Forschung und Entwicklung

Forscher wollen biologische Vielfalt in den Gärten fördern

In Projektgärten werden gemeinsam mit Gartenbesitzern Elemente für eine naturnahe Gartengestaltung entwickelt, umgesetzt und ihre Effekte ausgewertet. Foto: Natubico, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Gärten können eine wichtige Rolle dabei spielen, das Artensterben aufzuhalten: Schätzungen zufolge gibt es 17 Millionen Gärten in Deutschland, eine riesige Anzahl kleiner Lebensräume. Bislang ist die biologische Vielfalt in den Gärten allerdings niedrig und hat in den letzten Jahren sogar abgenommen. Das Projekt gARTENreich möchte darauf hinwirken, dass sich dies ändert.

Um zu erforschen, wie Gärten zum Erhalt der Biodiversität in Deutschland beitragen können, arbeiten das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Verein NaturGarten zusammen. Sie werden dabei vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Die Leiterin des Projekts, Dr. Alexandra Dehnhardt vom IÖW, erklärte: "Privatgärten können auf vielfältige Weise zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland beitragen. Um diese Möglichkeiten zu nutzen, ist es entscheidend, den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Gestaltungsvorschläge an die Hand zu geben, die sie vor Ort bei sich umsetzen können und die auch ihre Bedürfnisse aufgreifen - etwa hinsichtlich ästhetischer Vorlieben oder Pflegeaufwand. Deshalb berücksichtigen wir in unserem Projekt neben naturschutzfachlichen Gesichtspunkten auch sozialwissenschaftliche Faktoren bis hin zu ganz praktischen Gesichtspunkten der Gartennutzung."

Der Projektauftakt fand in sogenannten Reallaboren in der Stadt Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) und der Gemeinde Aumühle (Schleswig-Holstein) statt. Seit vier Monaten werden in Projektgärten gemeinsam mit Gartenbesitzern Elemente für eine naturnahe Gartengestaltung entwickelt, umgesetzt und ihre Effekte ausgewertet. Die Projektpartner untersuchen darüber hinaus in lokalen sowie bundesweiten Umfragen und im Dialog mit Gartenbesitzern, was sie motiviert, ihre Gärten naturnah zu gestalten oder was sie dabei hemmt. Die Ergebnisse sollen in konkrete Hilfestellungen, Leitfäden und Tipps für Gartenbesitzer und kommunale Akteure zu einfließen.

Besonders genau geht das Team der Universität Jena vor. Es führt in den Reallaboren und weiteren Untersuchungsgärten eine Kartierung verschiedener Strukturelemente in den Gärten durch. Zudem wird die Biodiversität der Pflanzen erfasst. "Aus diesen Daten sollen anschließend verschiedene Biodiversitätsindices errechnet und auf ihre Tauglichkeit in Privatgärten evaluiert werden", sagte Desiree Jakubka vom Institut für Ökologie und Evolution der Jenaer Universität. "Ziel ist es, eine Methode zu finden, die es auf schnelle und einfache Art erlaubt, die Biodiversität von Gärten zu erfassen, so dass hier ein upscaling auf regionale Ebene möglich ist", ergänzte der Jenaer Vegetationsökologe Dr. Markus Bernhardt-Römermann. cm/IÖW

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2022 .

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