Erfolgreiche Kernsanierung von Wuppertaler Sportrasenplatz
Rasenheizung macht das Stadion am Zoo drittligatauglich
Das von der Stadt Wuppertal mit der Sanierung des Sportrasenplatzes beauftragte Osnabrücker Büro PS+ Planung von Sportstätten startete im Sommer 2022 mit den Planungsarbeiten. Der Baubeginn war im April 2023 und bereits im Oktober 2023, sechs Wochen vor dem fest terminierten Wiedereröffnungsspiel, konnte die Übergabe erfolgen.
Neben dem engen Realisierungszeitraum gab es andere Herausforderungen. Weil das Gelände im vergangenen Jahrhundert als Deponie genutzt wurde, führte das Umweltamt der Stadt Wuppertal im Vorfeld der Spielfeldsanierung Probebohrungen durch. Dabei wurden Altlasten wie Aschenschlacken und Produktionsrückstände von Färbereien gefunden. So gehörte neben der Sanierung der Rasensportfläche, der Entwässerung, dem Einbau einer Beregnungsanlage und einer Rasenheizung sowie der Verlegung des neuen Grüns auch die Abdichtung des Deponiekörpers zum Planungsumfang. "Für die Altlastensanierung konnte glücklicherweise eine Landesförderung in Anspruch genommen werden", berichtete Jonas Heidbreder, Geschäftsführer von PS+. Ziel des Boden- und Altlastenmanagements sei vor allem gewesen, schädliche Beeinträchtigungen der Umwelt und des Grundwassers zu vermeiden.
Der richtige Umgang mit Altlasten
Nach dem Abtrag der vorhandenen Rasendecke erfolgte die Aufnahme der alten, nicht belasteten Rasentragschicht. Das abgetragene Bodenmaterial wurde zur Verwertung auf anderen Baustellen im Wuppertaler Stadtgebiet abtransportiert. Anschließend erfolgte die Aufnahme, Lagerung und Analyse des vorhandenen, stark kontaminierten Baugrundes sowie dessen fachgerechte Entsorgung. Die Altlasten der ehemaligen Deponie wurden im Zuge der Baumaßnahme mit einer wasserundurchlässigen Kunststoffdichtungsbahn abgedeckt. So wird sichergestellt, dass kein Regenwasser in die belastete Erde versickert, sondern über die Folie in die Wupper abgeleitet wird.
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Im Vorfeld der Abdichtungsmaßnahmen mussten nicht nur alle Fundamente für Tore und die neuen Trainerkabinen gesetzt werden, sondern auch eine vorhandene Entwässerungsleitung DN 400 innerhalb des Stadioninnenbereichs saniert werden. Auch für die neue Ballfangeinrichtung musste eine Lösung gefunden werden, um die Kunststoffdichtungsbahn nicht zu beeinträchtigen. So halten heute 8 m hohe Netze, die wie ein Vorhang an einem Stahlseil hängen, die Bälle ab. Auf diese Weise konnte auf zwölf Fundamente verzichtet werden. Um in der Vergangenheit häufige Absackungen zukünftig zu vermeiden, wurde der Boden zusätzlich verdichtet.
Einbau der Rasenheizung
Um optimale Bedingungen für den Profifußball zu schaffen, wurde im Rahmen des Stadioninnenraumumbaus eine Rasenheizung installiert, die eine Bespielbarkeit auch bei Minusgraden ermöglicht und für die Vereine der dritten Fußballbundesliga vorgeschrieben ist. Nach dem Einbau des Füllsandes wurden die untere und obere Dränschicht verlegt, dazwischen die insgesamt 27 km langen Rasenheizungsrohre. Danach wurde die speziell für das Stadion gemischte Rasentragschicht aufgetragen, auf der schließlich der Fertigrasen aus insgesamt rund 500 Rollen Dicksoden verlegt wurde.
Aktuell plant das Büro PS+ Planung von Sportstätten mehrere Sportrasenplätze mit Rasenheizung. Während das neue Leistungszentrum des VFL Osnabrück bereits im Frühjahr 2023 den Betrieb aufnehmen konnte, steht die Erweiterung des Trainingszentrums bei Bayer Leverkusen mit einer Rasenheizung noch bevor. Die Rasenheizung soll zukünftig mit erneuerbarer Energie beziehungsweise einer Grundwasser-Wärmepumpe betrieben werden. Um einen geschlossenen Wasserkreislauf zu erhalten, soll das Niederschlags- und Dränwasser in einer Zisterne gesammelt und dem Kreislauf wieder zur Verfügung gestellt werden. "Das ist nur einer von vielen Ansätzen, um eine möglichst nachhaltige Sportanlage zu entwickeln," betont Heidbreder.
PS+ Planung von Sportstätten










