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In Veitshöchheim dreht sich alles um die Klimaanpassung

Die Landespflegetage Veitshoechheim fanden in diesem Jahr virtuell statt. Foto: Thomas Leopoldseder, LWG

Die 53. Landespflegtage der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim fanden in diesem Jahr virtuell statt. Themenschwerpunkt war am ersten Tag die Klimaanpassungen in Planung und Baubetrieb. In Spitzenzeiten waren 450 Teilnehmer eingeloggt. Am zweiten Tag nahmen bis zu 510 Personen an der Online-Konferenz teil.

Neue Ergebnisse zur Hitzebelastung von Bäumen

Nikolai Kendzia fragte, wie sich die Bewässerung der öffentlichen Grünflächen, nach den zunehmend heißen und trockenen Jahren, in Städten und Gemeinden realisieren lässt. Er erklärte, dass aktuell meist Trinkwasser für die Bewässerung genutzt wird - weil es am leichtesten verfügbar ist. Da sich dies jedoch in Zukunft ändern wird, ist es an der Zeit, über Alternativen nachzudenken. So wird gereinigtes Wasser aus Kläranlagen bisher noch wenig für die Bewässerung genutzt.

Auch Möglichkeiten der Speicherung von Niederschlagswasser nach dem Schwammstadtprinzip oder die Entnahme von Wasser aus Flüssen und Seen sind noch ausbaubar.

Dr. Susanne Böll bei ihrem Vortrag über die Hitzeanpassung von Stadtbäumen. Foto: Babette Menz, LWG

Dr. Susanne Böll berichtete über neue Ergebnisse zur Hitzebelastung von Straßenbäumen: Bei den in Würzburg erstellten Temperaturprofilen, wurden im Jahr 2019 Blatttemperaturen von über 44 °C Rindentemperaturen von fast 50 °C und Substrattemperaturen von über 66 °C gemessen. Wenn die Rinde mehr als 40 °C heiß wird, können gerade bei Baumarten mit dünner Rinde Gewebeschichten geschädigt werden. Straßenbäume entwickeln zunehmend Sonnenbrandsymptome, die zu Stammrissen führen können. Dünnhäutige Arten benötigen daher nicht nur während der ersten Jahre einen Rindenschutz, sondern müssen in Zukunft wahrscheinlich ein Leben lang geschützt werden, prognostizierte die Biologin.

Zeitreise durch 25 Jahre Pflanzenmischungen

Am zweiten Konferenztag drehte sich alles um die Pflanzenverwendung in Stadt und Land. Theresa Engelmann hinterfragte die Anforderungen des Naturschutzes an die Pflanzenauswahl. Grünflächen müssen zahlreichen Kriterien genügen: Sie sollen wirtschaftlich in Anlage und Unterhalt sein, ökologisch, dauerhaft nutzbar und optisch ansprechend. Welcher Weg führt zu diesem Ziel? Engelmann plädierte für eine orts- und funktionsbezogene, standortgerechte und klimaangepasste Pflanzenverwendung. Diese setzt voraus, Pflanzen aus aller Welt in die Planung einzubeziehen und sich interdisziplinär auszutauschen.

Kornelia Marzini tauschte sich mit Dr. Elena Krimmer über Blühmischungen aus Veitshöchheim aus. Sie übergab mit diesem Gespräch ihr Lebenswerk an ihre Nachfolgerin. Die beiden traten eine Zeitreise durch 25 Jahre Wildpflanzenmischungen für Stadt und Land an: Den Anfang machten Wildackermischungen für Jäger, ökologisch orientierte Blühmischungen wie die Veitshöchheimer Bienenweise und mehrjährige Staudensaaten. Als aktuelles Beispiel zeigte Marzini optisch attraktive Mischungen für den Siedlungsbereich. Sie stellte einerseits Distelmischungen vor, die Hunde daran hindern, auf sensible Flächen zu gehen. Andererseits erklärte sie, wie man Besucherströme durch Pflückmischungen so leiten kann, dass vorgesehene Wege attraktiv genug für sie sind, um nicht von ihnen abzuweichen.

Angelika Eppel-Hotz und Andreas Adelsberger benannten die Gewinner des Klimawandels. Foto: Babette Menz, LWG

Überlebenskünstler unter Gehölzen und Stauden

Angelika Eppel-Hotz und Andreas Adelsberger konzentrierten sich in ihrem Austausch auf die Gewinner des Klimawandels: robuste und hitzeverträgliche Pflanzen für öffentliches und privates Grün. Während viele bisher gern verwendete Pflanzen wie Hortensien oder Rhododendren unter der wochenlangen Hitze und Trockenheit leiden, gaben die Referenten zahlreiche Beispiele für Überlebenskünstler unter den Gehölzen und Stauden. Pflanzen aus Südosteuropa, Mittelasien, Nordamerika oder auch aus Gebirgslagen des Mittelmeerraums, bringen die richtigen Eigenschaften mit. Sie lieben einerseits die Sonne, tolerieren jedoch andererseits auch Nässe und Frost, mit denen in Deutschland ebenfalls zu rechnen ist. Schutz vor Hitze und Sonneneinstrahlung bieten den Klimagewinnern zum Beispiel ihre Blattbehaarung oder Wachsschichten auf der Blattoberfläche.

Elisabeth Voigt

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 04/2021 .

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