Ambivalente Bewertung nicht-heimischer Gehölze

GrüneLunge-Projekt-Forscher fordern mehr Bäume für die Städte

KIT-Empfehlungen: Mehr Bäume ... Foto: DGS

... Baumarten mit hoher Trockenheitstoleranz ... Foto: LWG Veitshöchheim

... aber auch den Erhalt alter, heimischer Bäume. Foto: BGL

Die Forscher des vom Bund mit 1,4 Millionen Euro geförderten interdisziplinären GrüneLunge-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben dazu aufgerufen, mehr Bäume in den Städten zu pflanzen und ihnen Platz zum Wachsen zu geben.

In einer vom Projektleiter und Forstwissenschaftler Dr. Somidh Saha mitgezeichneten Erklärung empfehlen sie der Politik, mehr für die Überwachung der Bodenfeuchte, der Vielfalt, den Erhalt alter Bäume und die Pflanzung von Baumarten mit hoher Trockenheitstoleranz zu tun. Das gelte auch für die Umweltgerechtigkeit, den Bürgerdialog und die Forschung.

"Wir empfehlen, dass in Städten ein permanentes Netz zur Überwachung der Bodenfeuchte von Stadtbäumen aufgebaut werden sollte", heißt es in dem Papier. Es könne helfen, den Wasserverbrauch bei der Bewässerung von Stadtbäumen zu optimieren und ein künftiges digitalisiertes, KI-basiertes, klimaintelligentes Bewässerungssystem zu entwickeln.

Außerdem sollten die Städte die Vielfalt der Bäume in Straßen und Parks erhöhen, um den Zielkonflikt zwischen Klimaregulierung und Erhaltung zu reduzieren. "Darüber hinaus trägt eine große Vielfalt an Bäumen in städtischen Gebieten zum Risikomanagement und zur Risikominderung bei", so die Autoren der Erklärung aus dem KIT. Alte und große Bäume müssten so weit wie möglich erhalten werden, denn man habe festgestellt, dass sie mehr zur Klimaregulierung beitrügen und die Artenvielfalt erhöhten.

Bei der Frage nach der Pflanzung heimischer Bäume oder nicht-heimischer Klimabäume nehmen die Forscher einen ambivalenten Standpunkt ein: "Das Ergebnis zeigte, dass heimische Eichen (Quercus robur) für eine größere Artenvielfalt sorgten als nicht-heimische Eichen (Quercus rubra); allerdings waren die nicht-heimischen Eichen viel gesünder als die heimischen Eichen." Man habe neun Fledermausarten in Karlsruhe quantifiziert und festgestellt, dass in der Nähe heimischer Eichen mehr Fledermäuse aktiv seien als in der Nähe nichtheimischer Eichen. Deshalb sollten in städtischen Wärmeinseln verschiedene Baumarten mit hoher Trockenheitstoleranz gepflanzt werden, in Parks die weniger anfällig für Hitzewellen sind und bessere Bodenbedingungen haben, sollte dagegen der Anteil heimischer Arten erhöht werden.

Die Forscher empfehlen zudem, die Gesamtbegrünung der Städte zu erhöhen und mehr Bäume in der Nähe von anfälligen Infrastrukturen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kindergärten, Schulen und Kindertagesstätten zu pflanzen. Man sei inzwischen dabei, dies in Form eines spezifischen Hitzewarnsystems für die Stadt Karlsruhe umzusetzen.

Die Wissenschaftler raten zugleich, einen gesellschaftlichen Dialog zwischen den Stadtverwaltungen, den Interessengruppen und den Bürgern zu führen. Dabei sollte es um die Abwägung von Erholungsbedarf, Sicherheit, Sanierungsmaßnahmen für kranke Bäume und Klimaanpassungs-Maßnahmen gehen. Denn "Maßnahmen zur Umwandlung von städtischen Parks, periurbanen und städtischen Wäldern in widerstandsfähigere und vielfältigere städtische Wälder würden auch Zeit und Schutz vor Störungen durch den Menschen (z.B. Grillen in Stadtparks und Wäldern), Müllablagerungen und das Zertrampeln von Wäldern erfordern".

"Daher fordern wir die Regierung und andere Stellen auf, die Forschungsmittel zu erhöhen und sich langfristig zu Grundlagen- und angewandter Forschung über städtische Forstwirtschaft, städtischen Gartenbau, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Stadtökologie zu verpflichten", schreiben die Wissenschaftler um Projektleiter Somidh Saha. cm/KIT

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe ProBaum 03/2022 .

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