Gewinnverwendung
In Familien-unternehmen "Business first"

Über Geld spricht man nicht? In diesem Fall doch: Mehr als 180 deutsche Familienunternehmen geben Einblick in ihre Ausschüttungspolitik und die Verwendung ihrer Gewinne. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Firma vor Familie: Familienunternehmen gehen verantwortungsvoll mit ihren Vermögen um. "Business first" lautet die Devise. Entsprechend bestätigt die Mehrheit mit 75 Prozent, dass die Ausschüttungsquote sich an den Erfordernissen des Unternehmens orientiert.
Rentabilität und Stabilität an erster Stelle: Den Inhabern ist Sicherheit wichtiger als Wachstum. Das spiegelt sich in hohen Eigenkapitalquoten und in konservativen Ausschüttungsquoten wider: Bei der Mehrheit der Personengesellschaften liegt die Ausschüttungsquote unter 30 Prozent, bei den meisten Kapitalgesellschaften unter 25 Prozent. Damit stärken Familienunternehmen ihr Eigenkapital und machen sich unabhängig von Geldgebern.
Einvernehmen statt Streit: Konflikte im Gesellschafterkreis sind die Ausnahme – trotz geringer Ausschüttungen. So geben 92 Prozent der Befragten an, dass bei ihnen Einvernehmen über die Höhe der Ausschüttung besteht. Grund dafür könnte sein, dass die Hälfte der Familienunternehmen in den vergangenen Jahren Sonderausschüttungen getätigt hat.
Schwachstelle Regelwerke: Wenn es Konflikte um die Gewinnverwendung gibt, sind Familienunternehmen schlecht vorbereitet: 30 Prozent haben keine vereinbarte Regelung zur Gewinnverwendung, 27 Prozent verfügen nur über eine informelle, gelebte Regelung.
Offene Fragen zur Höhe der Ausschüttung: Ebenso haben viele Familienunternehmen weder eine Höchst- noch eine Mindestausschüttung festgelegt (76 % bzw. 71 %). Auch das birgt Konfliktpotenzial innerhalb des Gesellschafterkreises.
Risiko Zersplitterung: Die meisten Inhaber vererben ihre Anteile an alle Nachfahren gleich. Das ist unweigerlich mit einer Zersplitterung der Anteile verbunden, wenn der Gesellschafterkreis wächst. Dadurch geht die Bindung an das Unternehmen oftmals verloren. Um eine konstante Ausschüttung sicherzustellen, muss das Unternehmen schneller als die Familie wachsen, was einem Viertel der Befragten in den vergangenen drei Jahren nicht gelungen ist, oder der Gesellschafterkreis muss eingeschränkt werden. Aber 33 Prozent der Befragten haben keine Maßnahmen zum Gesellschafterwachstum geplant.
Klare Vorgaben für Gesellschafter fehlen: Angesichts der schwierigen Wirtschaftssituation müssen sich die Gesellschafter auch selbst finanziell absichern. Gerade in diesem Punkt herrscht dringender Handlungsbedarf: 71 Prozent der Unternehmen machen ihren Gesellschaftern keine Vorgaben zur Erzielung eigener Abkommen und zur Altersabsicherung.
PwC
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