Pflanzenverwendung: New German Gardening

Kein Sommer ohne Sonnenhut

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Echinacea-Wildarten sind überhaupt nicht problematisch. Foto: Till Hofmann

Am Sonnenhut kommt niemand vorbei. Warum auch? Niemand sonst unter den Stauden verkörpert so unverkennbar das Prinzip "Blume". Auf typische Korblütlerart strahlen die radialsymmetrischen Blüten den Betrachter optimistisch an, echte Hingucker und Inbegriff des Sommers. Botanisch wird die Gattung Rudbeckia (Sonnenhut) von Echinacea (Scheinsonnenhut oder Igelkopf) unterschieden. Beide sind gebürtige Nordamerikaner und prägen mit ihrer Farbigkeit nicht nur seit Jahrhunderten traditionelle Rabatten und Bauerngärten, sondern sind auch unverzichtbarer Bestandteil für moderne Wildstaudenpflanzungen im Präriestil. Ihre abgeblühten Fruchtstände gestalten, im Zusammenspiel mit Gräsern, die zweite Jahreshälfte und prägen so das naturnahe New German Gardening entscheidend mit.

Die Gattung Echinacea, benannt nach dem griechischen Wort für Seeigel, ist leicht an den stachelig verhärteten Spreuschuppen des Blütenstandes von Rudbeckia zu unterscheiden. Seit einigen Jahren wird eine unübersehbare Vielzahl an neu gezüchteten und professionell vermarkteten Hybridsorten feilgeboten. Die Buntheit der mitunter riesigen Blüten übertrifft dabei fast alles was das Staudensortiment bisher zu bieten hatte. Außer Blau scheint jeder Farbton möglich. Echinacea-Hybriden reihen sich damit ein in die Liga der bunten Riesensortimente, mit einem erheblichen Unterschied jedoch: Im Gegensatz zu langlebigen Bartiris, Pfingstrosen und Taglilien, sind die meisten der meristemvermehrten Echinacea-Hochzuchtsorten recht kurzlebig. Bestens geeignet um für ein bis zwei Sommer lang pompöse Farben in alte Lücken oder neue Anlagen zu zaubern, versagen sie auf längere Sicht an vielen Stellen.

Dabei sind die Wildarten, aus denen sie gezüchtet wurden, überhaupt nicht problematisch: Der bekannte Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) ist als Individuum immerhin mäßig langlebig und völlig entspannt was den Standort angeht. Fast alles (außer richtigem Schatten) wird toleriert und, wo Platz ist säht er sich willig aber niemals lästig aus. Der Bleiche Scheinsonnenhut oder Prärie-Igelkopf (Echinacea pallida) ist deutlich mehr an vollsonnige und trockene Standorte gebunden, wo seine typischen, an Federbälle erinnernden Blüten beispielsweise über einem Gräserteppich zu schweben scheinen. Als "Inbegriff von Prärie" blüht er deutlich vor dem Purpur-Sonnenhut.

Zeitgleich erblüht die einzige gelbblühende Art des Scheinsonnenhutes, Echinacea rparadoxa. Sie gehört auf heiße, trockene Standorte, in Felssteppen oder gar Steinanlagen. Einmal etabliert profitiert sie von Trockenperioden, ist dankbar und langlebig. Weitere Arten, wie der lange blühende Tennessee-Scheinsonnenhut, erfreuen das Sammlerherz, sind aber bislang nicht jederzeit erhältlich. Niemals verlangen eingewachsene Echinacea nach Wasser oder Dünger, nur allzu starke Konkurrenz erspare man ihnen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 07/2013 .

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