Künstliche DNA soll vor Materialdiebstahl schützen

Weitläufige und unübersichtliche Betriebsgelände im GaLaBau haben in der Vergangenheit nicht selten zu Diebstählen von teuren Maschinen, Geräten oder Pflanzen geführt. Kommt ein reger Publikumsverkehr hinzu, haben Diebe ein leichtes Spiel unbemerkt zu bleiben. Neben der Möglichkeit seine Betriebsmittel mit einem Tracker zu versehen, kann man sogenannte künstliche DNA (kDNA) einsetzen. In der Praxis funktioniert sie wie körpereigene DNA und ist so unverwechselbar wie ein Fingerabdruck.
Weder lässt sich der Standort eines GaLaBau-Unternehmens hermetisch abriegeln, noch ist es Mitarbeitern möglich, Maschinen und Geräte permanent im Blick zu behalten. Selbst die Verwendung von Trackern als gängige Maßnahme den Standort der eigenen Betriebsmittel in Echtzeit nachzuverfolgen, bietet keinen übergreifenden Schutz. Zum einen sind die Tracker zu empfindlich für den arbeitstäglichen Einsatz bestimmter Geräte, zum anderen ist der Kostenaufwand recht hoch. Erschwerend kommt hinzu, dass die Polizei nach der Sicherstellung von Diebesgut den ursprünglichen Besitzer nicht nachvollziehen kann. Auch laufen Ermittlungen in der Regel ins Leere, wenn gestohlene Geräte oder Maschinen in einem anderen Bundesland wiederauftauchen.
Zuverlässiger schützt kDNA, die auf Gegenstände aufgesprüht wird. Die wetterfeste Kennzeichnung kann mit Hilfe von UV-Leuchten sichtbar gemacht werden und enttarnt so den Dieb. Untersuchungen aus England haben gezeigt, dass sich beim Einsatz von kDNA die Diebstahlquote um 80 Prozent reduzierte. Auch die Deutsche Bahn setzt inzwischen beim Markieren ihrer Kupferkabel auf kDNA, zunehmend wird sie auch bei der Sicherung von Geldautomaten eingesetzt. Personen, die einen Diebstahlversuch unternehmen, werden mit kDNA besprüht und lassen sich so eindeutig identifizieren.
Entscheidet sich also ein GaLaBau-Unternehmen für kDNA, wird diese hinterlegt und der Polizei zur Verfügung gestellt. In den Ländern Bremen, Brandenburg und Sachsen wird aktiv auf die Möglichkeit hingewiesen, sein Eigentum mit kDNA beziehungsweise mit auf kDNA hinweisenden Warnschildern zu schützen. Im Idealfall können so potenzielle Diebe, auch innerhalb des eigenen Betriebes, im Vorfeld abgeschreckt werden. Wichtig ist, dass ein Unternehmen seinen Mitarbeitern den Einsatz von kDNA transparent machen muss.
In Abstimmung mit der Polizei Brandenburg gibt es zwei verschiedene Sets zur Markierung von Betriebsmitteln. Ein Set für die Sicherung von Maschinen, Werk- und Fahrzeugen, ein weiteres zur Markierung von Wertsachen in Büro und Fahrzeugen. Der Anschaffungspreis liegt jeweils im mittleren, dreistelligen Euro-Bereich.
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