Diskussionen über Klimawandel und medizinische Folgen

GALK-Jahreskonferenz bestätigt Rüdiger Dittmar als Präsidenten

Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) kam am 11. Juni zu ihrer Mitgliederversammlung im Zoogesellschaftshaus in Frankfurt am Main zusammen. GALK-Präsident Rüdiger Dittmar, Amtsleiter für Stadtgrün und Gewässer in Leipzig, wurde bei den turnusmäßig abgehaltenen Wahlen in seinem Amt bestätigt. Wiedergewählt wurden auch seine Vizepräsidenten Doris Toerkel, Heike Appel, Petra Holtappel, Manuel Kornmayer und Axel Raue.
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Gruppenfoto mit Präsident Rüdiger Dittmar (ganz l.): Das GALK-Präsidium mit den neuen und alten Arbeitskreis- und Landesgruppenvorsitzenden. Foto: Mechthild Klett

Einige Wechsel gab es dagegen bei den Vorsitzenden der GALK-Arbeitskreise. Neue Vorsitzende im Arbeitskreis „Stadtbäume“ ist Silke Thyssen vom Fachbereich Grün in Leverkusen. Sie übernahm das Amt von Dieter Fuchs. Irene Jatzkowski vom Gartenbauamt der Stadt Bremerhaven löste zusammen mit Alexander Richter, Ressort Grünflächen und Forsten aus Wuppertal, Ute Eckhardt aus Dresden beim Vorsitz des Arbeitskreises „Spielen in der Stadt“ ab.

Leitungswechsel bei den Arbeitskreisen

Gabriele Wolter aus Wiesbaden leitet nun den Arbeitskreis „Friedhöfe“, nachdem Götz Stehr ihn mit dem Erreichen des Ruhestandes abgegeben hat. Auch im Arbeitskreis „Kommunale Gartendenkmalpflege“ gibt es eine neue Doppelspitze mit Claudia Wollkopf vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün Hannover und Solveig Windisch-Kummer vom Amt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig. Schließlich überreichte André Jankwitz aus Pirmasens den Staffelstab beim Landesgruppenvorsitz Rheinland-Pfalz an Gabriele Bindert aus Ludwigshafen.

Der Schwerpunkt der Tagung lag auf den Berichten der GALK-Arbeitskreise. Im Zentrum ihrer Arbeit stand die Anpassung urbaner Grünräume an die fortschreitenden Klimaextreme. Ein Fokus des Arbeitskreises „Stadtbäume“ lag auf der Veröffentlichung des „Straßenbaumtests 2“, der Erkenntnisse zu 45 Baumarten an über 240 Standorten liefert. Wegen des Klimawandels sprach sich der AK für eine verstärkte Nutzung nicht-heimischer, aber resilienterer Baumarten aus, um das grüne Stadtbild langfristig zu sichern. Ergänzend wurden Positionspapiere zu urbanen Miniwäldern und Handlungsempfehlungen zur Bodenfeuchte-Sensorik für ein effizientes Bewässerungsmanagement erarbeitet.

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Das Gebäude der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 war ein festlicher Rahmen für die GALK-Mitgliederversammlung 2026. Foto: Epizentrum, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Duales Studium und Azubi-Onboarding

Der Arbeitskreis „Stadtentwicklung“ widmete sich der wasserbewussten Transformation der Städte unter dem Leitbild der „Schwammstadt“. Dabei wurden innovative Lösungen zur Regenwasserversickerung und -nutzung für das Stadtgrün fokussiert. Zudem setzte sich der AK mit dem Nature Restoration Law der Europäischen Union und dessen Auswirkungen auf die kommunale Baumüberschirmung auseinander.

Weitere Berichte beleuchteten die naturnahe Pflege von Grünflächen (AK „Stadtnatur“) sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für private Spielplätze und Konzepte zur Spielplatzbeschattung (AK „Spielen“). Der AK „Ausbildung“ reagierte auf den Fachkräftemangel mit einer verstärkten Förderung dualer Studienmodelle und modernem Onboarding für Auszubildende.

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Der GALK-Arbeitskreis „Stadtentwicklung“ setzte sich mit dem Nature Restoration Law der Europäischen Union und den Auswirkungen auf die Kommunen auseinander. Foto: Mechthild Klett

Bundeskongress zu Grün und Gesundheit

Der Schwerpunkt des Gemeinsamen Bundeskongresses lag auf dem Thema Grün und Gesundheit und wie Hitze etwa sich nicht nur auf die Physis, sondern auch auf die Psyche niederschlägt. Dr. Jürgen Ritterhoff, ecolo – Agentur für Ökologie und Kommunikation, Bremen, machte darauf aufmerksam, dass eine Simulation beispielsweise für Berlin im Jahr 2027 etwa 30 Hitzetage mit mehr als 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit für realistisch hält. Eine Situation, die nicht nur für die vulnerable Bevölkerungsgruppen schwer erträglich ist und die Zahl der Hitzetoten erheblich erhöhen könnte.

Dass Hitze nicht nur auf die körperliche Verfasstheit erhebliche Auswirkungen hat, zeigte Prof. Gunter Schumann, Leiter des Fachbereichs Neurowissenschaftliche Populationswissenschaft an der Berliner Charité, auf. In Studien war ein direkter Zusammenhang zwischen neurologischen Veränderungen im Gehirn mit Nähe oder Ferne zu Grün erkennbar, die sich etwa in einer höheren Reizbarkeit niederschlagen kann. In der anschließenden Diskussion war klar, dass Grün zur Gesundheitsinfrastruktur gehört und dieser Faktor in der Politik beharrlich auf die Agenda gesetzt werden muss.

Mechthild Klett

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