Robert Kloos verabschiedet sich aus Bad Honnef

IHK-Mann Guido Glania wird BGL-Hauptgeschäftsführer

Neuer Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau wird Dr. Guido Glania (l.). Er folgt auf Dr. Robert Kloos (r.), der in den Ruhestand tritt. Foto: BGL

Nach fast sieben Jahren als Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) wird Dr. Robert Kloos im kommenden Jahres in den Ruhestand treten. Sein Nachfolger wird Dr. Guido Glania, der gegenwärtig noch Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe ist. Das BGL-Präsidium berief ihn auf Vorschlag von Präsident Lutze von Wurmb. Auf Glania kommen große Herausforderungen zu.

Kloos war im Oktober 2016 zum BGL gestoßen. Aus seiner Verantwortung als früherer Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie beamteter Staatssekretär kannte er den GaLaBau und brachte vielfältige Kenntnisse und Erfahrungen mit.

Glania kennt sich in Berlin und Brüssel gut aus

Wie Kloos kennt sich der 52-jährige Glania in Berlin und Brüssel gut aus. Der gebürtige Kölner und promovierte Volkswirt begann seine Karriere 1996 beim Gesamtverband der Textilindustrie in Eschborn. Von dort ging es 1999 weiter nach Berlin zum Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) als Referent für Handels- und Entwicklungspolitik. 2003 wechselte er in das Brüsseler BDI-Büro als Bereichsleiter Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik. 2008 schloss er am EU-Sitz noch eine Runde als Generalsekretär der Alliance for Rural Electrification an. Nach einer Zwischenstation ab in Bratislava als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Slowakischen Industrie- und Handelskammer landete er 2018 als Hauptgeschäftsführer der IHK in Karlsruhe.

BGL-Präsident Lutze von Wurmb lobt das starke unternehmerische Profil Glanias, sein diplomatisches Geschick und europaweites Netzwerk. Foto: BGL

Glania sei "eine Führungspersönlichkeit mit starkem unternehmerischem Profil, diplomatischem Geschick und europaweitem Netzwerk", sagte Lutze von Wurmb: "Gerade mit Blick auf die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen muss sich unser Unternehmerverband für die kommenden Jahre strategisch richtig aufstellen." Dafür brauche es Kontinuität, verlässliche Allianzen, wirksame Lobbyarbeit mit kurzem Draht zu politischen Entscheidern.

Der Wechsel im Amt des BGL-Hauptgeschäftsführers trifft auf eine Phase der Herausforderungen. Zum einen erwartet Bundesfinanzminister Christian Lindner für Deutschland "drei bis vier, vielleicht fünf Jahre der Knappheit". Bereits in einigen Wochen und Monaten könne eine "sehr besorgniserregende Situation" eintreten. Auch die Auftraggeber des Garten- und Landschaftsbaus, die öffentliche Hand, das Gewerbe und die privaten Gartenbesitzer, könnten von der neuen Lage betroffen sein.

Umsetzung des Weißbuchs ins Stocken geraten

Zum anderen ist die Umsetzung des Weißbuchs Stadtgrün ins Stocken geraten. Vom Bundesbauministerium gibt es zwar Bekenntnisse zu mehr Stadtgrün, doch kaum noch Initiativen. Auf dem 3. Bundeskongress "Grün in der Stadt" im April dieses Jahres in Berlin wurden lediglich einige grüne Forschungsprojekte verschiedener Bundesbehörden vorgestellt. Von der im Weißbuch angekündigte Erweiterung der im Baugesetzbuch (BauGB) verankerten verschiedenen Belange um den Aspekt einer ausreichenden Grünversorgung, war keine Rede mehr. Auch zur Mobilisierung der Fachkommission Städtebau der Bauministerkonferenz zur Einführung integrierter Planungsprozesse für das Stadtgrün ist es nicht gekommen.

Herausforderung: Vom Bundesbauministerium gibt es zwar Bekenntnisse zu mehr Stadtgrün, doch kaum noch Initiativen. Foto: Jörg Zägel, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Auf einem vom Bauministerium vor zwei Monaten organisierten Dialogforum zur "Umsetzung von Maßnahmen des Bundes aus dem Weißbuch Stadtgrün" schlug dem Veranstalter deshalb der geballte Ärger von grünen Verbänden, Vereinen und Akteuren entgegen. Ein nach der Veranstaltung vom Modarator Urbanizers Neumüllers Langenbrinck GbR erstelltes "Forderungspapier" an das Bauministerium benennt ihre Wünsche: Dazu gehören unter anderem die Aufnahme des Begriffs "grüne Infrastruktur" in das BauGB, die Erstellung von Freiflächengestaltungsplänen als verbindlichen Teil des BauGB, die grüne Infrastruktur als verbindlichen Teil der Erschließungspflicht und die Verankerung bisher entwickelter Freiraumorientierungswerte ver

Grüne Verbände fordern mehr Gesetzesinitiativen

Auch die Erstellung von Landschaftsplänen gehöre in das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), heißt es im "Forderungspapier" und der Fokus der Bundeskompensationsverordnung (BKompV) müsse stärker auf der Stadtentwicklung liegen. Die Verbände, Vereine und Akteure verlangt zudem, verbindliche Regelungen für Dachbegrünungen, die bundesweit gelten, sowie finanzielle Hilfestellungen und Förderprogramme des Bundes, die auch außerhalb der Städtebauförderung greifen und speziell auf das "Stadtgrün" ausgerichtet sind.

Herausforderungen zeichnen sich auch im Bundeslandwirtschaftsministerium ab. Dort wird für den kommenden Oktober ein "Zukunftskongress Gartenbau" für die Verbände des Produktions- und Dienstleistungs-Gartenbaus geplant. Auf der Tagesordnung soll unter anderem ein Vortrag des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) stehen, der den grünen Verbänden die Anforderungen des Naturschutzes erläutern soll. Im Garten- und Landschaftsbau weckt das ungute Erinnerungen an eine 2008 vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) erarbeitete "Empfehlung für Gärtner, Planer und Verwender". Sie enthielt eine Liste von 40 als invasiv eingestuften, nichtheimischen Pflanzenarten, die das hiesige Ökosystem, seine Lebensräume oder Arten gefährden würden.

Herausforderung: Das Bundeslandwirtschaftsministerium will den Gärtnern eine Lektion in Naturschutz erteilen. Foto: Dguendel, Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Landwirtschaftsministerium will Verbände belehren

Je nach Problemlage sollten sie damals verhindert, kontrolliert oder sogar beseitigt werden. Mit auf der Liste: viele harmlose Pflanzen, darunter der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), der Götterbaum (Ailanthus altissima) und die Amerikanische Roteiche (Quercus rubra). 14 Jahre später müssen sich die grünen Verbände erneut gegen das Ansinnen des Bundes zur Wehr setzen, für die freie Natur geschaffene Regeln im besiedelten Bereich anzuwenden. Im von Cem Özdemir geleiteten Bundeslandwirtschaftsministerium besteht man darauf, den Gärtnern eine Lektion zu erteilen. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 07/2022 .

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