Karriere-Katalysator Fachwissen: Gegen Stolpersteine im Arbeitsalltag

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Das Gelände der Fachschulen in Dresden-Pillnitz. Im Hintergrund die Gewächshausanlagen und Versuchsfelder in deren unmittelbarer Nähe sich auch die Überbetriebliche Ausbildungsstätte befindet. Foto: LfULG, Burkhard Lehmann

Vor etwa 15 Jahren wurde Berufs-, Fach- und Hochschulen vorgeworfen, sie würden Absolventen ins Arbeitsleben entlassen, die erst einmal fit für die Praxis gemacht werden müssten. Lautstark angemahnt wurde unzureichend anwendungsbereites Fachwissen für den Einsatz in Galabauunternehmen und Landschaftsarchitekturbüros. Anlässlich erfolgreicher Praxisprojekte, die der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen (VGLS) initiierte und in Zusammenarbeit mit Bildungs- und Praxispartnern der Region umsetzte, erfragte "Neue Landschaft", die sächsischen Erfahrungen einer vernetzten Theorie und Praxis in der Lehre.

Seit mehreren Jahren verzeichnet Sachsen einen deutlichen Wandel bezogen auf das Interesse an einer Ausbildung oder einem Studium in der grünen Branche. Dabei stamme die Nachfrage einerseits von Jugendlichen aller Schularten; zum anderen aus dem Kreis derer, die sich im zweiten Bildungsweg für den Weg in die GaLaBau-Branche entscheiden. Grund für den wachsenden Zuspruch sei die gelungene Nachwuchswerbe- und Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes sowie das Engagement der unter dem Namen "Grünes Forum Pillnitz" kooperativ agierenden Bildungseinrichtungen am Standort Dresden-Pillnitz.

Praxis lernen und studieren

Im September stellte die Ständige Wissenschaftliche Kommission gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz (KMK) das Gutachten "Digitalisierung im Bildungssystem" vor. Darin geht es um die zeitgemäße Ausrichtung von Bildungsinhalten, der Entwicklung forschungsbasierter Lernmaterialien sowie der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften auch in der beruflichen Bildung. Laut dem Gutachten müssen angehende Fachkräfte aller Berufe stärker dafür ausgebildet werden, technologische Entwicklungen zu verstehen und entsprechend zu handeln.

Doch was muss neben der Vermittlung digitaler Kompetenzen im Fokus bleiben, damit Absolventen nicht mit zu wenig Praxiskompetenzen auf dem Arbeitsmarkt auftreten?

Für Axel Keul, selbst Absolvent der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden Gartenbau (B.Sc. und M.Sc.) und seit 2021 Geschäftsführer des VGLS, liegt die Antwort auf der Hand. "Es ist das unseren Beruf auszeichnende, natur- und bodenverbundene Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau. Dabei ist die Wurzel und damit die unverzichtbare Nähe zur Praxis entscheidend. Digitale Technik allein hilft nicht, wenn Auszubildende und Studierende die Abläufe auf den Baustellen nicht verstehen und nicht wissen, wofür welche - digital - ermittelten Daten benötigt und wie diese draußen beim Kunden weiter zu verarbeiten sind."

Um Stolpersteine im Arbeitsalltag zu vermeiden, dürfen Richtlinien und Normen den Absolventen nicht erst nach Ausbildung oder Studium begegnen. Zudem müssen Fachkräfte von morgen bei der Planungsarbeit mithilfe zeitgemäßer digitaler Technik die daran anschließenden Grundarbeitsgänge auf den Baustellen bedenken. Sie müssen kalkulieren und Massen berechnen können, Lohnkosten in der Angebotserstellung berücksichtigen und verstehen, dass zum Beispiel auch "unproduktive" Zeiten bei der Kalkulation des betriebsspezifischen Stundenverrechnungssatzes in der Preisermittlung zu beachten sind.

Axel Keul, seit 2021 Geschäftsführer des VGLS. Foto: Susan Naumann

"Deutsche Meister" der Landschaftsgärtner 2022: Marc-Kevin Richter (links) und Johannes Freigang. Foto: Petra Reidel

Johannes Freigang. Foto: Petra Reidel

Marc-Kevin Richter. Foto: Petra Reidel

Ausbildung als Schlüssel zum Erfolg

"Eine qualifizierte Ausbildung ist der Schlüssel zum Erfolg und dies gilt nicht nur für Auszubildende, Studierende oder Facharbeiter/Innen. Auch der betriebliche Erfolg ist damit wesentlich beeinflussbar", so Keul. Vehement setzt sich der VGLS deshalb für eine höhere Anzahl von Ausbildungsbetrieben in Sachsen ein, belebt die kooperative Zusammenarbeit von Unternehmern und Bildungseinrichtungen und intensiviert praxisnahe Aktivitäten für junge Menschen in Schule, beruflicher Ausbildung und im Studium.

Dabei führt der erste Weg über die dem Fachverband angehörenden Betriebe des Garten- und Landschaftsbau. Hier wird um mehr Ausbildung geworben. Allerdings sei auch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Einige der Faktoren, die in der Vergangenheit dazu führten, dass Unternehmer Abstand von der Ausbildung junger Leute nahmen, seien laut Keul unzureichend qualifizierte Bewerbungen; rasch abfallende Motivation der Auszubildenden; ungewisse wirtschaftliche Entwicklung oder auch fehlende Nachfolge im eigenen Betrieb. "Hinzu kommen Fälle abgeworbener Jungfacharbeiter durch Branchenkollegen, die ihren Ausbildungsbetrieb verlassen und damit Frust beim Ausbilder erzeugen. Die meisten Arbeitgeber bilden ja schließlich aus, um mit ihren Azubis langfristig den eigenen Betrieb zu sichern und nicht den des Mitbewerbers", betont der 35-Jährige und fügt hinzu: "Es muss in die Ausbildung junger Leute investiert werden, auch wenn es die Betriebe zusätzliche Kraft und finanzielle Mittel kostet. Beispielberechnungen und positive Rückmeldungen aus Ausbildungsbetrieben belegen, dass selbst ein Azubi schon nach kurzer Zeit seinen eigenen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg leisten kann und dies der einzige zukunftsfähige Weg für ein gesundes Unternehmen ist."

Mit Begeisterung und Motivation zur Zielkompetenz

Dass sich eine Ausbildung mit hohem Praxisbezug und die motivierte Einstellung zum Beruf im Ergebnis widerspiegeln, bewiesen sächsische GaLaBau-Azubis erst vor wenigen Wochen das zweite Mal in Folge: Auch 2022 siegte mit Marc-Kevin Richter und Johannes Freigang erneut ein Azubi-Team des sächsischen Galabauverbandes auf dem bundesweiten Cup der Landschaftsgärtner. Und die beiden Deutschen Meister aus dem Jahr 2020 traten nun endlich Ende Oktober nach mehrmaliger Verschiebung der WorldSkills auf der Weltmeisterschaft der Berufe in Tallin (Estland) gegen die internationale Landschaftsgärtnerkonkurrenz an.

"Jahre zuvor genügten auf Bundesebene die sächsischen Ergebnisse nicht für eines der drei Siegertreppchen. Die aktuellen kurz aufeinander errungenen Titel jedoch zeigen, dass wir in Sachsen mit der noch stärkeren Praxisausrichtung auf dem richtigen Weg sind. Unsere Betriebe sehen, dass sich Engagement in junge Auszubildende lohnt und die Azubis empfinden eine extreme Motivation für ihre Ausbildung", erzählt Keul. Basis für diese Erfolge seien der praxisnahe Berufsschulunterricht, die durch praxiserfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder angeleiteten Ausbildungskurse an den ÜbA-Einrichtungen sowie ein gezieltes vorbereitendes Cup-Training durch Galabauunternehmer.

So erfolgreich wie der Landschaftsgärtner-Cup für die Auszubildenden war, so überzeugend gestaltete sich 2021 ein zweites Praxisprojekt, das vom Fachverband initiiert und in Zusammenarbeit mit Studierenden der HTW durchgeführt wurde. Begonnen hatte das Vorhaben im November 2021 mit einem Planungswettbewerb unter Studierenden des siebten Semesters im Studium zum Bachelor Gartenbau/Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Deren Aufgabe war die Entwurfsplanung für eine der insgesamt sechs Mustergartenanlagen auf der Landesgartenschau in Torgau. Unter Verwendung von Software wie Vectorworks, Dataflor Greenexpert, Allplan und InDesign entstanden drei Gestaltungsvorschläge aus denen eine Jury den Siegerentwurf ermittelte (NEUE LANDSCHAFT 08/2021).

Viele Auszubildende hatten sich für die Teilnahme am Themengartenprojekt beworben, Nur ein Teil davon konnte jedoch daran mitarbeiten. Aber: Das nächste Projekt befindet sich bereits in der Vorbereitung. Foto: VGLS

LAGA statt Laptop: Studierende der HTW Dresden helfen beim Pflanzen. Fotos: LAGA Torgau

Im März 2022 startete dann der Bau des Gartens. "Als es vor Ort beim Hersteller oder Händler an die Materialauswahl ging und beispielsweise Steine nach Funktion, Haptik und Aussehen mit auszusuchen, wurde uns bewusst, dass wir etwas entworfen hatten, dass tatsächlich einmal als Garten zu sehen sein würde. Ein wirklich toller Gedanke", so Christiane Loos vom Team des Siegerentwurfes. Alle Studierenden waren sehr engagiert und mit vollem Herzen beim Wettbewerb dabei. "Es war überhaupt nicht schlimm, dass mein Planungsteam nicht gewonnen hatte. Irgendwie haben wir uns doch alle für eine gemeinsame Sache eingesetzt", erklärt Frauke Kronefeld.

Draußen auf der LAGA-Baustelle trafen dann Theorie und Praxis in persönlicher Form aufeinander. Die Studierenden unterstützten die Azubis bei den Pflanzarbeiten unterstützten. Während die Bauleitung in den Händen der beiden Galabauunternehmer Georg Kahsnitz (EdGarden GmbH, Bahretal) und Bertram Zwahr (Garten- und Landschaftsbau Zwahr, Großpostwitz) lag, übernahmen die Deutschen Meister von 2020, Erik Stanke und Phil-Elias Kornmacher, die Aufgabe der Vorarbeiter. Alle Beteiligten agierten stets auf Augenhöhe und so gelang es, den 108 m² großen Garten innerhalb von nur zwölf Tagen zu realisieren.

"Mit Exkursionen zu unterstützenden Herstellern und Zulieferern und der Preiskalkulation für die Materialien ergab die Projektarbeit das Gesamtbild einer echten Baustelle. Die Begeisterung darüber war unübersehbar", erinnert sich HTW-Professor Henning Günther.

Auch Axel Keul zieht aus dem Zusammenspiel der Studierenden und Azubis ein wertvolles Fazit: "Beide Seiten begegneten sich in einem frühen Stadium des Projektes und konnten sich über das gemeinschaftliche Ziel austauschen. Als Planende und Ausführende der Zukunft, wurde die Bedeutung ihrer engen Abstimmung geprobt." Es gelang mit dem LAGA-Garten nicht nur, Studierende aus dem Hörsaal auf die Baustelle zu bringen, sondern auch das gegenseitige Verständnis von Planern und Realisierenden zu befördern. Stellvertretend stehen diese beiden Projekte für eine ganze Reihe von Aktionen mit engstem Praxisbezug, die in Sachsen auch künftig als Kooperationsprojekte umgesetzt werden.

Von der Baustelle in Schule und Hörsaal

Für noch mehr Praxis in Lehre und Studium werden aktuell weitere erfahrene Fachleute in die Lehrveranstaltungen an die Gartenbaufachschulen und die Hochschule für Technik und Wirtschaft vermittelt. Diese berichten aus der täglichen Praxis und lassen die Studierenden im Rahmen von Workshops, beispielsweise zum Thema Bewässerung oder Vermessung, geeignete Anwendungen selbst ausprobieren.

Dass das bereits hervorragend funktioniert, bestätigt Claudia Zickert, Referatsleiterin "Bildung Gartenbau" am LfULG, als Schulleiterin der Pillnitzer Gartenbaufachschulen und Leiterin der ÜbA Pillnitz. Sie verantwortet die praxisnahe Ausbildung angehender gärtnerischen Führungskräfte als Techniker oder Meister sowie der Auszubildenden und weiß, "dass es das sichtbare Ergebnis der eigenen Arbeit ist, welches Zufriedenheit und Motivation bei den jungen Leuten entstehen lässt. Deshalb unterstützen wir alle Initiativen, die den Schülern mehr Praxiseinblicke gewähren."

Beste Voraussetzungen dafür bieten das innovative Umfeld an den Fachschulen und der ÜbA, das sich in allen gärtnerischen Bereichen aus qualifiziertem Fachpersonal zusammensetzt. Neben Lehrräumen, die sich mit Smart-Boards, Smart-Displays und Dokumentenkameras auf der Höhe der Zeit befänden, verweist Claudia Zickert auf vorhandene vielfältige moderne Maschinen und Geräte. "In nicht unerheblichem Maße investieren wir in die technische Ausrüstung der ÜbA und verfügen unter anderen über einen Radlader und kommunale Kleingeräte mit E-Antrieb. Zahlreiche praxisrelevante Maschinen und Geräte werden für die Ausbildung vorgehalten, so dass Vor- und Nachteile sowie das jeweilige Handling dieser erlernt werden können."

Letztes Training vor den WorldSkills: Kurz vor Abflug nach Tallinn probten Phil-Eilas Kornmacher und Erik Stanke nochmals unter Zeitdruck einen 7 x 7 m großen Garten im Stil Estlands zu bauen. Foto: Susan Naumann

Der Siegerentwurf des LAGA-Mustergartens enthält viele landschaftsgärtnerische Details, die für einen Garten der Zukunft stehen. Planerisch mussten die Studierende zahlreiche Aspekte berücksichtigen. Abbildung: HTW Dresden

Der Musetrgarten im Querschnitt: Gute erkennbar ist die als Senkgarten gestaltete Versickerungsgrube. Abbildung: HTW Dresden

Ideale Verbindung: Reine Lehre aus Forschung

GaLaBau-Techniker und Landschaftsarchitekt Tom Kirsten unterrichtet an den Fachschulen für Gartenbau und Agrartechnik sowie an der HTW. Als Besonderheit des Pillnitzer Standortes verweist er auf das Lehrermodell, das sich durch einen Doppelauftrag auszeichne. "Alle Lehrkräfte sind hälftig in der reinen Lehre und auf dem Forschungssektor tätig. Dies erfolgt ergänzend zur Gremienarbeit, der Erarbeitung von Normen und Richtlinien. Das ermöglicht uns, vor Ort laufende Forschungsprojekte mit Beobachtungen, Analysen und Auswertungen in die Lehre einfließen zu lassen. Dabei setzen wir verschiedene digitale Techniken unter Verwendung diverser Apps ein und greifen auf Experten der Praxis zurück. Wir reagieren damit auf aktuelle Veränderungen im Bereich digitaler Vermessung, bei Aufmaß und Berechnung." Doch auch rechtliche Themen aus dem Gerichtsalltag werden laut Kirsten mit Unterstützung von Rechtsanwälten sowie einem Richter am Arbeitsgericht im Unterricht behandelt. Künftig will man sich noch stärker auf die Schulung von Pflanzenkenntnissen im Rahmen von auszuwertenden Sichtungsergebnissen fokussieren und in Kooperation mit dem GaLaBau-Verband Praxisexkursionen anbieten.

Das Prinzip intensiv vernetzter Theorie und Praxis verfolgt man in Pillnitz seit drei Jahren sehr intensiv. Und so bleibt es spannend, den weiteren Weg zu verfolgen an einem Standort, der auf eine bedeutsame 100-jährige Tradition blickt und für "Gartenbau und Gartenkunst in Perfektion" steht.>>>

Zum Abschluss vier Fragen an Professor Dr.-Ing. Henning Günther, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden

Wie hat sich aus Ihrer Sicht die Aus- und Fortbildung in der grünen Branche in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Das Thema Grün in der Ausbildung und Lehre hat durch die gestiegenen Anforderungen, ausgelöst durch den Klimawandel und den Drang zu mehr Biodiversität, in den letzten Jahren noch mehr an Bedeutung gewonnen. Während der vergangenen Hitzeperioden der zurückliegenden Sommer hat sich zudem gezeigt, dass Grün nicht gleich Grün ist, d. h. dass von den unterschiedlichen Akteuren in Planung, Anlage und Pflege mit angepassten Pflanzen, Strategien und Techniken auf diese besonderen Herausforderungen reagiert werden muss. Aus diesem Grund wird das Grün heutzutage als eigene Infrastruktur, d. h. der "Grünen Infrastruktur", angesehen und tritt damit gleichberechtigt neben den anderen Infrastrukturen wie dem Verkehr, der Bebauung oder der Ver- und Entsorgung auf.

Wie hat die HTW auf neue Anforderungen reagiert; welche Neuerungen eingeführt?

In Kooperation mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen und dem Berufsbildungswerk des Sächsischen Garten-, Landschafts- und Wasserbaus haben wir seit 2015 die Studienrichtung "Garten- und Landschaftsbau" in Form eines kooperativen Studiums eingerichtet. Dieses bietet die Möglichkeit, innerhalb von fünf Jahren die Berufsausbildung im GaLaBau zu absolvieren und nach 14 Monaten parallel mit dem Studium an der HTW zu beginnen. Das Studium ist Teil des Gartenbau-Curriculums und bietet daher die Chance, sich auf die Verwendung, den Einsatz und die Entwicklung von Pflanzen zu fokussieren. Im Ergebnis besitzen die Absolventen nach fünf Jahren den Berufsabschluss Gärtner - Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau und den Bachelor Gartenbau - Schwerpunkt Garten- und Landschaftsbau. Wir haben das Gartenbau-Curriculum fortlaufend mit dem Fokus u. a. auf die Pflanze sowie das Management von Grünflächen weiterentwickelt. Seit 2022 sind wir Partner in einem von der Europäischen Union geförderten Erasmus Mundus Studiengang "Master of Urban Climate and Sustainability" und bieten diese Inhalte in Modulen wie "Urban Ecology and Nature Based Solutions" an. Hier spielen die vielfältigen Funktionen und Wirkungen von Pflanzen und Grün für zum Beispiel das Stadtklima und zur Verbesserung der Biodiversität eine wichtige Rolle und können anhand von europäischen und internationalen Beispielen demonstriert werden.

GaLaBau-Techniker und Landschaftsarchitekt Tom Kirsten unterrichtet an den Fachschulen für Gartenbau und Agrartechnik sowie an der HTW. Foto: Privat

Professor Dr.-Ing. Henning Günther, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Foto: HTW Dresden

Wo sehen Sie Handlungsbedarf, um für künftige Entwicklungen ausreichend qualifizierte Fachkräfte auszubilden?

Die Pflanzenkenntnis von der Anzucht über die Strategien und Eigenschaften von Pflanzen bis zu deren Verwendung sind die Basis, mit der Berufsanfänger Pflanzen als zentralen Bestanteil von grünen Infrastrukturen im künftigen Arbeitsleben einsetzen können. Weitere wichtige Bausteine sind Planungsinstrumente, -methoden und das Grünflächenmanagement sowie die Pflegetechnik. Eine Kombination dieser Inhalte mit den Instrumenten in der Lehre bereitet die Studierenden praxisnah auf die zukünftigen Herausforderungen vor.

Welche Partner halten Sie für wichtig, um weiterhin mehr Praxis ins Studium integrieren zu können?

Zukünftig sollten praxisnahe Projekte mit der Möglichkeit einer Umsetzung weiter ausgebaut werden. Auch sollte der Kontakt der Studierenden mit den Akteuren bereits im Studium hergestellt werden. Neben den Berufsverbänden kommt dabei den Unternehmen eine wichtige Rolle zu. Weiterhin sind disziplinübergreifende Erfahrungen im Studium erforderlich, um die Studierenden auf die vielfältigen thematischen Überschneidungen von grünen Infrastrukturen in der späteren Berufspraxis vorzubereiten. An der HTW bieten wir daher gemeinsame Lehrveranstaltungen in Form von Bauseminaren mit der Fakultät Bauingenieurwesen im Themenfeld Ingenieurbiologie an. Hier greifen beispielsweise die ökologische Gewässerentwicklung, die Stadtraum- und Freiflächengestaltung sowie der Hochwasserschutz eng ineinander und können nur disziplinübergreifend betrachtet werden.

Grünes Forum Pillnitz

Die im Grünen Forum Pillnitz agierenden vier Partner Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Julius-Kühn-Institut für Züchtungsforschung (JKI), Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sowie dem Staatsbetrieb Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen wird seit seiner Gründung im Jahr 2008 der Jahrhunderte währenden gartenbaulichen Tradition des Standortes Dresden-Pillnitz gerecht. Die traumhafte Schlossanlage, einst Sommerresidenz der sächsischen Kurfürsten, mit Park und dessen dendrologisch wertvollen Bestand sind zudem Teil einer Kulturlandschaft von besonderem Reiz. Alles zusammen ergibt einen Ort gebündelter Fachkompetenz für die Ausbildung und das Studium des Gartenbaus in allen seinen Ausprägungen.

"Bei meinem ersten Besuch in Pillnitz anlässlich eines WM-Vorbereitungstrainings der Landschaftsgärtner war ich beeindruckt von der schönen Gegend. Die ÜbA an der wir trainieren durften und das Gelände der Gartenbaufachschulen befinden sich in direkter Elbnähe, umgeben von schönen Weinbergen. Fußläufig befindet sich die Pillnitzer Schlossanlage. Ich wusste bis dahin nicht, dass in Pillnitz in direkter Nachbarschaft so perfekte Bedingungen für Ausbildung und Studium im Gartenbau herrschen", so Johannes Gaugel, Galabauunternehmer aus Baden-Württemberg und Fachtrainer der Landschaftsgärtner-Nationalmannschaft für die WorldSkills.

"Für die WM-Vorbereitung fanden wir beste Trainingsbedingungen vor. Es gibt Bauhallen, Werkstätten, Gewächshäuser, Versuchsfelder, eine Vielzahl an Schulungsräumen, Aula, Mensa, Sporträume, einen Sportplatz und ein Internat im modernen Standard."

www.gruenes-forum-pillnitz.de

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2022 .

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