Existenzielle Bedrohung für beliebte Stadtbaumart

Immer mehr Platanen fallen Pilzerkrankungen zum Opfer

Die Platanen-Bestände in Deutschlands Städten sehen sich aktuell drei lebensbedrohlichen Schaderregern ausgesetzt: Apiognomonia Veneta, Ceratocystis Platani sowie Splanchnomena Platani. Foto: GMH/Bettina Banse

Bundesweit lichten sich die Reihen eines beliebten deutschen Stadtbaums: Zahllose Platanen verlieren durch Pilzbefall ihre Belaubung und bieten bereits im Hochsommer einen trostlos-winterlichen Anblick. In den meisten Fällen steckt die Platanenblattbräune dahinter, berichtet Torsten Drübert vom Fachverband geprüfter Baumpfleger. Die verfrühten Welke werde dabei durch den Schadpilz Apiognomonia Veneta hervorgerufen, der besonders in kühl-feuchten Frühjahren leichtes Spiel hat.

Harmloser Pilz für gestresste Bäume tödlich

Symptomatisch sei zunächst das Auftreten brauner Stellen auf den frisch austreibenden Blättern, die dann verwelken und sich vom Ast lösen. Infolgedessen hängen die dünnen Triebe kahl am Baum und wecken winterliche Assoziationen. Drübert räumt zwar ein, dass die Platanenblattbräune für vitale Bäume keine existenzielle Bedrohung sei, da viele Platanen später im Jahr einfach erneut austreiben würden. Das gelte in Städten aufgrund der schwierigen Standortbedingungen jedoch immer weniger, wie der Baumpfleger erklärt: "Einen gestressten oder vorgeschädigten Baum kann selbst eine vergleichsweise harmlose Pilzerkrankung wie die Platanenblattbräune zum Absterben bringen."

Zu allem Überfluss ist Apiognomonia Veneta nicht der einzige Schaderreger, der den heimischen Platanen zusetzt: Die Pilze Ceratocystis Platani sowie Splanchnomena Platani bedrohen die markanten Gehölze ebenfalls. Während Ceratocystis den sogenannten Platanenkrebs verursacht, der durch kleine gelbe Blätter sowie violette Rindenverfärbungen sichtbar wird, führt Splanchnomena die Massaria-Krankheit herbei.

Ceratocystis: Infektionen durch Wurzelberührungen

Obwohl ein Ceratocystsis-Befall äußerlich nicht allzu dramatisch anmutet, offenbart sich bei genauerer Betrachtung ein lebensbedrohlicher Schaderreger, wie Drübert erklärt: "Ceratocystis verstopft einen Teil der Leitungsbahnen des Baums. Dieser versucht sich zu wehren, indem er die betroffenen Stellen abschnürt, und dreht sich auf diese Weise vollends den Saft ab." Besonders perfide: Der Pilz nutzt nicht nur Baumwunden als Eintrittspforte, sondern auch die Wurzeln von Nachbarbäumen. Wenn sich diese in der Erde berühren, kann eine Infektion erfolgen. Auf diese Weise ist das Absterben ganzer Alleen möglich.

Splanchnonema Platani, der dritte Schadpilz im Bunde, ruft die verstärkt grassierende Massaria-Krankheit hervor. Grundsätzlich ist diese Erkrankung eher harmlos, da lediglich dünne Zweige absterben - doch Trockenstress verändert auch hier die Spielregeln zulasten der Platane. Ist der Baum nicht ausreichend mit Wasser versorgt, befällt Splanchnomena auch größere Äste und macht sie bruchanfällig - ein Phänomen, das infolge der jüngsten Hitzesommer vermehrt zu beobachten ist.

hb

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Pro Baum 03/2020 .

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