Erfahrungsbericht eines Auszubildenden von der Grünen Insel

Drei Wochen lang in Nordirlands Nationalparks im Einsatz

Als Auslandspraktikant in Nordirland kann man in zwei Nationalparks des National Trust arbeiten: dem Rowallane Garden sowie dem Mount Stewart Garden. Foto: Malte von Bachmann

Ende vergangenen Jahres hatte ich die Gelegenheit, ein Auslandspraktikum in Nordirland zu absolvieren. In zwei Nationalparks konnte ich vielfältigen Arbeiten nachgehen und einiges sowohl über den dortigen GaLaBau als auch die Kultur des Gastgeberlandes lernen.

Das Praktikum begann Ende November 2016 und dauerte drei Wochen. Der Verband Garten- und Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen, der die Reise organsiert hatte, hatte mich bei einer deutschen Auswanderin untergebracht. Die Organisation war tadellos: Bei einem Vorabtreffen waren zunächst alle Unklarheiten beseitigt worden und die Anreise über Dublin war auch sehr gut organisiert. Nach der Ankunft in der nordirischen Hauptstadt Belfast begann es dann auch schon zügig mit der Arbeit.

Neben praktischen Erfahrungen im GaLaBau standen unter anderem auch Ausflüge zu imposanten Naturschauplätzen auf dem Programm. Foto: Malte von Bachmann

Traditionell irische Handarbeit im Mount Stewart Garden

Zunächst wurde ich im Mount Stewart Garden, einem der zehn schönsten Gärten der Welt, eingesetzt. In dem riesigen Nationalpark arbeiten zehn fest angestellte Gärtner sowie zahllose freiwillige Helfer. Ich konnte mich an der Pflege beteiligen und beim Bau eines Gewächshauses mithelfen. Interessanterweise hat traditionelle Handarbeit in Nordirland einen höheren Stellenwert als bei uns in Deutschland, wo wir deutlich mehr Maschinen verwenden. Auf der Grünen Insel werden die Böden noch mit aufwändigen Verfahren aufbereitet und ausschließlich mit organischem Dünger wie Pferde-Mist oder Kuh-Mist gedüngt. Eine weitere dort übliche interessante Arbeit ist das Topfen von neuen Pflanzen. "Neue Pflanzen" bedeutet hierbei in den meisten Fällen, dass sie erstmalig in Nordirland eingepflanzt werden. Um zu garantieren, dass es immer neue Pflanzen in dem Park zu entdecken gibt, schickt der Mount Stewart Garden seine "Pflanzenjäger" über die ganze Welt, um neue Pflanzen, Samen und Stecklinge einzukaufen. Die Neulinge erfordern viel Platz, den wir zusammen mit einem der Chef-Gärtner durch den Bau eines Gewächshauses geschaffen haben.

Nachtschwärmen in Belfast und Erkunden der irischen Natur

Meine Eindrücke während des Praktikums waren jedoch nicht auf die praktische Arbeit in den Nationalparks beschränkt. Darüber hinaus konnte ich Belfast bei Tag und Nacht erleben sowie imposante Naturschauplätze besichtigen - Ausflüge zu den höchsten Klippen Europas und zu einer frei schwebenden Holzbrücke zählen dabei zu meinen schönsten Erinnerungen. Außerdem waren ein Surf-Kurs und eine Stadtrundfahrt in Belfast im Programm. Denjenigen, die nicht nur wegen der Arbeit oder der beeindruckenden Natur auf die Grüne Insel gekommen waren, stand auch die Tür ins Nachtleben von Belfast offen - natürlich inklusive irischer Live-Musik und einigen Pints Guinness. Während des Praktikums hatte ich zudem ein gesamtes Wochenende und jeden Freitag frei. Individuelle Unternehmungen in der nordirischen Hauptstadt waren somit auch möglich, vor allem, da die Wohnlage ziemlich zentral in Belfast war. Dadurch waren fast alle Hot Spots gut fußläufig erreichbar.

Einsatz im Rowallane Garden

Eine der drei Wochen habe ich noch im Rowallane Garden verbracht. In diesem Garten bezog sich die Arbeit fast ausschließlich auf die Pflege, da es ein Nationalpark ist, der hauptsächlich aus Beetflächen besteht. Zudem sind die Beete immer in verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Themen aufgeteilt. Doch auch hier wird hauptsächlich mit traditionellen Methoden gearbeitet. Die Gärten gehören beide dem National Trust an, sind aber trotzdem komplett unterschiedlich. Zudem haben beide Gärten jeweils eine ganz andere Kulisse.

Der Mount Stewart Garden gehört einem Schloss an, das noch immer von der Eigentümer-Familie bewohnt wird. Vom Aufbau her ist er somit ein klassischer Schlossgarten - gut gepflegt, sehr ordentlich und äußerst strikt im Stil. Der Rowallane Garden wirkt dagegen wie ein wirklicher Nationalpark mit vielen kleinen Wegen und einer Konzertbühne, einer Wiese zum Liegen und vielen Sitzmöglichkeiten zum Entspannen.

Das Praktikum war sehr interessant und bereichernd für meine Sprach- und Fachkenntnisse. Es werden immer wieder solche Praktika für Azubis angeboten. Wenn ihr noch mehr über die einzelnen Stationen des Praktikums erfahren wollt, könnt ihr auch gerne meinen Blog-Beitrag zu diesem Thema unter www.brockmeyer-gaerten.de lesen.

Malte von Bachmann/hb

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 04/2017 .

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