Jahresmitgliederversammlung in Karlsruhe

GaLaBau in Baden-Württemberg steigert Umsatz auf 2,15 Milliarden

Der Umsatz des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Baden-Württemberg ist im Jahr 2025 um 4,5 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro gestiegen. Trotz der extremen Kaufzurückhaltung der Konsumenten behauptete sich die Branche in einem gesamtwirtschaftlichen Umfeld, das zurzeit kaum Rückenwind bietet.
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Martin Joos, Vorstandsvorsitzender des VGL Baden-Württemberg punktete mit erfolgreichen Branchen-Kennzahlen und einer engagierten Rede zum natürlichen Klimaschutz. Foto: VGL Baden-Württemberg

Auslastung und Auftragslage waren stabil, was einmal mehr für einen anpassungsfähigen Berufsstand spricht, so der VGL-Vorstand im Rechenschaftsbericht der Jahresmitgliederversammlung im März in Karlsruhe. Nach den aktuellen Zahlen der bundesweiten Branchenumfrage schätzen viele Betriebe die aktuelle Geschäftslage positiv ein.

Mit 1.280 Azubis fast auf Vorjahres-Niveau Mit 1.280 Azubis lag die Branche 2025 fast auf dem Niveau des Vorjahres (1.286). Die Anzahl der neuen Ausbildungsverträge stieg auf 518. Das war ein Plus von knapp 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr (467 neuen Verträge), so der Rechenschaftsbericht. Die große Zahl erfolgreicher Prüfungsabschlüsse unterstrich die Qualität der Ausbildung in den Betrieben. Die Branche beschäftigt 15.150 gewerbliche Arbeitnehmerinnen und –Nehmer. Damit stieg auch die Zahl der Beschäftigten erneut an (2024: 15.080).

Der Anteil an privaten Auftraggebern legte um ein weiteres Prozent auf nun 63 Prozent zu. Dagegen nahmen die öffentlichen Aufträge (18%) und der gewerbliche Wohnungsbau (8%) jeweils um ein Prozent ab. Die Aufträge aus der Industrie blieben mit fünf Prozent stabil. Aktuell gehören zum VGL Baden-Württemberg 802 Mitgliedsbetriebe.

Mit 182 Fördermitgliedern ist hier ein Rekord zu vermelden. „Wir Landschaftsgärtner reden nicht vom Klimaschutz, wir machen ihn: jeden Tag und das ist kein Slogan, sondern unser Alltag“, eröffnete Vorstandsvorsitzender Martin Joos seine Rede zur öffentlichen Mitgliederversammlung.

„Dennoch findet dieser Beitrag in unserem technisch geprägten Baden-Württemberg noch nicht die Beachtung, die ihm zusteht. Unsere Bauwerke produzieren CO2, spenden Schatten, kühlen die Umgebung und schaffen Hotspots für Insekten“, ergänzte Joos. Das ist grüne Infrastruktur für die Zukunft von morgen, für Bauen mit Grün und Blau. „Es ist höchste Zeit, dass dies auch das Motto unseres Ländles wird“, mahnte Joos und hofft darauf, dass die Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl das Klima wieder stärker in den Fokus rücken, denn die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, prägen Baden-Württemberg für die nächste Dekade.“

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Baden-Württembergs neuer Geschäftsführer Marco Riley kündigte an, für die Branche Bewährtes zu bewahren und zugleich entschlossen nach vorne zu gehen. Foto: VGL Baden-Württemberg

Joos: „Paris hat echte Maßstäbe gesetzt“

Einen Blick über den Tellerrand warf der Vorstandsvorsitzende beim Thema grün-blaue Stadtentwicklung: „Paris hat hier echte Maßstäbe gesetzt. Mit dem Projekt ‚Les Cours Oasis‘ wurden seit 2018 165 Schulhöfe in Paris entsiegelt und zu grünen Oasen mitten in der Stadt verwandelt, um der sommerlichen Hitze entgegenzuwirken.“ Diese kühleren Inseln werden bei Hitzewellen für die Bevölkerung geöffnet. Weitere 300 Hektar neue Grünflächen sind bis 2035 geplant und der durch einen Stadtwald entsiegelte Vorplatz des Rathauses wurde bereits im Juni 2025 eröffnet. „Paris wartet nicht, bis alle überzeugt sind, sondern macht – und dann überzeugt das Ergebnis, weil es die Menschen sehen und fühlen können, was Grün verändert, das fasziniert mich“, erläuterte Joos.

Als weiteres Beispiel führte er Singapur an, das durch seine systematische Stadtbegrünung mit einer steigenden Lebensqualität auch Investoren anzog. Baden-Württembergs neuer GaLaBau-Geschäftsführer Marco Riley kündigte an, in der Geschäftsführung Bewährtes bewahren und gleichzeitig entschlossen nach vorn gehen zu wollen. Was den VGL in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen werde, sei der Generationenwechsel. „Nicht alle Betriebe finden einen Nachfolger.

Im Jahr 2025 gab es 29 Austritte, meist altersbedingte Betriebsaufgaben, denen 35 Eintritte gegenüberstanden, die zu einem Mitgliederwachstum von einem Prozent führten, was nach den Rückgängen in den Jahren 2023 und 2024 ein positives Signal ist“, sagte Riley. „Schade ist, dass viele Unternehmen keinen Nachfolger finden, und hier ist es unsere Aufgabe, Brücken zu bauen und Kontakte zu Existenzgründern sowie zu Kolleginnen und Kollegen mit Vergrößerungsambitionen zu vermitteln.“ Im Gegenzug müssten sich die Unternehmen rechtzeitig mit diesem Thema befassen, damit eine Unterstützung frühzeitig erfolgen könne, erklärte Riley. Petra Reidel

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