Vierzehntägige Studienreisen nach Lissabon im Frühjahr

GaLaBau-Azubis erlernen portugiesische Mosaikpflaster-Kunst

"Calçada portuguesa ist eine charakteristische Wegpflasterung, deren Steinlegetechnik noch aus der Römerzeit stammt. In der Atlantikmetropole Lissabon sind die markanten Pflasterungen allgegenwärtig. Foto: Thomas Fichter, Knittel Gartengestalter

"Vamos - GaLaBau in Portugal": Unter diesem Motto werden im Januar und Februar 36 bayerische GaLaBau-Azubis und Ausbilder die weltberühmte Kunst des portugiesischen Mosaikpflasterns erlernen. Dafür reisen die Bayern eigens in die portugiesische Hauptstadt Lissabon, wo sie je vierzehn Tage lang die Pflastererschule Escola de Calceteiros besuchen werden.

Erasmus+ macht's möglich

Hintergrund der Bildungsreise ist der ungeheure Popularitätsschub, der extravagant gestalteten Pflasterflächen im Freistaat zuteil wird. Das bot dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern und der Firma Knittel Gartengestalter den passenden Anlass, die Fortbildung an der Atlantikküste in die Wege zu leiten. Die Weiterbildungsmaßnahmen in der portugiesischen Hauptstadt werden auch durch das EU-Programm Erasmus+ unterstützt. Das Programm dient der Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa.

Thomas Fichter (l.), Ausbilder bei der Firma Knittel Gartengestalter, Geschäftsführerin Julia Knittel (m.) und Patrick Schmidt (r.), Referent für Nachwuchswerbung beim VGL Bayern, bereiten derzeit die Studienreisen nach Portugal vor. Foto: Jochen Henning, VGL Bayern

Thomas Fichter, Ausbilder bei der Firma Knittel Gartengestalter, durfte bereits selbst die Vorzüge von Erasmus+ kennenlernen. 2015 nahm er an einer Exkursion nach Irland teil, wo er Parkmauern reparierte und pflegte. Die Pflastersteinschule Escola de Calceteiros in Lissabon kennt der 31-jährige Landschaftsgärtner-Meister aus eigener Erfahrung: Vor zwei Jahren machte Fichter, der auch Portugiesisch spricht, eine Fortbildung im Ornamentpflastern. Jetzt bereitet er mit Patrick Schmidt, Referent für Nachwuchswerbung beim VGL Bayern, die neue Studienreise vor und wird auch die Betreuung der 36 Teilnehmer vor Ort übernehmen. Unterrichtet werden die bayerischen Gäste durch den portugiesischen Pflasterstein-Künstler Jorge Duarte, der in speziell zugeschnittenen Workshops in die Fertigkeiten der traditionellen Pflastertechnik einweisen wird.

Charakteristisch: Weißer Kalkstein und schwarzer Basalt

"Calçada portuguesa (zu Deutsch: portugiesischer Gehweg) ist eine charakteristische Wegpflasterung. Meist besteht sie aus weißem Kalkstein und schwarzem Basalt. Die Steinlegetechnik, ein Erbe der Römer, wurde in Lissabon um 1500 erstmalig angewendet", erklärt Fichter und ergänzt: "König Manuel der Glückliche ließ rund um den Königspalast und den Torre de Belém erstes Kopfsteinpflaster legen. Die kunstvollen Mosaikpflaster kamen später nach dem großen Erdbeben 1755 dazu."

Insgesamt stehen für die Azubis drei Studienreisen mit jeweils einem vierzehntägigen Aufenthalt sowie für die Ausbilder vier Studienreisen mit jeweils einem sechstägigen Aufenthalt auf dem Programm. "Wichtig bei der Konzeption dieser Weiterbildungsmaßnahmen war uns die passgenaue Ausrichtung der Inhalte auf die Vorkenntnisse der Teilnehmer und eine möglichst individuelle Betreuung an der Schule in Lissabon. Alle Beteiligte müssen jedoch zumindest Basiskenntnisse in der Bearbeitung von Natursteinpflaster mitbringen", betont Patrick Schmidt.

Erst Übungsboxen, dann Restaurationsarbeiten

Die praktischen Pflasterarbeiten beginnen zunächst in Übungsboxen. Sollte das gut gelingen, dürfen die Azubis in Vierergruppen ihre Fertigkeiten weiter verfeinern. Auf den Wegen des Schulgeländes gibt es genügend Platz, um eigene Kunstwerke zu erschaffen. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei der Restaurierung von älteren Pflasterflächen mitzuhelfen. Auf dem Campus befindet sich auch eine Gärtnerei mit eigener Baumschule, wo sich die Teilnehmer zusätzliche gärtnerische Kenntnisse aneignen. Aber auch Selbstsicherheit, Anpassungsfähigkeit und Toleranz werden den jungen Landschaftsgärtnern in den Workshops vermittelt. Durch das internationale Flair an der Escola de Calceteiros kommen, ganz im Sinne von Erasmus+, auch der interkulturelle Austausch und die europäische Idee nicht zu kurz. Abgerundet wird das Programm durch interessante Exkursionen in das Stadtgebiet und in die Umgebung von Lissabon.

hb/VGL Bayern

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2020 .

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