Kreislaufwirtschaft

Mit recyceltem Faserzement Klinker ersetzen

Der belgische Baustoffhersteller Etex und Heidelberg Materials Benelux haben ein gemeinsames Projekt zum industriellen Recycling von Faserzement gestartet. Ziel von CEMLOOP XL ist die Umsetzung eines geschlossenen Wertstoffkreislaufs für Faserzement unter Einsatz innovativer Technologien. Das Projekt wird durch das LIFE-Programm der EU kofinanziert.
Heidelberg Materials Kreislaufwirtschaft Baustoffe
Eine Tonne RFCP kann etwa 900 kg CO2 binden. Foto: Etex/Heidelberg Materials

Das Projekt soll jährlich rund 60.000 t Faserzementabfall vermeiden und etwa 100.000 t Kalkstein einsparen. Damit wird eine Reduktion der CO2-Emissionen in der Zementproduktion um mindestens 20 Prozent und Senkung des Energieverbrauchs um rund 15 Prozent erreicht.

Im Rahmen des Projekts soll Faserzementabfall in einen Sekundärrohstoff umgewandelt werden, der anschließend in der Zementproduktion von Heidelberg Materials zum Einsatz kommt. Der daraus hergestellte CO2-reduzierte Zement wird wiederum in der Faserzementfertigung bei Etex verwendet. So entstehen neue Produkte mit einem Recyclinganteil von über 20 Prozent. Der Projektstart ist für 2026 in Belgien geplant, doch Deutschland und weitere Länder sollen schrittweise folgen.

Etex hat gemeinsam mit der belgischen, auf Baustoffrecycling spezialisierten Jacobs Group ein Verfahren zur Herstellung von recyceltem Faserzementpulver, die sogenannte Recycled Fibre Cement Paste (RFCP), entwickelt. Das Pulver soll sowohl aus Produktionsabfällen von Etex als auch aus gebrauchten Faserzementprodukten aus dem Markt hergestellt werden. Dadurch wird unter anderem die Deponierung der Abfälle vermieden und das Material kann wieder in den Wertschöpfungskreislauf integriert werden.

Das recycelte Faserzementpulver wird im CCLIX-Verfahren von Heidelberg Materials mit CO2 aus der Zementproduktion karbonatisiert. So entsteht ein Material mit zementähnlichen Eigenschaften, das Klinker teilweise ersetzen kann. Ein Karbonatisierungsreaktor am Standort Lixhe (Belgien) soll bis Ende 2028 entstehen, eine Recyclinganlage in Hemiksem bei Antwerpen befindet sich derzeit im Bau und soll bis Mitte 2026 fertiggestellt werden.

Das Projekt CEMLOOP XL verbindet CO2-Nutzung und -Speicherung in einem integrierten Prozess. Das gebundene CO2 bleibt dauerhaft im Material eingeschlossen und wird während des Produktlebenszyklus und darüber hinaus nicht wieder freigesetzt. Gemäß EU-Regelungen gilt dies als dauerhafte CO2-Senke. "Ein zentraler Ansatz ist die Verringerung des Klinkeranteils im Zement", sagt Serge Montagne, Technical Director Cement Operations, Heidelberg Materials Benelux. Um den Wandel zu nachhaltigeren Lösungen zu beschleunigen, solle die Vielfalt der eingesetzten sekundären zementartigen Materialien zu erhöht werden.

Eric Bertrand, Chief Innovation Officer bei Etex, ergänzt: "Kreislaufwirtschaft ist ein integraler Bestandteil unserer Innovationsstrategie. Bis 2030 streben wir an, über 20 Prozent unserer eingesetzten Materialien aus zirkulären Quellen zu beziehen und keine Abfälle mehr zu deponieren." Faserzement würde somit erstmals vollständig kreislauffähig.

ph/Etex/Heidelberg Materials

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