Erste Bauprojekte in der Umsetzung
IGA 2027 soll 2,6 Millionen Gäste in das Ruhrgebiet bringen

Von Duisburg bis Dortmund und von Wetter bis Gelsenkirchen sollen mehrere dutzend Projekte rund 2,6 Millionen Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland ins Ruhrgebiet locken. Hierfür sollen schon bald attraktive Tourismus-Pakete geschnürt werden, die auf die spezifischen Interessen einzelner Besuchergruppen ausgerichtet werden.
"Einer der Schwerpunkte der Investitionen für die IGA soll", so formuliert es IGA-Geschäftsführer Horst Fischer, "auf der Infrastruktur liegen. Wir wollen damit das Ruhrgebiet lebenswerter machen." Vor allem die Neuanlage von Gärten, neuen Radwegen, und die Restaurierung von bekannten Industriedenkmälern und anderen historischen Gebäuden soll laut Fischer auch Besucher aus dem fernen Ausland "in den Pott" locken.
Allein aus der Ruhrgebietsregion mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern erhofft sich die IGA-Leitung ein sehr starkes Interesse und darum eine hohe Besucherfrequenz zu den unterschiedlichen Projekten. Um das Gesamtprojekt IGA zum Erfolg zu führen, haben Bund, Land und Kommunen in den Durchführungshaushalt der IGA 2027 gGmbH rund 86 Millionen Euro investiert. Der Betrag liegt primär für Organisation, Durchführung und Kommunikation, aber auch für Programmentwicklung und den Aufbau digitaler Internetplattformen und -angebote bereit. Vor allem aber dient der Topf den Organisationen dazu, das der IGA zugrundeliegende "Drei-Ebenen-Konzept" durchzuführen, auf dessen Basis die Besuchergruppen gezielt erreicht werden sollen.
Allein die fünf "Zukunftsgärten", einer der Highlights der IGA, für die Städte und Gemeinden rund 170 Millionen Euro nochmal an eigenen Fördergeldern in den Topf geben, sollen zu starken Besuchermagneten ausgebaut werden. Große blühende Gärten mit Rosen und Stauden, die schon jetzt im Herbst gepflanzt werden, sollen um die Industriedenkmäler entstehen, unterstreicht Fischer. Dabei sollen diese Gärten exemplarisch zeigen, wie das Zusammenleben im Ruhrgebiet auf engem Raum in Zeiten des laufenden und kommenden Klimawandels möglich sein soll.
Zu den Industriedenkmälern, um die Zukunftsgärten entstehen sollen, gehören die Kokerei Hansa und das Großprojekt "Emscher nordwärts" in Dortmund, die Emscherinsel am Nordsternpark Gelsenkirchen, der Rheinpark in Duisburg, aber auch die postindustrielle Landschaft in Bergkamen/Lünen und das Emscherland, sowie der Natur- und Wassererlebnispark in Castrop-Rauxel.
Die zweite Ebene mit dem Titel "Unsere Gärten" umfasst 37 bereits bestehende, kommunale und interkommunale Parks und Gärten, die durch landschaftsbauliche Maßnahmen aufgewertet werden sollen. Ein gutes Beispiel ist hier der "Gethmannsche Garten" in Hattingen, an dem die Gartenzugänge neu gestaltet und ein weiterer Spielplatz gebaut wird. Hierfür werden rund 3,5 Millionen Euro an Fördermitteln, die die IGA erhalten hat, zur Verfügung gestellt.
Einen ganz anderen Zugang zur IGA soll die dritte "Unsere Gärten"-Ebene bieten. Mit den dort verankerten, eher dezentralen Projekten sollen laut Aussage von IGA-Pressesprecher Christoph Wüllner nicht vorrangig Touristen, sondern vor allem die Bewohner des Ruhrgebietes "magnetisch" angezogen werden. Ziel sei es, so Wüllner, Freiräume für Naherholung und mehr Biodiversität zu schaffen und langfristig den Erholungswert der Städte zu erhöhen.
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Mit rund 51,2 Millionen Euro an Fördermitteln vom Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union und Eigenmitteln der beteiligten Kommunen in Höhe von zirka 49 Millionen Euro, sollen auch diese eher kleineren Projekte, wie beispielsweise die Eröffnung des SeeBades Hagen, die Sanierung der alten Burgruine in Wetter oder die Neugestaltung der alten Zeche Nachtigall im Muttental zu einem Anziehungspunkt werden. Als besonderes Highlight will die Ausstellungsleitung im Frühjahr 2027 das "größte Picknick der Welt", das von Mai bis Juni 2027 in mehreren Parks des Ruhrgebietes abgehalten werden soll, veranstalten. Hier haben bereits 37 Kommunen ihr Interesse gezeigt, dabei sein zu wollen.
Flankiert werden diese Mini-Projekte durch eine zusätzliche Fördersumme von 5,16 Millionen Euro, die für Sanierung und Ausbau des Ruhrtalradweges und den Lückenschluss des Emscher-Radweges in Dortmund bereitgestellt werden. Mit der dritten Ebene "Mein Garten" werden Bürgergruppen, Verbände, Vereine und sonstige Organisationen mobilisiert, um kleine, teils private gärtnerische Engagements vorzustellen. Dies soll mit Pop-up-Bühnen, Wanderausstellungen oder digitalem Austausch zu gärtnerischen Themen erfolgen. Eine Internationale Gartenausstellung gibt es in Deutschland alle zehn Jahre.
mst








