Drei große Player haben sich etabliert
Das Investoreninteresse am GaLaBau bleibt stark

Inzwischen haben sich drei große Player im deutschen Garten- und Landschaftsbau etabliert, die ständig weiterwachsen. Es sind die schwedische Green Landscaping Group, eine Stockholmer Aktiengesellschaft mit Deutschlandzentrale in München, die Greenovis GmbH in Langenfeld, einem Portfoliounternehmen der Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA in Grünwald, sowie die GarLa Gruppe Deutschland GmbH in Tamm, einem Portfoliounternehmen der Ufenau Capital Partners AG im schweizerischen Pfäffikon.
Je fünf Akquisen für Green Landscaping und Greenovis
Die Green Landscaping Group erwarb 2025 die Marco Schulz Forst- & Landschaftsbau GmbH in Arendsee mit knapp 60 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 9 Millionen Euro in 2024, die Hubert Kopf Garten und Landschaftsbau in Lahr mit sieben Mitarbeitern und mit 1,5 Millionen Euro Jahresumsatz in 2024 als neuen Geschäftsbereich der Lässle Bau GmbH im Ortenaukreis sowie die Tessmer & Sohn Straßenbaugesellschaft mbH in Wunstorf, die auch Garten- und Landschaftsbau betreibt, mit 45 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 16 Millionen Euro in 2024.
Im Januar 2026 kam noch die Finke Landschaft + Straße GmbH in Borken mit 40 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 12 Millionen Euro in 2025 dazu. Außerhalb des GaLaBaus lag vergangenes Jahr die Übernahme der Wagner Straßen-, Tief- & Rohrleitungsbau GmbH in Lebus. Wagner hat rund 30 Mitarbeiter und 11 Millionen Euro Jahresumsatz in 2024.
Die Greenovis GmbH kaufte vergangenes Jahr die Wulf Garten- und Landschaftsbau GmbH in Norderstedt und verschmolz sie mit der Hamburger Klaus Hildebrandt GmbH, die auch eine Niederlassung in Berlin hat. Neu zu Greenovis stießen 2025 auch die Stadtgrün Potsdam Garten- und Landschaftsbau GmbH, die TEGLa GmbH mit Standorten in Ludwigsfelde und Potsdam, Goertz GaLaBau in Großröhersdorf sowie die Frissen & Zohren GmbH in Niederkrüchten. Mitarbeiter- oder Umsatzzahlen wurden zu den Neuakquisen, anders als bei den Mitbewerbern, von Greenovis nicht bekannt gegeben.
GarLa Gruppe Deutschland hielt sich 2025 eher zurück
Die GarLa Gruppe Deutschland erwarb 2025 lediglich die GDT Gründach Technik GmbH. Sie ist nach der Selbstdarstellung auf ihrer Website "Deutschlands Dachbegrüner Nr. 1" mit rund 40 Mitarbeitern. Zwischen 2022 und 2024 hatte GarLa jedoch bereits 13 GaLabau-Unternehmen in Deutschland erworben, darunter so namhafte Betriebe wie die Bietigheimer Gartengestaltung GmbH in Tamm (über 100 Mitarbeiter), die flor-design GmbH in Freiburg (über 120 Mitarbeiter) oder die Nordgrün Nürnberg Garten- und Landschaftsbau GmbH (35 Mitarbeiter).
Völlig zurückgeblieben gegenüber dem Wachstum der drei großen Player ist die französische idverde-Gruppe, ein Portfoliounternehmen der Core Equity Holdings. Sie war 2020 die erste Private-Equity-Gesellschaft, die in Deutschland auf sich aufmerksam machte. 2021 hatte sie die Jörg Seidenspinner Garten- und Landschaftsbau GmbH in Stuttgart und die Landscape Garten- und Landschaftsbau GmbH & Co. KG in Budenheim bei Mainz übernommen.
2022 kam die Gzimi Garten- und Landschaftsbau GmbH in Olching bei München. Die Webseite von idverde liegt seit dem Wechsel des Geschäftsführers Jan Jörgenshaus brach. Im Impressum wird er immer noch genannt, obwohl er inzwischen Geschäftsführer eines Umweltdienstleisters ist.
"Auch für 2026 streben wir weitere Partnerschaften an"
Ein Ausblick der Green Landscaping Group auf das Jahr 2026 lässt erkennen, was sich die Unternehmensgruppen und Private-Equity-Gesellschaften im GaLaBau für die nächsten Monate vorgenommen haben. "Auch für 2026 streben wir weitere Partnerschaften an, mit einem klaren Fokus auf Deutschland, Österreich und die Schweiz", heißt es in dem Papier.
"Für Green Landscaping bieten der Garten- und Landschaftsbau sowie der Kanal-, Erd- und Tiefbaumarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr 2026 weiterhin attraktive strukturelle Rahmenbedingungen. Wir erwarten eine weiterhin stabile Nachfrage." Sie werde vor allem durch Investitionen in kommunale Infrastruktur, Verkehrsflächen, Entwässerungssysteme sowie die Pflege und Weiterentwicklung urbaner Grünräume getragen.
Auch wegen des langfristigen Sanierungsbedarfs und zunehmender regulatorischer Anforderungen an nachhaltige Außenanlagen erwiesen sich die Märkte als konjunkturunabhängiger verglichen mit produzierendem Gewerbe.
Für Green Landscaping ist die Partnerschaft mit der Finke Landschaft + Straße GmbH exemplarisch. Sie stehe "für unseren Fokus auf technisch leistungsfähige, regional etablierte Unternehmen mit stabilen Kundenbeziehungen, hoher Ausführungsqualität und einer professionellen sowie gesunden Unternehmenskultur".
Der "kulturelle Fit" spiele für die Schweden nach wie vor eine zentrale Rolle und Unternehmerpersönlichkeiten stehen im Vordergrund: "Wir legen großen Wert darauf, dass neue Partner die Werte der Gruppe teilen und sich nahtlos in das Unternehmensnetzwerk einfügen."
Nachfrage nach langfristigen Nachfolgelösungen
Eine Rolle spielt für Green Landscaping auch die Nachfrage nach langfristigen, partnerschaftlichen Nachfolgelösungen. "Unser dezentraler Ansatz, mit dauerhaftem Markenerhalt, operativer Eigenständigkeit sowie der fortgesetzten Einbindung der Geschäftsführer und einem gemeinsam aufgebauten Nachfolgekonzept, adressiert diesen Bedarf gezielt und bleibt ein zentraler Treiber unserer Akquisitionsstrategie".
NL-Stellenmarkt


Prof. Martin Thieme-Hack von der Hochschule Osnabrück hatte vor Jahren als einer der ersten auf die Veränderungen durch große Unternehmen im GaLaBau hingewiesen. Er bewertet sie positiv: "Da war schon eine ganz andere Herangehensweise als sonst üblich im Landschaftsbau erkennbar.
Da werden Entwicklungs- und Expansionsstrategien entwickelt, die Steigerung der Mitarbeiter-Attraktivität wird in Stabsstellen angegangen und für die Personalentwicklung werden konzerneigene Akademien auf den Weg gebracht." Manches werde zentral, anderes werde lokal bearbeitet und gelöst.
Thieme-Hack sieht Chancen für junge Menschen
Auch für junge Menschen im GaLaBau, besonders Ingenieure, sieht er in größeren Unternehmen neue Chancen: "Während bisher häufig mit der Einstellung als Bauleiter schon die höchste Stufe der Karriereleiter im Unternehmen erreicht war, gibt es in den großen Unternehmen einen nach oben offenen Weg: als Oberbauleiter, Niederlassungsleiter oder eben als Geschäftsführer eines Standortes oder gleich für die ganze Gruppe, als CEO, Chief Executive Officer, oder COO, Chief Operating Officer." cm
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