Ausgegraben

Es ist ein Paradox: Ausgerechnet die klimarettende Vegetation ...

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... emittiert Treibhausgas. Und zwar eines, das pro Molekül rund 300-mal klimaschädlicher ist als Kohlenstoffdioxid (CO2): Das Lachgas (N2O). Forscher der TH Bingen und der Uni Heidelberg schätzen, dass 5 bis 10 Prozent des Lachgas-Gehalts der Atmosphäre auf pflanzliche Emissionen zurückzuführen sind. Der Weltklimarat hatte diese Tatsache bislang nicht auf dem Schirm.

Irgendwie erinnert mich das an prominente Politiker, die sich oft als Problemlöser ausgeben, aber in Wirklichkeit Teil des Problems sind. Gesundheitsminister Jens Spahn beispielsweise, der letzten Monat in Mexiko und auf den Philippinen nach Pflegekräften für unsere alternde Gesellschaft suchte. Zuvor hatte er jedoch für die Abschiebung afghanischer Migranten getrommelt, die bereits in Deutschland waren und darauf erpicht, zu arbeiten.

Vielleicht sollten wir in unserem Denken mehr Ambivalenz zulassen. Nach Wikipedia handelt es sich dabei um eine „im Reifeprozess erworbene Fähigkeit, auf Abwehr durch Spaltung zu verzichten und gegensätzliche Erlebenszustände gleichzeitig ertragen zu können“. Ich finde: Nur schwarz oder weiß gibt es in der Wirklichkeit nicht. Wenn wir das beherzigen, werden wir vielleicht darauf verzichten, gutwillige Menschen auf UNO-Konferenzen zu beschimpfen oder sie im Netz als „altes grünes Dreckschwein“ zu verfluchen.

Christian Münter

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 10/2019 .

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