Der Kommentar

Forschungsrelevanz im Landschaftsbau

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Eine freie Internet-Enzyklopädie beschreibt die Geografie als die sich mit der Erdoberfläche befassende Wissenschaft, sowohl in ihrer physischen Beschaffenheit, wie auch als Raum und Ort des menschlichen Lebens und Handelns. Sie bewegt sich dabei an der Schnittstelle zwischen den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften.

Die gleiche Internet-Enzyklopädie versteht unter Landschaftsarchitektur das Entwerfen, die Planung und Umgestaltung von nicht bebautem Raum. Die aktuelle Landschaftsarchitektur definiert sich selbst als ästhetisch-künstlerische Disziplin auf naturwissenschaftlich-technischer Grundlage, deren zentrales Ziel es ist, ökologisch und sozial intakte Lebensumwelten zu schaffen.

An gleicher Stelle wird unter Landschaftsbau die Gestaltung von Modelleisenbahnen verstanden oder auf Garten- und Landschaftsbau verwiesen, welcher wiederum nur im deutschsprachigen Raum mit der Anlage und Pflege von öffentlichen und privaten Grünflächen, der Begrünung von Verkehrsbau- und anderen Infrastrukturprojekten sowie mit dem Bau von Freizeitanlagen und Sportplätzen in Verbindung gebracht wird. Teilweise führen Garten- und Landschaftsbaubetriebe auch sonstige Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes sowie den Winterdienst im Straßenraum aus.

Was aus dieser Wikipedia-Definition deutlich wird, ist die abnehmende Verbindung der Berufsgruppen mit Forschung und Wissenschaft. Während sich Geografen gleich mit drei wissenschaftlichen Disziplinen verbunden fühlen, baut die Landschaftsarchitektur lediglich auf naturwissenschaftlich-technischer Grundlage auf und der Garten- und Landschaftsbau hat gar nichts mehr mit Wissenschaft gemein.

Die Geografen bezeichnen sich selber, so wie früher auch die Landespfleger, als Generaldilettanten, also Akademiker, die von vielen Dingen nur wenig wissen, diese aber gut zusammenführen können. Schon immer gab es zwischen der Landschaftsplanung und der Geografie sich deutlich überschneidende Berufsfelder. Neu ist, dass die Geografie nun auch das Stadtgrün für sich erkannt hat und laufend neue Forschungsergebnisse liefert, die in Wahrheit ganz alte sind. Öffentlichkeitswirksam werden Frischluftschneisen, Dach- und Fassadenbegrünungen und Stadtbäume als Lösungen der durch den Klimawandel geschundenen Städte gepriesen. Erkenntnisse, die scheinbar in der Disziplin der Geografie völlig neu sind.

Nun ist es auch für unseren Berufsstand gut, wenn es Forschung in diesem Feld gibt, die zur öffentlichen Wahrnehmung beiträgt. Es besteht aber die Gefahr, dass der gestalterische Ansatz der Landschaftsarchitektur in den Hintergrund gerät, sodass wir am Ende nur noch für die Erstellung von hübschen Plänen gebraucht werden und andere die technischen Vorgaben machen. Dabei ist gerade die Verbindung von Gestaltung und technischer Lösung das, was unsere Arbeit so wertvoll macht.

Junge Menschen, denen der Inhalt Ihrer Arbeit etwas bedeutet, werden so auch auf andere Disziplinen wie Geografie, Umweltingenieurwesen und Landschaftsökologie aufmerksam und gehen uns verloren. Sicher auch ein Grund, warum die Studienanfängerzahlen in unserem Bereich zurückgehen.

Ihr Martin Thieme-Hack

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 07/2022 .

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