Konjunktur

Jahresausblick der Baustoffindustrie ist vorsichtig optimistisch

Der schwerste Produktionseinbruch in der Baustoffindustrie seit Gründung der Bundesrepublik scheint weitestgehend überstanden zu sein. Die Konjunkturindikatoren lassen auch im Wohnungsbau eine Stabilisierung erkennen.
Bauwirtschaft
Für Dr. Matthias Frederichs bleiben die Unsicherheiten zur Zukunft des Gebäudeenergiegesetzes sowie zur nationalen Umsetzung der EPBD ein Bremsklotz für Investitionen. Foto: bbs

Mit dieser Einschätzung lässt der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) für das neue Jahr vorsichtigen Optimismus erkennen. Für eine nachhaltige Trendwende seien jedoch konsequent umgesetzte politische Reformen unerlässlich.

Der bbs begrüßt das jüngste baupolitische Engagement der Bundesregierung, insbesondere die befristete Wiedereinführung der EH55-Förderung und den Bau-Turbo, die Impulse für den Wohnungsbau setzen könnten. Kritisch sieht der Verband jedoch die fehlende Planungssicherheit bei der energetischen Sanierung. Unsicherheiten rund um das Gebäudeenergiegesetz und die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie EPBD bremsten Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz, warnt bbs-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Frederichs. Gefordert wird ein ausgewogenes Zusammenspiel von Effizienzsteigerung und klimaneutraler Wärmeerzeugung, mit gezielter Förderung energetisch besonders schlechter Gebäude.

Zentrale Bedeutung misst der bbs den Investitionen aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bei, die 2026 rasch umgesetzt werden müssten. Scharfe Kritik übt der Verband an Kürzungen im Kernhaushalt zulasten des Sondervermögens. Angesichts hoher zusätzlicher Schulden bei geringem Wachstum drohe ein Missverhältnis von Aufwand und Wirkung. Um Mittel schneller wirksam zu machen, fordert der bbs einen zügigen Beschluss des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes sowie deutlich beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Nur so lasse sich auch privates Kapital mobilisieren.

Industriepolitisch bewertet der bbs Entlastungen bei den Energiekosten, etwa bei Netzentgelten, als wichtige kurzfristige Hilfe. Dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit ließe sich jedoch nur mit einer verlässlichen Perspektive für bezahlbare grüne Energie mobilisieren. Nach dem Beschluss zum CO₂-Speicherungs- und -Transportgesetz müsse nun auch die Finanzierung der notwendigen Infrastruktur geklärt werden. Insgesamt lägen genügend Reformvorschläge vor, betont Frederichs. Jetzt sei deren konsequente Umsetzung entscheidend, um 2026 den Weg zu einer wirtschaftlichen Trendwende zu ebnen.

ph/bbs

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