Baden-Württembergische Landesgartenschau Remstal 2019

Leben am Fluss: Neue Zugänge, Spiel-, Sport- und Genussorte

Auch die Weinberge im Remstal werden verstärkt als Naturlandschaft erlebbar gemacht und die Artenvielfalt gefördert. Foto: Landesgartenschau Remstal

Vom 10. Mai bis zum 20. Oktober verwandelt sich das Remstal in einen unendlichen Garten. Auf einer Länge von 80 Kilometer wird ein ganzer Landschaftsraum für 164 Tage in Szene gesetzt und weit darüber hinaus, durch viele Maßnahmen und bürgerliches Engagement, aufgewertet. An der Remstal Gartenschau beteiligen sich insgesamt 16 Städte und Gemeinden entlang der Rems, von der Quelle zur Mündung: Essingen, Mögglingen, Böbingen an der Rems, Schwäbisch Gmünd, Lorch, Plüderhausen, Urbach, Schorndorf, Winterbach, Remshalden, Weinstadt, Korb, Kernen im Remstal, Fellbach, Waiblingen, Remseck am Neckar.

Naturräume werden zu neuen Lebensbereichen

Die Lebensader Rems wird vielerorts als Lebensbereich in den Blick gerückt. Neue Zugänge machen den Fluss wieder erlebbar, tolle naturnahe Spielplätze und Aufenthaltsorte am Wasser laden zum Verweilen ein. In den Weinbergen werden Aussichtspunkte geschaffen. Ebenso entstehen rund zweihundert Blühflächen, wichtiger Lebensraum für Insekten. Die Innenstädte werden zur grünen Mitte durch Parks und Grünanlagen. Einheitliche Rad- und Wanderwege leiten entlang der remstaltypischen Streuobstwiesen und Weinberge in die 16 Gartenschau-Kommunen. Zwischen Weinstadt und Waiblingen wird eine durchgängige Kanuroute mit attraktiven Rastplätzen eröffnet. Auch Kulturliebhaber kommen im Remstal voll auf ihre Kosten: Es entstehen eindrucksvolle Landmarken von 16 namhaften Architekten aus ganz Deutschland, die sich an dem außergewöhnlichen Architekturprojekt "16 Stationen" beteiligen. Auch die Weinberge im Remstal werden verstärkt als Naturlandschaft erlebbar gemacht und die Artenvielfalt gefördert. Hunderte Mandel-, Pfirsich- und Quittenbäumchen sowie tausende Stauden und Gehölze wurden dafür gepflanzt.

Zur Remstal Gartenschau wird sich beispielsweise Urbach unter dem Schwerpunktthema "Wald und Natur" präsentieren. Es locken ein Waldtierpfad sowie ein Waldspiel- und Grillplatz. Die Besucher werden eingeladen, die Geologie sowie die Flora und Fauna der Gegend kennenzulernen und die vielseitige Natur mit Wäldern und Streuobstwiesen intensiv zu erleben. Ein Naturerlebnis der besonderen Art ist auch die neue Mountainbike-Strecke um Urbach. Das Besondere daran ist der Flowtrail: eine Abfahrtstrecke, die auch ohne besondere Fahr- oder Sprungtechnik gemeistert werden kann.

Landesgartenschau lebt vom Bürgerengagement

In Schwäbisch Gmünd können sich die Besucher zur Gartenschau auf Ausstellungen, Schaupflanzungen, urbane Gärten sowie eine Blumenhalle freuen. Bei einem Stadtrundgang vom Bahnhof zum Zeiselberg und der Innenstadt wird die Stadt und die Geschichte von Schwäbisch Gmünd einzigartig erlebbar. Der Weg führt durch die unendliche Natur inmitten der Stadt, vorbei an alten und neuen Gebäuden, Kirchen und Klöster. Über einen Berg, den Zeiselberg, der komplett umgestaltet wurde, geht es vorbei an dem Königsturm, der ebenfalls aufgewertet wurde. Bedächtig führt der Rundgang durch das alte jüdische Viertel der Stadt wieder zum Bahnhof, wo der Rundgang endet.

In Remseck am Neckar ist am Neckarstrand ein neuer, naturnaher Spielplatz am Wasser entstanden. Durch den neugebauten, barrierefreien Schwimmsteg kann man zudem den Fluss noch intensiver erleben. Viele weitere Bürgerprojekte zum Beispiel bepflanzte Fässer im Stadtgebiet, ein Naschgarten als Daueranlage oder Kistengärten gilt es zu entdecken. In Winterbach entstand im Rahmen der Gartenschau ein "Mitmach-Garten". Südlich des Winterbacher Friedhofs ist ein naturnaher, interkultureller Garten von den Einwohnern der Gemeinde gebaut worden, der nun auch von den Bürgern weiter gestaltet und gepflegt wird. 16 Parzellen befinden sich auf dem Gelände, auf denen Gartenliebhaber Gemüse, Kräuter und Obst pflanzen können. In regelmäßigen Abständen sollen Workshops und Aktionstage stattfinden. Außerdem wird das Natur-Kunst-Projekt "Der weiße Pfad", ein fünf Kilometer langer Rundwanderweg, umgesetzt.

Die Gemeinde Böbingen an der Rems nutzte die Gartenschau zum Ausbau der Infrastruktur und zur nachhaltigen Aufwertung der Gemeinde, vor allem im Bereich Freizeit und Erholung. Das Hauptprojekt war der rund fünf Hektar große "Park am alten Bahndamm", der generationsverbindende Angebote für die gesamte Bevölkerung bieten wird. Der Park beherbergt ganz unterschiedliche Bereiche für eine Fülle von unterschiedlichen und individuellen Bedürfnissen. Es gibt zum Beispiel einen Aktivbereich, einen Ruhebereich sowie einen Seniorenpark. Der angrenzende Waldbereich wird mit einbezogen und durch eine naturnahe Gestaltung besser erlebbar gemacht werden. ILa

16 Städte und Gemeinden sind teil des Gartenschau-Spektakels an der Rems. Foto: Landesgartenschau Remstal

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 03/2019 .

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