Pflanzenverwendung: New German Gardening

Euphorbia: Wenig pflegebedürftig und für feuchte Standorte

Bereits ab Ende April beginnt die langlebige Großstaude weithin zu leuchten, was sie nach Wolfsmilchsitte nicht mit ihren zahlreichen Blüten tut, sondern mittels gefärbten Hochblättern. Fotos: Till Hofmann

Sehr praktisch, dass sie keinerlei Pflege brauchen. Im Gegensatz zu vielen anderen Frühjahrs- und Vorsommerblühern bleiben die Pflanzen ordentlich, nichts muss geschnitten werden. Foto: Till Hofmann

Denkt man an Wolfsmilch so kommen zunächst meist sonnendurchflutete Steinanlagen mit mageren Mineralböden in den Sinn, wo sich in der Tat die meisten Arten der so wertvollen Gattung Euphorbia wohlfühlen. Nicht weniger wichtig für Gärten und Parks sind aber die Vertreter, die ausgestattet mit kraftvollem Auftreten, auch feuchte und notfalls teilbeschattete Standorte besetzen. Besetzen ist der passende Ausdruck, denn eine eingewachsene Sumpf-Wolfsmilch - Euphorbia palustris prägt den Ort an dem sie steht.

Bereits ab Ende April beginnt die langlebige Großstaude damit weithin zu leuchten, was sie nach Wolfsmilchsitte nicht mit ihren zahlreichen Blüten tut, sondern mittels gefärbten Hochblättern. Zunächst etwas grünlich und bodennah beginnend, später dann an Aufwuchshöhe gewinnend und in frischen Zitronengelb prägen die kuppelartigen Gewächse mit Höhen zwischen 80 cm bis über 120 cm ihre Umgebung, bis die Pracht gegen Ende Mai nachlässt und die nun an Weiden erinnernde Pflanzengestalten mit ihrem filigranen Habitus raumbildend wirken.

Sehr praktisch, dass sie keinerlei Pflege brauchen, denn im Gegensatz zu vielen anderen Frühjahrs- und Vorsommerblühern bleiben die Pflanzen ordentlich, nichts muss geschnitten werden. Der Laubbusch wächst noch weiter, unterhalb der Fruchtständebilden sich neue Triebe, so dass auf fetten Standorten durchaus anderthalb Meter erreicht werden können, es braucht also genügend Raum für die markanten Gerüststauden. Ihr Artname kündet von nassen, auch leicht überfluteten Standorten, was die Art durchaus verträgt, man kann sie effektvoll in größeren Sumpfzonen von Teichen und Weihern unterbringen. Die schönsten Exemplare entwickeln sich jedoch in "normalen", nahrhaften Böden, je fetter und feuchter, desto üppiger der Wuchs. So sind Euphorbia palustris prädestiniert für pflegeextensive naturalistische Pflanzungen im Stile des "New German Gardening", denn man sie bestens kombinieren mit anderen kraftvollen Wildstauden, die ohne viel Aufhebens einfach von selber wachsen. Im Hermannshof gliedert Sumpfwolfsmilch seit Jahrzehnten eine in Teichnähe liegende Pflanzung, wo sie mit wucherndem Wiesenknöterich, Sibirischer Wieseniris, Wild-Taglilien und Frauenmantel eindrucksvolle Vegetationsbilder liefert. Ein zweiter Höhepunkt ist der spätere Herbst, wenn ihr Laub in gold- oder orangen Tönen erglüht, die Stängel gerne auch rötlich.

Leuchtend orangefarbige Blüten gefällig? Hierfür ist die schattenverträgliche Himalaya-Wolfsmilch zuständig. Euphorbia griffithii, verbreitet ist die schöne Sorte 'Fireglow', liefert diese bei Stauden seltene Farbe. Mit ihren kurzen Ausläufern wächst sie gerne auf mildfeuchten Böden. Ist der Standort nahrhaft, feucht und sonnig, entwickeln sich mit den Jahren dicht geschlossene üppige Bestände. Im Halbschatten wachsen sie lockerer, hier lassen sie sich mit andern Arten durchwachsen, seien es Gräser wie die Palmwedelsegge - Carex muskingumensis oder der wuchernde Straußfarn Matteucia struthiopteris. Brillant ist die knallrote Herbstfärbung, allein dies ist ein Grund es mit dieser wertvollen Art zu versuchen. Vermeiden sollte man nur den Hautkontakt mit Euphorbias giftigem Milchsaft.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 04/2014 .

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