Surface Design Awards für norwegischen Holzhersteller

Kebony gewinnt Architekturpreis für "Lichtspiel-Fassade"

"Die Dielenstruktur der Verkleidung erzeugt über den ganzen Tag hinweg ein komplexes Spiel aus Licht und Schatten", beschreiben die Osloer Architekten den besonderen Reiz des Künstlerhauses. Foto: Kebony

Der norwegische Holzhersteller Kebony ist für seinen Beitrag zu einem Künstlerhaus in Südnorwegen bei den Surface Design Awards 2020 ausgezeichnet worden. Prämiert wurde das Osloer Unternehmen in der Kategorie "Housing Exterior". Die internationale Auszeichnung würdigt das innovativste Design und die Verwendung von Materialien in Bauprojekten. Die Einsendungen werden nach dem Materialeinsatz, der Art der Oberfläche und der ästhetischen Gestaltung des Projekts beurteilt.

Das auffälligste Detail des Künstlerhauses, das leichte hölzerne Außengerüst auf der Fassade, ist nicht nur dekorativ, es erfüllt auch verschiedene praktische Funktionen. "Die Dielenstruktur der Verkleidung erzeugt über den ganzen Tag hinweg ein komplexes Spiel aus Licht und Schatten, durch dessen Tiefe man das Gefühl bekommt, unter einem Baum zu sitzen", betonen die Architekten.

Holzfassade als Sichtschutz

Gleichzeitig lässt das Gitter viel Licht herein und lenkt das Auge auf den ausgesparten Bereich auf der Rückseite, deren gläserne Wände einen beeindruckenden Blick auf das felsige Ufer und die dahinterliegende Nordsee gewähren. Nachts, wenn das Haus beleuchtet ist, wirkt die Holzfassade wie ein Sichtschutz und gewährleistet die gewünschte Privatsphäre.

Auf einer Insel an der Südküste Norwegens haben die Architekten vom Atelier Oslo ein bemerkenswertes Refugium geschaffen, das sich harmonisch in die felsige Uferlandschaft fügt. Alle hölzernen Außenkonstruktionen, vom kleinen Steg mit Treppe am Eingang über das lichtdurchflutete Flachdach bis hin zum kunstvollen Rahmengerüst, wurden mit nachhaltigen Kebony Character Dielen realisiert.

Hochleistungsholz für raue Küstenregionen

Für alle äußeren Holzelemente wurde Kebony Character eingesetzt. Die spezielle Kebony-Technologie macht aus FSC-zertifiziertem Weichholz widerstandsfähiges, langlebiges Hochleistungsholz, das kaum gewartet werden muss und sich optimal für Bauprojekte in rauen Küstenregionen eignet. Mit der Zeit entwickelt das dunkelbraune Holz eine natürliche silbergraue Patina und passt sich dadurch weiter an das felsige Territorium an.

Die Aufgabe für das Atelier Oslo war denkbar konkret: Zwei Künstler wünschten sich einen friedlichen Rückzugsort auf einer kleinen Insel an Norwegens Südküste, an dem sie in Ruhe nachdenken, neue Ideen entwickeln und arbeiten können. Das Gebäude sollte hell, besinnlich und naturnah gelegen sein. Diesen Vorgaben folgend, kreierten die Architekten einen ausgefallenen Komplex aus Holz, Glas und Beton, der die Grenzen von innen und außen auf bemerkenswerte Weise verschwimmen lässt.

Alle hölzernen Außenkonstruktionen, vom kleinen Steg mit Treppe am Eingang über das lichtdurchflutete Flachdach bis hin zum kunstvollen Rahmengerüst, wurden mit nachhaltigen Kebony Character Dielen realisiert. Foto: Kebony

Zu jeder Zeit Tageslicht für die Innenräume

Von einem höher gelegenen Felshügel aus führt ein kleiner Steg mit Treppe aus Kebony Holz zum Eingang und markiert den Übergang zur Bleibe auf der Insel. Dahinter wartet ein großzügiger, offener Innenraum mit Böden und Treppen aus Beton, die das Innere des Gebäudes mit der äußeren Felslandschaft verbinden und dadurch den Eindruck erwecken, Teil der Natur zu sein. Die äußere Hülle des Hauses besteht aus einer vorgefertigten Holzkonstruktion, die nachträglich auf den fertigen Böden platziert und verankert wurde.

Durch die Glaswände und die Oberlichter, die in das ausgeklügelte Muster der hölzernen Decke integriert wurden, gelangt zu jeder Tageszeit Licht in die Innenräume. Aus den Betonböden wachsen Küche, Bad und Kamin, um den Bewohnern wie auf dem Felsen liegende Möbel zu dienen. Kurze Treppen führen zu kleinen Plateaus, die als Entspannungs- oder Arbeitsnischen genutzt werden können.

"Die Betonböden und Treppen lösen die Trennung von innen und außen auf", erklären die Architekten vom Atelier Oslo begeistert. "Der Innenraum wird Teil der Landschaft, und das Gehen in und um das Haus wird zum einzigartigen Erlebnis, bei dem die unterschiedlichen Qualitäten des Standorts Teil der Architektur werden." Als Grenze zum Nachbargebäude wurde ein kleiner Anbau ergänzt, der einen weiteren geschützten Außenraum bietet. So wird das Künstlerheim zum eleganten Detail der Insel.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 04/2020 .

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