Der Kommentar

Einmal in der richtigen Branche ...

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... Genau so hat es mir kürzlich die Inhaberin eines großen Ingenieurbauunternehmens zugerufen, auf die Frage, wie die Geschäfte laufen.

Schon immer ist der Landschaftsbau sehr viel enger mit den Entwicklungen der Bauwirtschaft verbunden als mit dem landwirtschaftlichen Produktionsgartenbau, auch wenn viele Unternehmer sich aufgrund ihrer Ausbildung bei der Landwirtschaftskammer eher als Gärtner fühlen.

In der Tat hatten die letzten drei Monate Shutdown im Baubereich nur wenig Auswirkungen. Weniger Wechsel in den Kolonnen, Fahrten direkt zur Baustelle, weniger Kontakte zum Kunden, mehr Home-Office für die Mitarbeiter im Büro sind nicht gerade die Dinge, die vergleichbar sind mit den Auswirkungen, zum Beispiel in Hotels und Gaststätten, die jetzt 50 Prozent auslasten dürfen, aber erst ab einer Auslastung von 60 bis 70 oder sogar erst ab 80 Prozent wirtschaftlich arbeiten. Auf meine These, dass wohl der BGL nächstes Jahr erstmals seit 2005 keinen Umsatzzuwachs melden wird, hat ein Unternehmer mich nur gefragt, warum denn nicht? Es läuft doch alles wie gewohnt weiter.

Andere Unternehmer nutzen die Zeit, beispielsweise, um an der Kommunikation und Dokumentation im Unternehmen zu arbeiten. Dort kann immer etwas verbessert werden. Auch die wahrscheinlich schon lange notwendige Neustrukturierung der Arbeitsprozesse wird in Zeiten von Corona durchaus als Chance gesehen. Manches Unternehmen konnte sogar den Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem ersten Quartal 2019 deutlich steigern. Es ist also nicht alles nur schlecht in dieser Zeit.

Das gleiche Gefühl gibt auch die gerade durchgeführte Umfrage der NürnbergMesse wieder, ob die GaLaBau 2020 stattfinden soll. Nur knapp 34 Prozent der potenziellen Besucher werden wohl nicht kommen. Zu vermuten ist, dass viele Mitarbeiter aus den Behörden nicht kommen werden, da ein Messebesuch, Stand heute, nicht zu den zwingend notwendigen Dingen gehört. Die Landschaftsgärtner dagegen sind aufgrund ihrer Erfahrungen auf den Baustellen weniger ängstlich.

Während die Bauindustrie, also die großen Unternehmen, noch relativ optimistisch sind und einen Umsatzrückgang von nur 3 Prozent in 2020 erwarten, verzeichnet das Bauhandwerk schon jetzt deutliche Rückgänge beim Auftragseingang. Besonders im öffentlichen Bau sind es knapp -10 Prozent, im Straßenbau sogar über -12 Prozent. Der Wirtschaftsbau ist mit gut -3 Prozent relativ stabil, im Wohnungsbau legte der Auftragseingang sogar um 3 Prozent etwas zu.

Aber auch im Landschaftsbau gibt es schon Schatten. So halten Kommunen, aufgrund des zu erwartenden Rückgangs der Gewerbesteuer, Investitionen zurück. Verlässliche Zahlen gibt es hier aber nicht. So wird es wohl irgendwie weitergehen, für den einen besser, für viele etwas schlechter. Hoffen wir, dass der Landschaftsbau auch am Ende dieses Corona-Jahres noch zur richtigen Branche gehört. Wenn wir uns auf der GaLaBau in Nürnberg sehen dürfen, wissen wir sicher schon mehr. Bleiben Sie gesund!

Ihr Martin Thieme-Hack

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 06/2020 .

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