Im Seepark entstehen bis zum kommenden Jahr 15 Themengärten

Hausgärten auf der Landesgartenschau Zülpich nehmen Formen an

Im klassisch-mediterranen „Garten der Zukunft“ werden Hainbuchen gepflanzt. Foto: Hermanns Landschaftsarchitektur/Umweltplanung

Im „Italienischen Villengarten“ können die Besucher die Geschichte der nordrhein-westfälischen Stadt erleben. Foto: Mauer Garten- und Landschaftsbau

Vom "Italienischen Villengarten" bis zum künstlerisch gestalteten "Garten in Blau": An insgesamt 15 verschiedenen Themengärten wird derzeit im Zülpicher Seepark in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Auf der Landesgartenschau im kommenden Jahr sollen den Besuchern 150 bis 250 Quadratmeter große Hausgärten aus hochwertigen Materialien und professionell verarbeiteten Elementen präsentiert werden.

14 der Themengärten entstehen in Kooperation mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Nordrhein-Westfalen und deren angeschlossenen Fachbetrieben. Auch der VGL selbst wird entlang der Flaniermeile auf der oberen Seepromenade einen Hausgarten gestalten. Dort werden Vorträge zu verschiedenen Gartenthemen stattfinden und Besucher können Fragen rund um den eigenen Garten stellen.

Prämierter Garten thematisiert Klimawandel

Der "Garten der Zukunft" wird von dem Unternehmen Frank Weindorf Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau aus Hürtgenwald in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Andreas Hermanns aus Niederkrüchten im Kreis Viersen umgesetzt. Hermanns gewann 2012 den Wettbewerb für junge Landschaftsarchitekten, den die Landesgartenschau Zülpich 2014 GmbH in Partnerschaft mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten ausgelobt hatte.

Der Leitgedanke des Gartens "Pflanzt so viele Bäume wie möglich" greift die Herausforderungen des Klimawandels auf. Bei der Gestaltung des klassisch-mediterranen Gartenbildes werden ausschließlich Hainbuchen verwendet. Sie werden kastenförmig geschnitten und als Heckenelemente eingefasst. Im Inneren des Gartens lockern buschig wachsende Hainbuchen das Bild auf. Durch den Wechsel von Enge und Weite zwischen den Baumkulturen wird eine besondere Spannung erzeugt. Dicke Quader aus Eichenholz dienen den Besuchern als Sitzelemente. Die Flächen zwischen den Baumkuben und den mit Möbeln bestückten Platzflächen laden zum Erkunden und Durchstreifen ein.

Von Zülpicher Geschichte inspiriert

Mauer Garten- und Landschaftsbau aus Neuss ließ sich bei der Gestaltung ihres "Italienischen Villengartens" von der historischen Vergangenheit Zülpichs inspirieren und schlägt mit seinem Garten einen weiten Bogen von der Römerzeit über die italienischen Villengärten der Renaissance und des Barock bis in die Neuzeit. Eine Wasserachse, die aus einem Wandbrunnen gespeist wird, durchzieht die Mitte des Gartens. Für den hinteren Bereich des Hausgartens ist hinter einer Bruchsteinmauer ein großer Fliesenspiegel mit Bordüre aus Terrakotta und Majolika-Einlegern vorgesehen. Im unteren Gartenbereich gewährt ein Pergola-Gang die Sicht zum See und eine Sitzmauer lädt zum Verweilen ein. Bepflanzt wird der Garten mit Zypressen, einem Seidenbaum, Raketenwacholder, Buchskugeln und Charakterstauden und -gehölzen wie Agave und Yucca. Die Planung erfolgte durch das Ingenieurbüro für Garten- und Landschaftsbau "Grün-Bau-Technik" aus Neuss.

Wie ein glänzender See mit Flanierstegen präsentiert sich der "Garten in Blau" von Jansen und Arens Garten- und Landschaftsbau aus Köln. Der Garten bindet die direkte Nachbarschaft zum See thematisch in die Gestaltung ein. Blaue Blüten von mehr als 3000 Pflanzen symbolisieren das Wasser und spiegeln gleichzeitig den Himmel wider. Wege aus großformatigen Kalksteinplatten durchziehen den blühenden See wie Stege. Die Bepflanzungsebene liegt bis zu 50 Zentimeter unter dem Niveau der Stege. Ein rötlich gestalteter Uferbereich soll an die Erde der Voreifel erinnern. Eine Mauer aus 40 Cortenstahlplatten umgibt den Garten, weist aber immer wieder Sichtlücken auf. Als solitäres Bepflanzungselement ist der Blauglockenbaum ein weiterer Blickfang. Die Planung entstand in Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro "Architecture & Paysage" von Arno Schützendorf aus Frankreich.

msch/VGL Nordrhein-Westfalen

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 08/2013 .

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