Klima Fit

Salzverträglichkeit von Stauden an Straßen

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Unsere Serie zur Klimaanpassung von Gärten und Parks berät zur naturnahen Gestaltung, trockenheitsverträglichen Gehölzen und trockenheitstoleranten Stauden.
Klimaanpassung Grünflächenmanagement
Staudenmischung "Tanz der Gräser". Foto: Swantje Duthweiler

Die Salzverträglichkeit von Pflanzen im Straßenrandbereich ist ein Thema, dass seit der Zunahme des Verkehrs in den 1970er Jahren und dem damit verbundenen Einsatz von Streusalz von großer Bedeutung ist.

Untersuchungen zufolge zeigt sich, dass zwischen den einzelnen Pflanzenarten große Unterschiede bezüglich der NaCl-Toleranz bestehen. Martin Jauch und Wolfgang Richter-Tietel untersuchten 2005 bis 2009 die Salzverträglichkeit von Anssaten mit heimischen Wildkräutern und Gräsern. Ziel der Versuche war die Zusammenstellung einer Saatgutmischung zur Begrünung extensiver verkehrsnaher Flächen. Bei Salzgaben von 10 g bis 40 g/m² pro Woche bezeihungsweise. einem Gesamteintrag von 100 g bis 400 g/m² pro Wintersaison zeigte sich, dass bis 300 g/m² die Entwicklung der Mischung unauffällig blieb, bei 400 g/m² deutliche Ausfälle sichtbar wurden. Eine besonders hohe Salzverträglichkeit zeigte sich beispielsweise bei Linaria vulgaris (Gewöhnliches Leinkraut) und Poa compressa (Flaches Rispengras). Starke Ausfälle gab es bei Anthoxanthum odoratum (Gewöhliches Ruchgras), Leontodon hispidus (Falscher Löwenzahn) oder Prunella vulgaris (Gewöhnliche Braunelle).

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Klimaanpassung Grünflächenmanagement
Entwicklungsverzögerungen durch Streusalz, Mischung „Tanz der Gräser“: 0 g/m² (l.), wöchentlich 20 g/m² (Mitte), 40 g/m² Streusalz (r.). Foto: Swantje Duthweiler

Neben dem Ansaatversuch führten Katharina Fritz und ich an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf einen weiteren Feldversuch zur Salzverträglichkeit von Stauden-Mischpflanzungen durch. Dort überzeugten vor allem spätaustreibende C4-Gräser aus den Prärie- und Steppenregionen in Nordamerika und Asien, wie Pennisetum alopecuroides 'Hameln' (Lampenputzergras), Miscanthus sinensis 'Gracillimus' (Chinaschilf), oder Panicum virgatum (Ruten-Hirse) aber auch trockenheitsverträgliche Stauden, wie die sukkulente Sedum telephium 'Matrona' (Fetthenne), Hemerocallis citrina (Zitronen-Taglilie) oder Penstemon digitalis 'Husker Red' (Bronze-Bartfaden). Besonders salzempfindlich hingegen reagierten Geranium phaeum 'Samobor', Salvia verticillata 'Purple Rain' oder Euphorbia amygdaloides 'Purpurea'.

Zusammenfassen ist festzustellen, dass sich vor allem der Austriebszeitpunkt einer Staude, das Wurzelverhalten und der Anteil an Winterbegrünung entscheidend für eine voraussichtliche Salzverträglichkeit verschiedener Arten zu sein scheint. Für Extremstandorte am Straßenrand kann man besonders C4-Gräser und tiefwurzelnde, rhizombildende und spätaustreibende Blütenstauden empfehlen.

Prof. Dr.-Ing. Swantje Duthweiler
Autorin

Pflanzenverwendung, Fakultät Landschaftsarchitektur, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

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