Arbeitsmarkt fordert mehr Qualifikation

Immer mehr junge Menschen ohne Berufsausbildung

Trotz anhaltenden Fachkräftemangels nimmt der Anteil junger Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung in Deutschland weiter zu. Wie eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, ist der Anteil der 20- bis 34-Jährigen ohne Berufsabschluss zwischen 2013 und 2024 von 10 auf 13 Prozent gestiegen.

Besonders problematisch: Während mehr als drei Viertel aller offenen Stellen in Deutschland eine abgeschlossene Ausbildung verlangen, liegt die Arbeitslosenquote unter den Nichtformalqualifizierten bei über 20 Prozent.

Das IAB warnt davor, das Potenzial dieser wachsenden Gruppe ungenutzt zu lassen – nicht nur mit Blick auf den demografisch bedingten Rückgang der Erwerbsbevölkerung, sondern auch zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Das IAB vermutet dahinter eine Verschiebung der Bevölkerungsstruktur hin zu Gruppen mit vielen Nichtformalqualifizierten.

Während die Quote der Nichtformalqualifizierten unter Erwerbspersonen mit deutscher Staatsangehörigkeit zwischen 2013 und 2024 um 1,1 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent nur leicht anstieg, weíst die Personengruppe mit Staatsangehörigkeiten aus Asylherkunftsländern über den gesamten Zeitraum einen vergleichsweise hohen Anteil Nichtformalqualifizierter von etwa 45 Prozent auf. Auch bei Personen aus anderen EU-Ländern wuchs die Nichtqualifizierten-Quote kräftig um 6,8 Prozentpunkte von 15,6 auf 22,3 Prozent.

Die Analyse stützt sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit, die nach Alter, Staatsangehörigkeit und weiteren Merkmalen differenziert ausgewertet wurden. Die Zahlen verdeutlichen die wachsende Lücke zwischen den Anforderungen des Arbeitsmarktes und der beruflichen Qualifikation junger Menschen. IAB

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