Forschungsergebnisse des STIK-Projekts
Erhalt von Streuobstwiesen im Klimawandel

Um dem zu entgegenzutreten, startete 2021 das von der Baden-Württemberg Stiftung geförderte Verbundprojekt "STIK – Streuobstwiesen im Klimawandel" des AT-Verbandes in Zusammenarbeit mit den Universitäten Hohenheim und Tübingen. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, die Streuobstwirtschaft wiederzubeleben und fit für den Klimawandel zu machen. Nun wurden Methodik und erste Anpassungsmaßnahmen definiert.
Datenerhebung mit Kartierungen und Drohnenflügen
Grundlage für die Entwicklung von Strategien zur Anpassung der Streuobstbestände an den Klimawandel bildet eine durch die Forschergruppe erstellte, umfassende Gefährdungsanalyse ausgewählter Standorte in Baden-Württemberg. Dafür lag der Schwerpunkt neben Landschaftsuntersuchungen auf neuartigen Methoden der Datenerfassung und Stoffstromanalytik.
Beim Teilprojekt der Universität Hohenheim identifizierten die Forschenden den Einfluss von Standorteigenschaften auf die Vitalität der Streuobstbäume. "Grundlage unserer Untersuchungen waren landesweite, GPS-gestützte Datenerhebungskampagnen und großflächige Geodatenanalysen hinsichtlich des Zustands, der Vitalität und Krankheiten der Bäume", erläutert Kevin Fleckenstein, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Landschafts-und Pflanzenökologie der Universität Hohenheim. Dazu gehörte die Kartierung von über 8000 Bäumen in Baden-Württemberg. Erfasst haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem Daten zum schwarzen Rindenbrand sowie zu Schädlingen, Parasiten, klimabedingten Verletzungen und Mistelbefällen, um geeignete Gegenmaßnahmen ableiten zu können.
Tamara Schober, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen, erläutert die Vorteile der Analyse und des Monitorings von Streuobstbeständen mithilfe von fernerkundungsbasierten Verfahren wie Satelliten- und UAV-Befliegungen: "Anhand der Satelliten- und Klimadaten sowie der Auswertung von Sensorwerten wie der Bodenfeuchte können wir Artenerkennungen durchführen und die phänologischen Entwicklungen sowie Pflege- und Vitalitätszustände der Bäume analysieren." Die Grundlageninformationen dafür stammen aus sieben baden-württembergischen Landkreisen, wobei zwei repräsentative Streuobstwiesen als Intensiv-Untersuchungsgebiete dienten.
Stoffflussanalysen sind Ausgangspunkt
Mithilfe der Software für Stoffflussanalysen STAN entwickelte der AT-Verband auf Basis der erhobenen Werte szenariofähige Modelle des Systems Streuobstwiese. Die Modelle erlauben eine flexible Darstellung und Berechnung spezifischer Stoff- und Werteflüsse der Bewirtschaftung von Streuobstwiesen in unterschiedlichen Dimensionen. "Die stoffstrombasierte Planungsgrundlage ist eine ausgezeichnete Basis für anvisierte Bewirtschaftungs- und Verwertungskonzepte, die angesichts des Klimawandels auch in Zukunft tragfähig sind", sagt Dieter Steinbach, Vorstand des AT-Verbandes, und erläutert die weiteren Ziele des Projekts: "Mit dem STAN-Stoffflussprogramm ist es uns möglich, verschiedene Szenarien zu simulieren und interpretieren. Jetzt ist es unser Anliegen, die Ergebnisse nachhaltig ein- und umzusetzen, damit Streuobstwiesen in Zeiten des Klimawandels resilient bleiben können."
Der intensive Austausch mit Bewirtschaftern und anderen relevanten Akteuren sind ein weiterer wichtiger Baustein, wenn es darum geht, an den Klimawandel angepasste Konzepte für den Erhalt der Streuobstwiesen zu finden, die auch wirtschaftlich tragfähig sind. Um den Wissenstransfer über die Erkenntnisse des Forschungsprojekts auch nach seinem Abschluss zu gewährleisten, planen die Projektmitglieder neben der Aufbereitung von Informationsmaterial für die Bewirtschafter auch zielgruppengerechte Kommunikationskanäle wie Apps, VR-Elemente oder Fortbildungsmaßnahmen.
ILa/AT-Verband
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