Forschung und Entwicklung

Forscher wollen Resilienz historischer Parks und Gärten erhöhen

Der Englische Garten in München wurde 1792 als Volkspark geöffnet. Viele seiner Bäume sind über 100 Jahre alt. Foto: Ludmila Pilecka, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wie können Schäden an unwiederbringlichen historischen Stätten vermieden werden? Welche Maßnahmen sind langfristig erfolgreich und ökonomisch sinnvoll? Diesen Fragen widmet sich das Projekt "Kulturgüter vor Extremklimaereignissen schützen und Resilienz erhöhen" (KERES). Es wird vom Bundesforschungsministerium mit 1,97 Millionen Euro gefördert. Unter Federführung des Fraunhofer ISC und des Fraunhofer EU-Büros Brüssel arbeiten an dem Projekt drei weitere Fraunhofer-Institute aus der Forschungsallianz Kulturerbe mit dem Climate Service Center Germany des Helmholtz-Zentrums Geesthacht sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zusammen.

Der Fokus von KERES wird auf der Zunahme von Extremklimaereignissen in Deutschland liegen: Länger anhaltenden Hitzewellen mit extremer Trockenheit, orkanartigen Stürmen, sintflutartigen Regenfällen, der Zunahme von Temperaturschwankungen und einem Anstieg des Meeresspiegels. Diese Ereignisse werden künftig öfter auftreten und damit auch die Schäden an Kulturgütern. Um sie nachfolgenden Generationen zu erhalten, bedürfen sie eines besonderen Schutzes. Im Vordergrund stehen die von Menschen gestalteten historischen Gärten und Kulturlandschaften mit ihren einzigartigen Sammlungen von Nutz- und Zierpflanzen sowie historische Gebäude und Monumente.

Über einen Zeitraum von drei Jahren werden die künftige regionale Relevanz von Extremwetterereignissen, zu erwartende Schäden an Außenanlagen und Gebäuden sowie Maßnahmen zur Vermeidung und Bewältigung akuter Schadenslagen untersucht. Die Forscher setzen dabei neue Simulationsverfahren ein, um die Auswirkungen von Extremwetterereignissen beurteilen zu können. Sie werden mit einer Gebäude-Simulationssoftware und einem Stadtklimamodell gekoppelt.

So lassen sich auf die jeweiligen Kulturerbestätten individuell zugeschnittene Präventionsstrategien entwickeln. Diese Erkenntnisse werden auf einer Wissensplattform gebündelt. Sie sollen die Kulturerbeeinrichtungen sowohl bei der Prävention als auch im Notfallmanagement unterstützen. Zentral ist die Strukturierung, Verknüpfung und visuelle Aufbereitung von Daten, um eine Risikobeurteilung und Priorisierung der Rettungsmaßnahmen vornehmen zu können sowie Entscheidungs- und Koordinationsprozesse zu erleichtern. Über eine mobile App können zudem Rettungsmaßnahmen koordiniert und ehrenamtlich Helfende eingebunden werden.

Basis für einen Erfolg des Projekts ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Projektteam: Zum Konsortium gehören Natur-, Klima- und Wirtschaftswissenschaftler, Konservatoren, Bauphysiker, Landschaftsarchitekten sowie Informatiker. Außerdem werden wichtige Akteure des Notfallmanagements wie des Brand- und Katastrophenschutzes, deutsche Kulturerbeinstitutionen und ein internationales Expertengremium eingebunden. "Ziel ist es, aus hochaufgelösten regionalen Klimamodellen Schadensrisiken für historische Gebäude und Gärten abzuschätzen und nachhaltige Präventions- und Notfallmaßnahmen für den Erhalt zu entwickeln", sagte Projektleiterin Dr. Johanna Leissner. cm/Fraunhofer IMW

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 05/2021 .

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