Vielseitige Gartenarchitektur am Zürichsee
Gestaltung von Privatgärten in der Schweiz
von: Jennifer Schlundt
Daher entstehen oft Hanggärten mit verschiedenen Funktionsbereichen, deren bauliche Umsetzung komplex ist. Neben zeitaufwändigen Bewilligungsverfahren spielt die Begleitung des Kunden bis zur Realisierung und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren eine große Rolle. Die Firma Berger Gartenbau AG legt zwar Wert auf eine gut durchdachte und kommunizierte Planung mit den Bauherren, da es sich aber um einen Ausführungsbetrieb handelt, liegt der Fokus auf dem Prozess während der Realisierung.
Bewilligungsverfahren und baurechtliche Anforderungen in der Planungsphase
Für jedes Neubauprojekt ist ein bewilligter Umgebungsplan erforderlich, bevor die Bauarbeiten beginnen können. Hierbei haben sowohl die direkten Nachbarn als auch die zuständige Gemeinde oder Stadt ein Mitspracherecht. Die Planungsphase für einen Garten kann daher manchmal zwei Jahre oder sogar länger dauern, bevor die Ausführung startet. Bei der Planung eines Bauvorhabens in der Schweiz müssen verschiedene gesetzliche Vorgaben und Normen berücksichtigt werden, diese beinhalten:
- Planungs- und Baugesetz des jeweiligen Kantons (PBG); regelt die grundlegenden Anforderungen für die Bauplanung auf kantonaler Ebene.
- Bau- und Zonenverordnung der jeweiligen Gemeinde oder Stadt (BZO) legt fest, welche Bauvorhaben in bestimmten Zonen zulässig sind.
- Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EG ZGB); bezieht sich auf die gesetzlichen Bestimmungen, die das Zivilrecht bei Bauvorhaben betreffen, wie etwa Eigentums- und Nachbarschaftsrechte.
- Pflanzen im Nachbarrecht; es gibt Vorschriften zur Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern im Grenzbereich zu Nachbargrundstücken, die von Bund und Kanton geregelt werden.
- Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA-Normen); regeln Technische Normen/Vertragsnormen/Verständigungsnormen
- Weitere Empfehlungen und Richtlinien.
- Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU)
- Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS)
In den Umgebungsplanrichtlinien der Stadt Zürich ist festgelegt, dass mit dem Baugesuch in der Regel ein Umgebungsplan im Maßstab 1:200 oder 1:100 einzureichen ist. Der Plan muss detaillierte Angaben über das Gelände und die Umgebung enthalten:
- Höhen des maßgebenden und des gestalteten Terrains;
- Gestaltung und Art der Begrünung, Art der Begrünung (z. B. Wiese, Gemüsebeet, Bodendecker),
- Der Versiegelungsgrad der Flächen sowie deren Nutzungsweise;
- Entwässerungsanlagen;
- Informationen über Entwässerungsanlagen, die die Umgebungsgestaltung beeinflussen;
- Anordnung und Umfang der Grünflächen, einschließlich der Art der Begrünung (Wiesen, Gemüsebeete oder Bodendecker);
- Baum- und Strauchstandorte, Angaben zu Baum- und Strauchstandorten sowohl auf dem Baugrundstück als auch im Grenzbereich zu Nachbargrundstücken, mit Details zur Art der Pflanzen und zum Kronendurchmesser der Bäume (bei Neupflanzung: klein-, mittel- oder großkronig);
- Ökologischer Ausgleich, Lage und Umfang der Fläche für den ökologischen Ausgleich;
- Dach- und Fassadenbegrünung, Angaben zu geplanten Begrünungen auf Dächern und Fassaden;
- Erschliessungsanlagen, Spiel und Ruheflächen, Feuerwehrzufahrt;
- Versiegelte und versickerungsfähige Flächen, Umfang der befestigten und versiegelten Flächen, die für die Regenwasserversickerung geeignet sind.
NL-Stellenmarkt


Kostenstruktur und Organisation anspruchsvoller Gartenbauprojekte
In meiner bisherigen Tätigkeit bei Berger Gartenbau Kilchberg habe ich zahlreiche Gärten, Umgebungen für Mehrfamilienhäuser, Terrassen und kleinere Umgestaltungen geplant und während der Umsetzung betreut. Diese Projekte hatten ein Auftragsvolumen von 80.000 bis 600.000 CHF. Bei diesen Arbeiten spielten sowohl die Projektgrösse als auch die Komplexität eine wesentliche Rolle bei der Kalkulation und Organisation der Ressourcen.
Im Durchschnitt entfallen etwa 10 Prozent des Gesamtbudgets auf Baustelleninstallationskosten. Wenn jedoch die Zugänglichkeit der Baustelle eingeschränkt ist, etwa aufgrund von engen Gegebenheiten oder schwer zugänglichen Arealen, können diese Kosten auf bis zu 30 Prozent ansteigen. Dies erfordert eine präzise und gut koordinierte Planung.
Ein wesentlicher Bestandteil der Projekte ist der Einsatz von hochwertigen Natursteinen, die für Beläge, Mauern und Treppen verwendet werden, vorzugsweise aus der Schweiz. Diese Materialien beanspruchen zwischen 20 und 30 Prozent des gesamten Budgets. Für eine hochwertige Pflanzenauswahl sind zusätzlich 15 bis 20 Prozent des Budgets vorgesehen, wobei Pflanzarbeiten separat kalkuliert werden.
Solche anspruchsvollen Projekte erfordern eine besonders gute interne Organisation und eine sorgfältige Koordination zwischen den verschiedenen beteiligten Gewerken. Bereits in der frühen Projektphase wird ein verantwortlicher Bauführer bestimmt, der sowohl die Umgebungsplanung kalkuliert als auch das gesamte Bauprojekt während der Ausführung betreut. Währenddessen bleibt der Planer für die Kundenbetreuung verantwortlich, um sicherzustellen, dass die Wünsche und Anforderungen der Kunden in jeder Phase des Projekts berücksichtigt werden. Die enge Zusammenarbeit und die klare Aufgabenverteilung sind entscheidend, um solche Projekte effizient und erfolgreich umzusetzen.
Spezielle Herausforderungen bei zwei miteinander verbundenen Neubauprojekten
Anhand zweier miteinander verbundener Neubauprojekte mit unterschiedlichen Bauherren zeige ich hier die Herausforderungen und komplexen Anforderungen auf, die während der Planungsphase in der Zusammenarbeit auftreten können. Die Beteiligung verschiedener Akteure wie Architekten, Bauherren, Bauherrenvertreter, externes Baumanagement und weitere Fachplaner erfordert von Beginn an eine enge und strukturierte Abstimmung, um die unterschiedlichen Interessen, Ansprüche und Ziele aller Parteien zu berücksichtigen.
Besonders herausfordernd war die Abstimmung der Planung zwischen den beiden Projekten, die aufgrund ihrer räumlichen Nähe und den sich daraus ergebenden Erfordernissen in Planung und Ausführung voneinander abhingen, jedoch von separaten Bauherren gesteuert wurden. Es mussten neben den planerischen und gestalterischen Aspekten hierbei auch wirtschaftliche und terminliche Faktoren aufeinander abgestimmt werden. In der Zusammenarbeit mit den einzelnen Fachbereichen trafen oft unterschiedliche Vorstellungen und Arbeitsmethoden aufeinander, die eine zusätzliche Herausforderung in der Koordination darstellten.
Beide Projekte konnten nur durch eine gute Organisation erfolgreich und im Einklang mit den Vorgaben realisiert werden. Ziel war es, durch eine klare und stete Kommunikation die aufwändigen Planungs- und Ausführungsprozesse so abzustimmen, dass eine effiziente Zusammenarbeit zwischen den Parteien erreicht werden konnte.
Bei diesen beiden Projekten war durch das Baumanagement von Anfang an ein straffer Zeitplan vorgegeben, der für die Kunden eine Herausforderung darstellte. Beide Bauherren mussten parallel den Planungsprozess für Haus und Garten durchlaufen, was zusätzlich erschwert wurde, da sie aufgrund beruflicher und privater Verpflichtungen schwer verfügbar waren.
Bei Projekten dieser Größenordnung übernimmt in der Regel der Hochbauarchitekt die gestalterische Führung des Gesamtprojekts, was auch hier der Fall war. Im Verlauf der Planungsphase erhielten wir als Gartenbauunternehmen jedoch zusätzlich den Auftrag, die Gestaltung, Planung und Ausführung der Poolhäuser zu übernehmen. Diese zusätzliche Planungsaufgabe war nicht im ursprünglichen Budget oder Zeitplan berücksichtigt und führte zu einem erhöhten Planungsaufwand. Obwohl dies zu einer Umstrukturierung im Projektablauf beitrug, blieb der Fertigstellungstermin für beide Projekte davon unberührt. Durch den erweiterten Planungsaufwand mussten allerdings weitere Fachunternehmen wie Statiker, Baumeister und Elektriker einbezogen werden, deren Fortschritt ebenfalls vom Planungsstatus der Poolhäuser (die später als Pergolen umgesetzt wurden) abhängig war.
Die interne und externe Abstimmung verlief jedoch aufgrund der Komplexität nicht immer optimal. Zusätzlich erforderte das Pauschalangebot fortlaufend Projektänderungen und Nachträge, die erst nach Freigabe umgesetzt werden konnten, was den Planungs- und Bauprozess ebenfalls verlangsamte.
Auch im hinteren Teil des Gartens 1 sind Terrassenbelag, Mauer sowie Blockstufen aus kroatischem Kalkstein "Kanfanar" gefertigt. Neben der Terrasse sowie der Pergola wurden bewusst immergrüne Schirmgehölze sowie eine immergrüne Hecke aus Portugiesischem Lorbeer gepflanzt, damit die Privatsphäre auch im Winter gewährleistet ist.

Fazit
Es ist nicht immer leicht den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Das Gesamtergebnis der beiden hier vorgestellten Projekte kann sich dennoch sehen lassen, die Bauherren sind mit dem Resultat sehr zufrieden. Die Begleitung des Kunden sowohl bis zur Unterzeichnung der Auftragsofferte als auch bis zur Fertigstellung des Gartens ist ein langer und teils aufwändiger Prozess. Planung und Kundenbetreuung müssen allerdings in unserer Firma sehr effizient erfolgen, da die eigentlichen Planungskosten meist nicht vollständig gedeckt werden.
Vor diesem Hintergrund würde ich beim nächsten Mal den Kunden, den Architekten und dem Baumanagement unsere Rolle als Garten- und Landschaftsbau-Firma noch stärker verdeutlichen. Unsere Planungsabteilung mit schlanker und effizienter Struktur kann nicht die teils aufwändige persönliche und planerische Betreuung eines Projektes wahrnehmen, wie das ein eigenständiges Landschaftsarchitekturbüro vermag, das durch ein vergleichsweise höheres Planungshonorar mehr zeitliche Ressourcen zur Verfügung hat.
Aufgaben mit anspruchsvoller Koordinierung und erschwerter Kommunikation wie hier lassen sich nur lösen, wenn man als Planerin und Koordinatorin hartnäckig "am Ball bleibt" und generell bereit ist, an seinen Herausforderungen zu wachsen, anpassungsfähig zu bleiben und alternative Lösungen zu finden. Nur dann lassen sich solche aufwändigen Projekte souverän und zufriedenstellend steuern. Auch wenn hier so manch komplexe Probleme gelöst werden mussten, mit denen ich am Anfang nicht gerechnet hatte, kann ich doch am Ende dieses Planungs- und Bauprozesses mit Zufriedenheit auf die geleistete Arbeit zurückblicken.









