Klima Fit
Tamarisken – elegante Schönheiten
von: Dr. Philipp SchönfeldDie Auswirkungen des Klimawandels führen zwangsläufig dazu, dass auch bisher wenig beachtete und verwendete Arten in den Vordergrund rücken. Die Tamarisken sind dafür ein gutes Beispiel. Mit ihren überhängenden Zweigen, den kleinen, nadelähnlichen Blättern sowie den rosafarbenen Blütenkaskaden wirken sie nicht nur sehr elegant, sondern nehmen mit ihrem ganzen Erscheinungsbild eine Sonderstellung im Gehölzsortiment ein. Sie sind aber nicht nur attraktiv, sondern in ihren Standortansprüchen recht bescheiden. Welche Eigenschaft machen aus ihnen ein sogenanntes "Klimagehölz"? Entsprechend ihrer Herkunft lieben und benötigen sie sonnige und freie Lagen, sind wärmeliebend und hitzeverträglich. Schatten vertragen sie nicht. Sie bevorzugen lockere, sandige und durchlässige Böden, die sowohl trocken bis frisch sein dürfen. Die pH-Wert Ansprüche reichen schwach sauer bis stark alkalisch. Auf Grund ihrer Anspruchslosigkeit eignen sie sich als Pioniergehölze zur Ödlandbegrünung und gedeihen auch in salzhaltigen Böden. Sie zeigen eine enorme Anpassungsfähigkeit und wachsen sowohl auf trockenen Standorten als auch in Uferbereich in Gesellschaft von Weiden und Schilfrohr. Damit bieten sie sich potentiell zur Pflanzung in Schwammstadtsystemen an.
Die wichtigsten Arten sind Tamarix parviflora (Kleinblütige Tamariske), T. pentandra (Fünfmännige T.), T. ramossisma (Kaspische T.) und T. tetranda (Viermännige T.). Seltener wird die Französische Tamariske, Tamarix gallica, angeboten. Die letztgenannte ist mit bis zu 10 m Wuchshöhe die höchste und lässt sich auf Grund dessen zu malerischen Hochstämmen erziehen. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich nicht nur in der Wuchshöhe, sondern auch in der Blütezeit. Durch eine geschickte Kombination der verschiedenen Arten lässt sich die Blütezeit verlängern. Die Blüten werden gern von Insekten und insbesondere Schwebfliegen besucht.
Die außergewöhnliche Wuchsform macht es aus gestalterischen Gründen unmöglich, sie mit "normalen" Ziersträuchern wie Cornus, Forsythia, Weigela & Co. zu vergesellschaften. Die Partner müssen in ihren Erscheinungsformen zu den Tamarisken passen. Artemisia-, Caragana-, Caryopteris-, Cytisus-, Elaeagnus- sowie Perovskia-Arten und deren Sorten erfüllen diese Kriterien und haben darüber hinaus gleiche oder ähnliche Standortansprüche. Unter den Nadelgehölzen sind Juniperus- und trockenheitsverträgliche Pinus-Arten gute Begleiter. Auch verschiedene Wildrosenarten eignen sich zur Kombination, beispielsweise Rosa glauca, Rosa pimpinellifolia oder Rosa tomentosa. Geeignete Stauden- und Gräserarten finden sich in den Lebensbereichen "trockene Freifläche", "Felssteppe" und "Steppenheide". Besonders effektvoll ist die Kombination mit lockeren und hochwachsen Gräserarten, sowie Staudenarten mit graugrünen oder silberfarbigen Laub.












