Hamburg: Stadtgarten auf dem Dach eines St.-Pauli-Bunkers

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Auf dem Dach des Feldstraßen-Bunkers soll ein öffentlich zugänglicher Stadtgarten mit Gemeinschaftsgärten entstehen. Grafik: Hilldegarden.org

Auf dem Dach des Feldstraßen-Bunkers auf dem Heiligengeistfeld im Hamburger Stadtteil St. Pauli soll ein Stadtgarten mit Amphi-Theater, Musikclubs, Gemeinschaftsgärten und Spielgeräten entstehen. Das Konzept stammt von dem Eigentümer des Bunkers, Thomas J.C. Matzen, Professor an der TU-Harburg, der in Zusammenarbeit mit Architekten und den Bewohnern des Stadtteils einen Plan ausarbeitete.

Das Konzept sieht eine etwa 20 m hohe pyramidenartige Konstruktion auf dem Bunker-Dach vor, die über eine 6 m breite, etwa 300 m lange begrünte Rampe zu erreichen ist. In fast 60 m Höhe soll dann ein terrassenförmig angelegter Park mit spektakulärer Aussicht über die Stadt entstehen. Auf verschiedenen Eben sind außerdem Grünflächen mit Buden und Cafés vorgesehen, sowie Bereiche für Urban Gardening und Urban Farming. Hier besteht für Anwohner die Möglichkeit Obst und Gemüse anzubauen.

Auch für das Innenleben des Gebäudes sind zahlreiche Neuerungen in Planung. Unter anderem ein vielfältig nutzbarer Kultursaal, Gästehäuser mit Unterkünften für Künstler, sowie Proberäume und Ateliers. Insgesamt sind über 8000 m2) Partizipationsflächen geplant, davon sind rund 5800 m2) begrünte Park- und Gartenflächen.

Erste Entwürfe wurden den verantwortlichen Behörden bereits vorgestellt und das Vorhaben hat laut Andy Grote, Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte, durchaus gute Realisierungschancen. Gegenüber dem NDR sprach er von einem "faszinierendem Projekt". Auch laut Architekt Tim Schierwater gibt es "keine Hindernisse, die der Genehmigungsfähigkeit im Wege stehen".

Die Anwohner zeigen sich grundsätzlich begeistert, dennoch wurde auch Kritik an den Begrünungsplänen laut. Die Öffentlichkeit und die Anwohner seien nicht genug in die Planung einbezogen worden. Das "Planungsbüro Bunker" das für die Planung des neuen Stadtgarten zuständig ist, reagierte auf die Vorwürfe und seit Ende Juni kann man sich nun auf der Website des Projekts (Hilldegarden.org) ausführlich über das Konzept informieren und darüber abstimmen.

Das Projekt läuft derzeit unter dem Namen "Hilldegarden" und soll, wenn das Konzept genehmigt wird, im Frühjahr 2017 fertiggestellt werden. Finanziert werden soll die Idee laut der Internetseite des Projekts durch den Erbpächter und über die Vermietung der Innenräume im Aufsatz auf dem Dach des Bunkers.

Patrick Thieme-Hack

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2015 .

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