Klima Fit
Pflanzungen in Staudensubstraten
von: Prof. Dr.-Ing. Swantje Duthweiler
Um hier neue Lösungen zu finden, ist man auf der Suche nach besonders trockenheitsverträglichen Regionen, aber auch neuen Pflanzweisen. Sehr erfolgsversprechend sind Pflanzungen in mineralische Staudensubstrate. Sie werden in sehr vielen Städten und Gemeinden eingesetzt. Ziel ist es, den Standort zu einem Stressstandort umzuarbeiten, damit auch nur die robusten Stressstrategen-Arten überleben.
Das Substrat, das an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf für die neue Staudenpflanzung im Hofgarten Weihenstephan getestet wird, wurde vor vielen Jahren von Martin Jauch an der Hochschule in Weihenstephan entwickelt. Es besteht aus einer 30 cm dicken Kiesschicht aus gebrochenem mineralischem Material mit unterschiedlicher Körnung, mit 10 % Sand und 10 % Kompost. Grundsätzlich wird empfohlen 30 cm Oberboden abzutragen und das Staudensubstrat bodeneben einzubauen. Der Aufwand des Einbaus ist zeitaufwändig und nicht billig, doch hat man in den ersten sechs bis sieben Jahren eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis beim Krauten und muss kaum noch Gießen.
Die Wirksamkeit ist auch im Klimawandel sehr deutlich. Durch das Staudensubstrat zwingt man die Staudenwurzeln tief unter der Substratschicht zu wurzeln. In den tieferen Bodenschichten können die Stauden noch mehr Restfeuchtigkeit finden. Zudem schützt die dicke Kiesschicht die Staudenwurzeln vor dem Austrocknen. Dieses Konzept hat sich in den ersten 1,5 Jahren schon sehr bewährt, gedeihen die Stauden immer noch fast ohne Bewässerung. Fallen einzelne Arten bei großer Trockenheit aus, werden sie so lange durch robustere Arten ersetzt, bis die Gesamtpflanzung eine gute Klimaanpassung gewährleistet. Staudenpflanzungen auf Staudensubstraten sollten diese in den ersten Jahren schnell überwachsen, können auch Insekten und Eidechsen Rückzugsräume und Versteckmöglichkeiten bieten.

Für die ersten Jahre wurden auch kurzlebige „Starterpflanzen“ wie der heimische Natternkopf Echium vulgare, Wilde Möhre Daucus carota, aber auch die bis in den Spätherbst blühenden Kosmeen Cosmos bipinnatus eingebracht. Die blütenreichen kurzlebigen Arten und Sorten sollen an diesem repräsentativen Standort für eine schnelle Wirksamkeit sorgen. Auf den trockenen Staudensubstratflächen haben es alle Stauden nach etwa drei Monaten geschafft in die Tiefe unter die Schotterpakete zu wurzeln. Nach zwei bis drei Jahren werden sind langlebige Gräser und strukturstarke Sommer- und Herbststauden durchsetzen.
Erfahrungsgemäß hat man mit dieser Pflanzmethode in den ersten 7-8 Jahren nach der Pflanzung eine deutliche Unkrautreduzierung. Oft gibt es nach etwa 10-12 Jahren einen Zeitpunkt, bei dem es nicht mehr ausreicht, nur einzelne ausgefallene Arten nachzupflanzen. Dann ist der Zeitpunkt einer Erneuerung gekommen. Diese Dynamik ist bei Staudenpflanzungen auf mineralischen Staudensubstraten charakteristisch. So hilft eine Verwendung von Staudensubstrat im öffentlichen Grün oder Wohnumfeld mit Staudenpflanzungen eine abwechslungsreiche Freude zu verbreiten.










