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Klöckner will Glyphosat in Parks und Sportanlagen verbieten

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fährt eine Reduzierungsstrategie. Ein Komplettverbot des Wirkstoff sei nicht möglich. Foto: CDU Rheinland-Pfalz

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat einen raschen Vorstoß zur Reduzierung des umstrittenen Herbizids Glyphosat angekündigt. Auf dem Verordnungsweg will sie die Anwendung des Wirkstoffs in Parks und Sportanlagen sowie in der Nähe von Gewässern und Naturschutzgebieten verbieten. In privaten Gärten dürften glyphosathaltige Breitbandherbizide dann "ohne Sachkundenachweis nicht mehr angewendet werden". Nur entsprechend lizensierte "Profis", sagte die Ministerin, könnten das Unkrautvernichtungsmittel dann noch in Privatgärten verwenden. Auch diese Ausnahme gelte "nur dort und nur dann, wenn es erwiesenermaßen notwendig ist". Massiv eingeschränkt werden soll die Anwendung von Glyphosat auch in der Landwirtschaft. Nur wenn genügend "Saumstrukturen" als Rückzugsräume für Vögel vorhanden seien, dürfe das Herbizid auf landwirtschaftlichen Flächen noch zum Einsatz kommen. Ausnahmen davon wären nur möglich, wenn erosionsgefährdete Böden nicht mechanisch bearbeitet werden könnten oder "die Ernte komplett in Gefahr wäre", sagte Klöckner. Die Anwendung von Glyphosat müsse dann drei Tage im Voraus behördlich angemeldet werden. Nicht betroffen von der Reduzierungsstrategie ist bislang die Bahn, der derzeit größte Anwender des Unkrautvernichtungsmittels. "Ich will die Anwendung von Glyphosat so schnell wie möglich beenden, sagte die Ministerin. Ein Komplettverbot sei jedoch nicht EU-konform, nachdem die Zulassung des Wirkstoffs von der Europäischen Union im vergangenen November um fünf Jahre verlängert worden war. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 05/2018 .

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