweige entfernt werden, um den Flor nicht zu gefährden.

4. Viburnum opulus 'Roseum' (Gefüllter Schneeball)

Dieser Prachtstrauch ist eine Kulturform unseres heimischen Wasser-Schneeballs. Die Bestimmung fällt leicht durch die kugeligen, reinweißen Blütenstände, die an Hortensien erinnern, und die ahornähnlich gelappten Blätter. Seine Herkunft bedingt eine Vorliebe für frische bis feuchte Standorte. Er ist einer der wenigen Blühsträucher, die auch in Ufernähe oder auf schweren Lehmböden hervorragend gedeihen.

Die Pflanzung sollte in nährstoffreiches Substrat erfolgen. In der Pflege ist er unkompliziert, neigt jedoch bei Trockenstress zu Blattlausbefall. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht zwingend erforderlich, jedoch fördert ein leichtes Auslichten alle vier Jahre die Durchlüftung der Krone und reduziert so den Pilzdruck.

5. Buddleja davidii (Sommerflieder)

Als „Schmetterlingsflieder“ bekannt, ist dieses aus China stammende Gehölz ein Paradebeispiel für einen Sommerblüher. Er besitzt lanzettliche Blätter mit silbriger Unterseite. Sein Standort muss vollsonnig und eher trocken sein: auf nassen Böden droht im Winter Wurzelfäulnis.

Die Pflanzung sollte vorzugsweise im Frühjahr erfolgen, damit das Gehölz vor dem ersten Frost gut eingewurzelt ist. Die Schnittführung ist hier grundlegend anders als bei den Frühjahrsblühern: Da Buddleja am diesjährigen Holz blüht, muss sie im Spätwinter (Februar/März) kräftig auf etwa 30 bis 50 cm zurückgeschnitten werden. Nur so entstehen die langen, blütenreichen Ruten, die den Garten im Hochsommer prägen.

6. Weigela florida (Weigelie)

Die Weigelie ist ein Paradebeispiel für die züchterische Vielfalt ostasiatischer Gehölze. Botanisch gehört sie zu den Geißblattgewächsen, was sich in den paarweise angeordneten, glockenförmigen Blüten zeigt. Für den Gärtner ist sie besonders wertvoll, da sie die Lücke zwischen den frühen Frühlingsblühern und den Sommersträuchern schließt. In der Bestimmung helfen die fein gesägten Blattränder und die zwei Haarleisten an den Zweigen.

Die Weigelie ist standorttolerant, zeigt ihre volle Blütenpracht aber nur bei ausreichender Nährstoffversorgung und Sonnenlicht. Bei der Pflanzung sollte auf einen humosen Boden geachtet werden, der nicht zu stark austrocknet. Das Pflegemanagement erfordert einen regelmäßigen Auslichtungsschnitt nach der Blüte, wobei man gezielt die Triebe schont, die im Vorjahr aus der Basis gewachsen sind, da diese das Gerüst für das nächste Jahr bilden.

7. Hydrangea macrophylla (Bauernhortensie)

Kein anderes Gehölz polarisiert in der Pflege so stark wie die Bauernhortensie. Ihre Herkunft aus den kühlen, feuchten Küstenregionen Japans diktiert ihren enormen Wasserbedarf – ein Aspekt, der im GaLaBau oft zu Reklamationen führt, wenn keine automatische Bewässerung installiert ist. Die Bestimmung erfolgt über die großen, eiförmigen und fleischigen Blätter sowie die schirmartigen Blütenstände.

Ein entscheidender Fachpunkt ist die Knospenanlage: Da diese bereits im Vorjahr erfolgt, darf im Frühjahr lediglich der verblühte Rest über der ersten vitalen Knospe entfernt werden. Ein Radikalschnitt führt unweigerlich zum Totalausfall der Blüte. Die Steuerung der Blütenfarbe über den pH-Wert (Aluminiumsulfat-Gabe für Blau) ist eine fachliche Sonderleistung, die dem Kunden explizit erläutert werden muss.

8. Hydrangea paniculata (Rispenhortensie)

Im Gegensatz zur Bauernhortensie ist die Rispenhortensie der „Arbeitsesel“ des modernen Landschaftsgärtners. Sie ist deutlich sonnen- und trockenheitsverträglicher. Die kegelförmigen Blütenrispen erscheinen am diesjährigen Holz, was die Pflege radikal vereinfacht: Ein starker Rückschnitt im Spätwinter auf zwei bis drei Augenpaare fördert die Bildung extrem großer Blütenstände.

Die Bestimmung gelingt über die raueren Blätter und die aufrechte, fast baumartige Wuchsform vieler Sorten (zum Beispiel 'Limelight'). Sie eignet sich hervorragend für moderne, geradlinige Pflanzkonzepte und bietet durch das herbstliche Verfärben der Blüten von Weiß nach Altrosa einen langen Zierwert.

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9. Kolkwitzia amabilis (Perlmuttstrauch)

Der Perlmuttstrauch ist ein Solitärgehölz par excellence. Er stammt aus China und zeichnet sich durch einen elegant überhängenden Wuchs aus. Die Bestimmung erfolgt über die markante, im Alter in Streifen abblätternde Rinde und die paarigen, glockigen Blüten in zartem Rosa mit gelber Schlundzeichnung. Er ist extrem frosthart und kommt mit sommerlicher Hitze hervorragend zurecht, was ihn zu einem wichtigen Gehölz im Klimawandel macht.

In der Pflanzung ist darauf zu achten, dass er Platz zur Entfaltung braucht – eingezwängt zwischen anderen Sträuchern verliert er seine malerische Form. Ein Schnitt sollte nur sehr zurückhaltend als Auslichtung erfolgen, da jeder starke Eingriff den natürlichen Habitus für Jahre zerstört.

10. Hamamelis × intermedia (Zaubernuss)

Die Zaubernuss ist die Aristokratin unter den Winterblühern. Ihre fadenförmigen Blüten, die sich bei Frost einrollen und bei Sonne wieder entfalten, sind ein biologisches Wunderwerk. Sie bevorzugt tiefgründige, humose Böden ohne Staunässe.

Für den GaLaBau ist wichtig: Die Zaubernuss wächst extrem langsam. Dies muss bei der Preiskalkulation und der Standortwahl berücksichtigt werden. Sie ist absolut schnittscheu: jeder Schnitt wird mit jahrelangem Stillstand quittiert. Daher sollte sie nur dort gepflanzt werden, wo sie dauerhaft stehen bleiben kann. Die Bestimmung im Sommer erfolgt über das haselnussähnliche Blatt, das im Herbst eine der spektakulärsten Rot-Orange-Färbungen des gesamten Sortiments zeigt.

11. Cornus mas (Kornelkirsche)

Die Kornelkirsche ist eines der wertvollsten heimischen Gehölze. Als früher Blüher (oft schon im Februar) ist sie die erste wichtige Nahrungsquelle für Honig- und Wildbienen. Die Bestimmung erfolgt über die kugeligen gelben Blütendolden und die gegenständigen Blätter mit den typischen, zur Spitze gebogenen Seitennerven. Sie ist kalkliebend und extrem hitzeresistent.

Im GaLaBau ist sie vielseitig einsetzbar: als freiwachsender Solitär, als Vogelschutzhecke oder sogar als Formgehölz, da sie außergewöhnlich schnittverträglich ist. Die Früchte sind im Spätsommer essbar und bieten einen zusätzlichen ökologischen und kulinarischen Nutzwert.

12. Spiraea × vanhouttei (Prachtspiere)

Diese Spiere ist der Inbegriff des „Blüten-Wasserfalls“. Im Mai ist der gesamte Strauch von weißen Blütendolden überzogen. Die Bestimmung gelingt über die kleinen, rautenförmigen Blätter und die dünnen, bogig herabhängenden Zweige. Sie ist anspruchslos an den Boden und sehr stadtklimafest.

In der Pflege ist zu beachten, dass sie am zweijährigen Holz blüht. Ein Schnitt direkt nach der Blüte fördert den Neuaustrieb für das Folgejahr. Sie wird oft für frei wachsende Hecken verwendet, benötigt dort aber ausreichend Platz in der Breite.

13. Kerria japonica (Ranunkelstrauch)

Der Ranunkelstrauch fällt besonders durch seine rutenförmigen, auch im Winter leuchtend grünen Triebe auf. Die gelben, meist gefüllten Blüten erscheinen im Mai und oft mit einer Nachblüte im Spätsommer. Er ist einer der wenigen Blühsträucher, die auch im tieferen Schatten noch befriedigend blühen.

Bei der Pflanzung ist Vorsicht geboten: Die Art neigt zur Ausläuferbildung. In der Pflege sollten alte, braun gewordene Triebe konsequent bodennah entfernt werden, um den Strauch jung und vital zu halten.

14. Magnolia stellata (Stern-Magnolie)

Im Gegensatz zu den großen Tulpen-Magnolien bleibt die Stern-Magnolie kompakt und buschig. Ihre reinweißen, sternförmigen Blüten erscheinen sehr früh und duften leicht. Sie bevorzugt einen geschützten, sonnigen Standort und einen leicht sauren Boden.

Die Wurzeln sind fleischig und sehr empfindlich gegenüber Verletzungen, weshalb Unterpflanzungen im Wurzelbereich vermieden werden sollten. Ein Schnitt ist fast nie erforderlich und sollte aufgrund der schlechten Wundheilung von Magnolien unterbleiben.

15. Chaenomeles speciosa (Zierquitte)

Die Zierquitte ist ein robuster, dorniger Spreizklimmer mit leuchtend roten Blüten. Sie ist ein exzellentes Vogelschutzgehölz. Die Bestimmung erfolgt über die dornigen Zweige und die nierenförmigen Nebenblätter an der Basis der Laubblätter.

Sie ist extrem hitzeverträglich und eignet sich gut für Böschungen oder als niedrige Barrierehecke. Die im Herbst erscheinenden gelben Früchte sind sehr hart, duften aber intensiv und können verarbeitet werden. Ein Rückschnitt ist jederzeit möglich, da sie sehr regenerationsfähig ist.

16. Potentilla fruticosa (Fingerstrauch)

Dieser Zwergstrauch ist der „Dauerblüher“ im Sortiment. Von Juni bis Oktober erscheinen ununterbrochen kleine Schalenblüten. Er ist ideal für niedrige Einfassungen oder flächige Pflanzungen.

Die Bestimmung gelingt über die fünfzähligen (daher der Name) kleinen Blätter. Er braucht volle Sonne und einen gut durchlässigen Boden. Im Frühjahr sollte er kräftig um etwa ein Drittel eingekürzt werden, damit er nicht auseinanderfällt und von innen heraus verkahlt.

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17. Hibiscus syriacus (Garteneibisch)

Der Hibiskus bringt mediterranes Flair in den Garten. Da er erst spät im Mai austreibt, wird er oft fälschlich für tot gehalten – hier ist Kundenaufklärung wichtig. Er blüht im Hochsommer (Juli bis September) mit großen Malvenblüten.

Er benötigt einen heißen, vollsonnigen Platz und einen sehr nährstoffreichen Boden. Ein jährlicher Rückschnitt der Seitentriebe auf wenige Augen im Frühjahr sorgt für besonders große Einzelblüten, während ein Verzicht auf Schnitt zu mehr, aber kleineren Blüten führt.

18. Amelanchier lamarckii (Kupfer-Felsenbirne)

Die Felsenbirne ist der Liebling vieler Planer. Sie bietet im Frühjahr weiße Blütenwolken, im Sommer essbare Früchte und im Herbst eine kupferrote Färbung. Die Bestimmung erfolgt über den feinen, kupferfarbenen Austrieb der Blätter.

Sie ist völlig anspruchslos, frosthart und windfest. In der Pflege ist sie unkompliziert: Sie kann als mehrstämmiger Solitär oder als Hecke gezogen werden. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht nötig, lediglich zur Verjüngung können alte Stämme herausgenommen werden.

19. Deutzia gracilis (Maiblumenstrauch)

Dieser kleine Strauch ist im Mai völlig unter weißen Blütensternen begraben. Er bleibt mit circa 80 cm sehr kompakt und eignet sich daher hervorragend für kleine Gärten oder Grabbepflanzungen.

Die Bestimmung erfolgt über die rauen, gegenständigen Blätter. Er bevorzugt frische Böden. Bei Trockenheit lässt die Blühdauer stark nach. Der Schnitt beschränkt sich auf das Entfernen verblühter Zweige alle paar Jahre.

20. Rosa rugosa (Kartoffel-Rose)

Die robusteste aller Rosen. Mit ihren runzligen Blättern und den dicken Stacheln ist sie fast unverwüstlich. Sie blüht den ganzen Sommer und bildet parallel dazu große rote Hagebutten aus.

Sie ist extrem salzverträglich (ideal für Straßenränder) und braucht kaum Pflege. Ein Rückschnitt mit der Heckenschere im Frühjahr ist möglich und fördert den dichten Wuchs. Ökologisch ist sie als Pollenspender und Vogelfutterpflanze von höchstem Wert.

Ökologische Bilanzierung: Für und Wider (Fünf Beispiele)

Im modernen GaLaBau muss der ökologische Nutzen kritisch hinterfragt werden. Nicht alles, was blüht, bietet auch Nahrung.


PRO

Contra

Buddleja davidii (Sommerflieder)

Enormer Nektargeber für ausgewachsene Schmetterlinge im Hochsommer.

Invasives Potenzial in einigen Regionen; bietet den Raupen heimischer Falter keine Nahrungsgrundlage.

Cornus mas (Kornelkirsche)

Eine der wichtigsten frühen Pollenquellen für Wildbienen (Februar); Frühte sind wertvolle Vogelnahrung.

Langsamer Wuchs, was in der Herstellungsphase geduldige Kunden erfordert.

Forsythia × intermedia (Goldglöckchen)

Schnell wachsend, bietet Sichtschutz und Nistmöglichkeiten für Vögel.

Ökologisch fast wertlos („tot“), da die Blüten weder Pollen noch Nektar für Insekten produzieren.

Amelanchier lamarckii (Felsenbirne)

„Dreifachnutzen“ – Bienenweide im Frühjahr, Vogelnahrung im Sommer, wertvolle Herbstfärbung.

Anfällig für Echten Mehltau in staubigen oder zu trockenen Stadtlagen.

Rosa rugosa (Kartoffel-Rose)

Extrem robust, wertvolle Hagebutten für Vögel im Winter, Pollenquelle für Wildbienen.

Durch starke Ausläuferbildung und Bestachelung in kleinen Privatgärten oft problematisch im Unterhalt.

Quellen

  • Katharina Munk (Hrsg.): Taschenlehrbuch Biologie: Mikrobiologie. Thieme Verlag, Stuttgart 2008,
  • Donat-Peter Häder (Hrsg.): Photosynthese. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York 1999,
  • Andreas Bresinsky, Christian Körner, Joachim W. Kadereit, G. Neuhaus, Uwe Sonnewald: Strasburger – Lehrbuch der Botanik. 36. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2008,
  • Ulrich Lüttge, Manfred Kluge, Gabriela Bauer: Botanik. 5. vollst. überarb. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2005,
  • Peter H. Raven, Ray F. Evert, Susan E. Eichhorn: Biologie der Pflanzen. 4. Auflage. De Gruyter, Berlin/New York 2006, (Westarp Wissenschaften),
  • Åge Nicolaisen: Blumenzwiebeln - Frühlingsblumen. 2. Auflage. BLV, München 1966,
  • Einheimische Laubgehölze (Hecker, Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim),
  • Grundkurs Gehölzbestimmung (Lüder, Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim),
  • Taschenlexikon der Gehölze (Schmidt / Hecker, Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim),
  • International standard ENA 2010-2015 (M.H.A. Hoffmann, ENA’s European Plant Names Working Group),
  • U. Lüttge, M. Kluge, G. Bauer: Botanik. 5. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2005;
  • N. Campbell u. a.: Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1997;
  • P. Sitte, E. W. Weiler, J. W. Kadereit, A. Bresinsky, C. Körner: Strasburger – Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 34. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999,
  • Wikipedia

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Uwe Bienert

 Uwe Bienert
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Landschaftsgärtner-Meister und Ausbilder

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