"Jessika Roswall setzt auf nachhaltigen Umgang mit Wasser"
EU-Kommissarin will vor dem Sommer Wasserstrategie vorlegen

Das sei aber nicht mehr so: "Wir haben in Europa manchmal zu viel Wasser, manchmal zu wenig, manchmal beides gleichzeitig." Deshalb müsse ohne Tabus über Wasser gesprochen werden. Dabei hat sie nicht nur Politik, Landwirtschaft und Industrie im Blick, sondern auch die Verbraucher. Alle müssten sich bewusst werden, dass Wasser ein endliches Gut ist. "Eine Möglichkeit, wie man dieses Bewusstsein schaffen kann, ist es, den Verbrauch in Haushalten zu messen", erläuterte die Kommissarin der Funke Medien Gruppe. "Wenn die Leute genau sehen können, wie viel Wasser sie verbrauchen, denken sie bewusster darüber nach."
Auch strukturelle Änderungen seien nötig. Schutz vor Hochwasser böten vor allem naturnahe Landschaften wie Flussauen und Moore. Doch Renaturierung koste Geld und entziehe die Flächen landwirtschaftlicher Nutzung. "Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen in Wasser investieren – in besseres Wassermanagement, in Wassersicherheit, in Renaturierung", so Roswall. Doch die Summen, die dafür bislang vorgesehen seien, würden nicht ausreichen. Helfen könnten Naturgutschriften, mit denen private Gelder für den Naturschutz mobilisiert werden sollen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das bereits 2024 vorgeschlagen. Die Kommissarin will das jetzt ausgestalten. cm
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