GaLaBau-Wissen

Rasen – Teil 3

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202. Folge: Unsere Serie für den Nachwuchs erläutert das wichtigste GaLaBau-Grundlagenwissen vom Abstecken bis zum Zaunbau: Diesmal geht es um das Thema Rasen.
Rasenpflege Ausbildung und Beruf
Grafik: Uwe Bienert

Butter bei die Fische: Nachdem jetzt jedem klar sein sollte, wie Gras wächst und welche Arten es gibt, soll sich der folgende Artikel mit den beiden hauptsächlichen Arbeitstechniken, eine Rasenfläche herzustellen beschäftigen. Beide Arbeitstechniken, sowohl die Aussaat als auch der Rollrasen, sind eigentlich bekannt, aber die Wiederholung ist die Mutter des Erfolgs.

Bevor es richtig losgeht, sollten wir uns um den Boden kümmern.

Die Bodenvorbereitung

Noch bevor aber das erste Samenkorn ausgesät werden kann, muss der Boden, der in der Regel auf den Baustellen des GalaBaus durch Baumaschinen verdichtet oder generell neu eingebracht vorliegt, gründlich vorbereitet werden.

Der Boden ist der Garant für eine stabile, pflegeleichte und langlebige Rasenfläche. Welchen Boden bevorzugen eigentlich Rasengräser? Sie lieben lockere, gut durchlüftete Böden. Diese ermöglichen es ihnen, schnell und leicht ein dichtes Wurzelwerk zu bilden. Sandige Lehmböden sind optimal, denn hier passt die Durchlässigkeit des Sandes mit der Wasser- und Nährstoffspeicherung des Lehms perfekt zusammen.

Um den Boden für die Rasenansaat optimal vorzubereiten, sind drei Schritte zu befolgen:

Schritt 1: Boden lockern und planieren

Im ersten Schritt muss der Boden gründlich gelockert und planiert werden. Vorhandener, alter Rasenbewuchs ist zu entfernen oder einzuarbeiten. Der Boden sollte mindestens 15 cm tief gelockert werden, vor allem, wenn er zuvor durch Bautätigkeiten stark verdichtet wurde. Ziel der Lockerung ist es, einen krümeligen Oberboden entstehen zu lassen, der für eine erfolgreiche Rasenansaat erforderlich ist. Diese Arbeit wird mit einer Motorfräse oder Egge durchgeführt. Danach wird der Boden mit einer Harke planiert, um eine ebene Fläche zu erhalten. Unkräuter, Wurzeln und Steine sind zu entfernen.

Schritt 2: Boden absetzen und rückverdichten lassen

Gerade nach einer tiefgründigen Bodenauflockerung muss sich der Boden erst wieder absetzen, bevor das Saatgut ausgebracht werden kann. Dazu wird der Boden gewalzt (bitte ohne Vibration!). Voraussetzung ist aber, dass der Boden trocken ist. Das Verdichten ist wichtig, damit wird die Trittfestigkeit des Bodens gewährleistet.

Schritt 3: Saatbeet vorbereiten

Mit einem Rechen werden aus den obersten 2 bis 3 cm des verdichteten Bodens erneut Unkräuter, Wurzelwerk, Steine oder grobe Bodenklumpen entfernt. Letzte Unebenheiten sollten dabei mit ausgeglichen werden. Es muss darauf geachtet werden, dass der Boden unterhalb der Anschlusskanten der Wege, Terrassen usw. liegt. So befindet sich die spätere Rasennarbe auf derselben Höhe mit der Mähkante.

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Grafik: Uwe Bienert

Die Aussaat

Die beste Jahreszeit für die Anlage eines Rasens ist der Herbst. Der Boden hat die Wärme des Sommers gespeichert und die Niederschläge im Herbst erleichtern das Feuchthalten des Keimbetts. Die Angst, dass eventuell auftretende Frühfröste dem Saatgut schaden, ist unbegründet. Leider werden die meisten Aussaaten jedoch im Frühjahr vorgenommen. Dann aber häufig auch noch zu früh, denn Rasensaatgut keimt erst ab einer Bodentemperatur von mindestens 10 °C optimal. Diese Temperatur im Boden wird meist erst Anfang bis Mitte Mai erreicht. Oft gibt es in diesem Zeitraum auch schon ausgeprägte Hitze- und Trockenperioden. Sie erschweren das ständige und vor allem ausreichende Feuchthalten des Keimbetts.

Die gleichmäßige Verteilung des Saatguts erfolgt am besten mit einem Streuwagen. Er garantiert die richtige Saatmenge und verhindert Über- oder Unterdosierungen. Bei zu viel Saatgut behindern sich die Gräser gegenseitig in der Entwicklung und es kommt sehr häufig zu Pilzkrankheiten, die die Gräser zerstören. Im Allgemeinen ist eine Saatgutmenge von 20 bis 25 g/m² für die Entwicklung eines dichten Rasens absolut ausreichend.

Nach dem Ausbringen von Saatgut und Dünger wird die gesamte Fläche mit einem Rechen abgezogen oder einer Igelwalze befahren. Hierdurch wird das Saatgut bis etwa 1 cm tief im Boden eingeigelt und hat besten Bodenkontakt. Die raue Bodenoberfläche sorgt außerdem dafür, dass Regen und Beregnungswasser schneller versickern und den Boden nicht fortschwemmen. Das anschließende Walzen der Fläche sorgt für einen Bodenschluss des Saatguts. Vorsicht, bei zu häufigem Befahren der Fläche mit der Walze kommt es zu Oberflächenverdichtungen, die zu Abschwemmungen führen können.

Die Keimung der verschiedenen Rasengräser in einer Mischung verläuft unterschiedlich lang. Während Deutsches Weidelgras innerhalb von einer Woche keimt, benötigt Rotschwingel fast zwei Wochen und Wiesenrispe gut drei Wochen. In dieser Zeit können die Keimlinge ihren hohen Wasserbedarf noch nicht durch ein perfektes Wurzelsystem decken, dieses muss sich erst noch ausbilden. Daher ist in diesen ersten drei bis vier Wochen nach der Aussaat eine geregelte Wasserversorgung entscheidend für den Erfolg. Die obere Bodenschicht muss stets genügend Feuchtigkeit enthalten, damit die empfindlichen feinen Rasenkeimlinge nicht austrocknen.

Daher muss bei trockener Witterung vier- bis fünfmal täglich für etwa zehn Minuten beregnet werden. Bereits nach vier bis sieben Tagen sieht man das erste Ergebnis in Form von zarten, grünen Hälmchen. Trotzdem muss jetzt die Bewässerung kontinuierlich weitergeführt werden.

Wir haben ein Problem!

Natürlich treten beim Rasenbau immer wieder Probleme auf. So auch hier bei der Rasenansaat (siehe Tabelle).

Nicht erschrecken: Es kommt der erste Schnitt

Wenn das Gras 6 bis 10 cm hoch gewachsen ist, erfolgt der erste Schnitt. Aber bitte nicht tiefer als 4 cm. Das Schnittgut wird aufgesammelt. Es ist stets darauf zu achten, dass die Messer des Mähers scharf sind und die Gräser sauber geschnitten werden. Stumpfe Messer reißen eventuell die noch nicht fest verwurzelten Gräser aus dem Boden und hinterlassen ausgefranste Wundränder an den Blättern. Dies sieht zum einen unschön aus, zum anderen können in diese Wunden leicht Krankheitserreger eindringen.

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Wenn Aussaat zu lange dauert

Da hilft nur Rollrasen! Schnell verlegt und nach zwei bis drei Wochen nutzbar. Bis ein Saatrasen dieselbe Qualität erreicht hat, vergehen mindestens fünf bis sechs Monate. Aber nicht nur seine schnelle Nutzbarkeit ist ein Vorteil dieser Art der Rasenerstellung. Qualitätsrollrasen ist unkrautfrei, kann auch im Winter (solange die Temperaturen über 0 °C liegen und der Boden frostfrei ist) verlegt werden und auf Böschungen und anderen Flächen, die erosionsgefährdet sind, können durch die schnelle Begrünung Erosionsschäden vermieden werden.

Vor dem Verlegen der Rasenrollen steht eine gründliche Bodenvorbereitung an. Sind die Rollen auf der Fläche verlegt, müssen sie für ein gutes Anwachsen angewalzt und regelmäßig gewässert werden. Bis zum ersten Schnitt dauert es etwa zehn Tage.

Schritt 1: Boden vorbereiten

Der Boden für die Rollrasenverlegung muss ähnlich vorbereitet werden wie bei einer Rasenansaat. Der Boden muss tiefgründig gelockert werden. Das geschieht durch Umgraben, Fräsen oder mittels einer Kreiselegge. Durch Harken wird der gelockerte Boden als Nächstes eingeebnet. Krümel, die dabei nicht durch die Zinken des Rasenrechens passen, sollten entfernt werden. Gleiches gilt für Unkräuter, die durch die Bodenbewegung zum Vorschein gekommen sind. Danach wird wie bei der Ansaat vorgewalzt. Der trittfeste Boden wird nun nochmals feinkrümelig geharkt, wodurch auch die letzten Unebenheiten ausgeglichen werden. Zum Abschluss der Bodenvorbereitung ist es empfehlenswert, einen ausgewogenen Rasendünger in die obere Bodenschicht einzuarbeiten, um die Wurzelbildung zu fördern.

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Grafik: Uwe Bienert

Schritt 2: Rollrasen verlegen

Die einzelnen Rollen werden dicht an dicht und wie bei einer Ziegelmauer im Verbundsystem verlegt. Dabei sollten weder Fugen sichtbar sein, noch Überlappungen entstehen. Damit die frisch verlegten Rollen nicht durch das Betreten Schaden nehmen, können breite Holzbretter ausgelegt werden, die das Gewicht auf eine größere Auflagefläche verteilen. Wenn alle Rollen verlegt sind, wird der Rasenrand zu anderen Gartenflächen wie Beeten und Wegen mit einem Kantenstecher abgegrenzt.

Schritt 3: Rollrasen anwalzen

Um nach dem Verlegen einen guten Wurzelkontakt mit dem Boden herzustellen, empfiehlt sich das schonende Anwalzen der Rasenrollen.

Schritt 4: Rollrasen wässern und erster Schnitt

Nach dem Verlegen und Anwalzen muss der neue Rollrasen etwa alle zwei Tage bis zum vollständigen Anwachsen durchdringend bewässert werden. Der erste Schnitt kann nach etwa zehn Tagen erfolgen.

Uwe Bienert

Quellen:
  • Farbatlas Peter Rüther: Frühblüher – Heimische Arten im Überblick. Hohenwarsleben (Westarp Wissenschaften)
  • Åge Nicolaisen: Blumenzwiebeln – Frühlingsblumen. 2. Auflage. BLV, München 1966
  • Einheimische Laubgehölze (Hecker, Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim)
  • Grundkurs Gehölzbestimmung (Lüder, Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim)
  • Taschenlexikon der Gehölze (Schmidt/Hecker, Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim)
  • International standard ENA 2010-2015 (M.H.A. Hoffmann, ENA’s European Plant Names Working Group)

Nächsten Monat lesen Sie: "Rasen – Teil 4"

 Uwe Bienert
Autor

Landschaftsgärtner-Meister und Ausbilder

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