Leise und sauber

Zero Emission-Maschinen für mehr Nachhaltigkeit

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Die diesjährige bauma hat es einmal wieder gezeigt: die emissionsfreie Baustelle schreitet weiter voran. Immer mehr Geräte- und Maschinenhersteller erweitern Ihr Angebot um abgasfreie Maschinen.
Wacker Neuson Baumaschinen Bagger und Lader
Auf der diesjährigen bauma im April zeigte Wacker Neuson unter anderem den neuen E-Bagger EZ26e mit 2,6-Tonnen-Nutzlast. Foto: Wacker Neuson

Wacker Neuson zählt zu den Vorreitern der emissionsfreien Baustelle. Denn das Münchner Unternehmen setzt schon seit Jahren auf den alternativen Antrieb insbesondere bei den Kompaktmaschinen und im Light Equipment. Auf der diesjährigen bauma im April zeigte Wacker Neuson nun zwei neue E-Bagger: den EZ26e mit 2,6-Tonnen-Nutzlast und den EZ10e mit 1 t Nutzlast. Darüber hinaus wurde erstmals eine unabhängige und TÜV-zertifizierte Batterieanalyse vorgestellt, der "Certified Battery Check": Diese Analyse des Batteriestatus ermöglicht es GaLaBau-Unternehmern, den Wiederverkaufswert gebrauchter Maschinen zu steigern und über ein unabhängiges "State of Health"-Zertifikat den Batteriezustand der eigenen Maschine feststellen zu lassen.

Wacker Neuson stellte zudem eine umfangreiche Reihe an neuen Akkuplatten vor, die – wie zahlreiche weitere Baugeräte von Wacker Neuson oder anderer Hersteller im Rahmen dieses Standards – mit dem Battery One Akku betrieben werden. Darunter finden sich die reversierbaren Akkuplatten APU mit Zentrifugalkräften von 28 und 33 kN sowie Arbeitsbreiten von 40, 50 und 60 cm. Die akkubetriebenen Vibrationsplatten APU28 und APU33 sind leicht zu bedienen und per Knopfdruck zu starten. Ihr Direktantrieb DireX – eine Eigenentwicklung von Wacker Neuson – sorgt für die Kraftübertragung ohne Übertragungs- und Reibungsverluste und somit für längere Laufzeiten und geringeren Wartungsaufwand.

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Wacker Neuson Baumaschinen Bagger und Lader
Die akkubetriebenen Vibrationsplatten APU sind leicht zu bedienen und per Knopfdruck zu starten. Foto: Wacker Neuson
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Der Elektrobagger ECR25 und elektrische Radlader L20 bieten längere Laufzeiten und eine verbesserte Ladefunktion. Foto: Volvo

Kompakte E-Maschinen mit verbesserten Laufzeiten

Auch Volvo hat seine kompakten Elektromaschinen auf einen neuen Stand gebracht und sie um eine Reihe neuer Funktionen und Optionen ergänzt. Im Fokus stehen dabei eine größere Vielseitigkeit und längere Laufzeiten beim Elektrobagger ECR25 und elektrischen Radlader L20. Im Vergleich zur vorherigen Generation bietet der neue ECR25 Electric eine doppelt so lange Laufzeit, ein geringeres Gewicht und eine verbesserte Ladefunktion. Der kompakte Radler L20 Electric verfügt serienmäßig über eine höhere Batteriekapazität und, ebenso wie der L25 Electric, eine Vielzahl neuer Funktionen und Optionen hinsichtlich Anbaugeräten, Reifen und Klimaanlage.

Dank eines Upgrades von einer 20- auf eine 40-Kilowattstunde-Lithium-Ionen-Batterie bietet die neue Version des Elektrobaggers ECR25 eine doppelt so lange Laufzeit wie zuvor. Bei typischen Einsätzen beträgt die Spanne nun bis zu acht Stunden. Trotz des größeren Akkus ist die Ladezeit gleichgeblieben und die Entwickler konnten das Gewicht der Maschine sogar reduzieren. In Verbindung mit seiner kompakten Größe lässt sich der ECR25 Electric somit leicht auf einem Anhänger transportieren.

Der ECR25 Electric ist geräuscharm, emissionsfrei und hat einen kurzen Schwenkradius. Er eignet sich damit für enge Gartenräume und Baustellen mit Emissions- oder Lärmbeschränkungen.

Zur Wahl stehen verschiedene Ladeoptionen, darunter der mobile Energiespeicher PU40. Zwei On-Board-Ladegeräte unterstützen das Aufladen bei Dreiphasenwechselstrom von 10 auf 100 Prozent in fünf Stunden, während ein DC-Schnellladegerät 80 Prozent in nur 1,5 Stunden erreichen kann. Vereinfachtes Laden und farbige LED-Anzeigen verbessern die Benutzerfreundlichkeit.

Der L20 Elektro-Radlader profitiert von einer um 21 Prozent erhöhten Standard-Akkukapazität, die nun mit der 40- Kilowattstunde -Batterie des größeren L25 Electric übereinstimmt. Optional ist auch eine 56-Kilowattstunde-Batterie verfügbar – somit also nochmals 40 Prozent mehr Kapazität als zuvor. Außerdem profitieren sowohl der L20 Electric als auch der L25 Electric von vereinfachten Ladevorgängen.

Darüber hinaus verfügen die kompakten Radlader über weitere Anbaugeräte wie hydraulisch verstellbare Ladegabeln mit Zinkenverstellung und Seitenverschiebung sowie eine 1,1 m³ große Hochkippschaufel und eine 0,7 m³ große Recycling-Greiferschaufel für Spezialanwendungen. Zudem besteht die Wahl zwischen verschiedenen Reifen, darunter L5-Reifen mit Schnitt- und Durchstichschutz, Vollgummireifen für anspruchsvolle Einsatzbedingungen wie Recycling oder neue Spezialreifen mit niedrigem Bodendruck, die sich ideal für den Gartenbau, die Landwirtschaft oder auch Sport- und Golfplätze eignen. Auch die Kabinen haben ein Upgrade erfahren mit einem leistungsstarken Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungssystem (HVAC) sowie neuen Sicherheitsoptionen wie LED-Arbeitsscheinwerfer auf dem Kabinendach, Tagfahrscheinwerfer, orangefarbene Handläufe und eine Rückfahrkamera. Die emissionsfreien und nahezu geräuschlosen Maschinen sollen maximale Traktion sowie hervorragende Geländegängigkeit und Stabilität bieten.

Der ECR25 Electric wird in ausgewählten Märkten in Europa, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, den Niederlanden und Schweden, ab dem ersten Quartal 2026 erhältlich sein. Die kompakten Radlader L20 Electric und der L25 Electric starten ebenfalls in ausgewählten europäischen Märkten.

Präzise und ergonomisch

Auch für die Baum- und Gehölzpflege stehen emissionsfreie Geräte zur Verfügung. Stihl hat dafür den GTA 40 als ersten Gehölzschneider für professionelle Anwendungen entwickelt. Er verbindet geringes Gewicht und kompakte Bauform mit hoher Schnittleistung und ermöglicht die Baum- und Gehölzpflege am Boden ebenso wie Pflege- und Korrekturschnitte im Baum durch kletternde Baumpfleger.

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Der erste Gehölzschneider für professionelle Anwendungen GTA 40 ermöglicht die Baum- und Gehölzpflege am Boden ebenso wie Korrekturschnitte im Baum durch kletternde Baumpfleger auch in dicht bewachsenen Beständen. Foto: Stihl

Dabei gewährleisten seine ausgewogene Balance und das schlanke Design ein präzises und komfortables Manövrieren auch in dicht bewachsenen Beständen. Das schont die Kräfte, sodass ein ermüdungsarmes Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum möglich ist. Zudem werden Anwendende dank Akku-Technologie nicht durch Abgasemissionen beeinträchtigt. Aufgrund des niedrigen Betriebsgeräusches ist kein Gehörschutz erforderlich und auch das Umfeld wird nicht durch Lärm gestört.

Ausgestattet ist der durchzugstarke GTA 40 mit der Führungsschiene Stihl Light 01 und der Sägekette Stihl 1/4 " PM 3. Diese Schneidgarnitur gestattet es professionellen Baumpflegern und Mitarbeitenden von Kommunen, Pflege- und Korrekturschnitte an Gehölzen in Parks, Gärten und im Verkehrsraum sauber und effizient durchzuführen. Auch für Kronenkorrekturen ist der leichte GTA 40 das ideale Werkzeug.

Die für den Betrieb des handlichen Gehölzschneiders erforderliche Energie liefern zwei 10,8-Volt-Lithium-Ionen-Akku. Sie ermöglichen in vollgeladenem Zustand über 190 Schnitte mit dem GTA 40 beim Sägen von Fichte im Durchmesser von 5 x 5 cm. Die Akkus und der Gehölzschneider sind zudem IPX4-zertifiziert. Damit sind auch Einsätze bei Regen und Nässe erlaubt.

Der erste akkubetriebene Gehölzschneider für die professionelle Baum- und Gehölzpflege von Stihl verfügt über einen kraftvollen EC-Motor für eine hohe Schnittleistung. Gleichzeitig zeichnet sich das Gerät durch seine schnelle Beschleunigung und die einfache Handhabung aus. Hierzu trägt auch das serienmäßige Potentiometer bei, das eine stufenlose Drehzahlregulierung über den Bedienhebel ermöglicht. In Verbindung mit dem geringen Gewicht von nur 2 kg inklusive Akkus und Schneidgarnitur und dem kompakten und schlanken Design sind präzise Schnitte auch in dicht bewachsenen Beständen möglich.

Zudem lassen sich mit dem GTA 40 sowohl Vor- und Rückhand- als auch Stechschnitte durchführen. Die Schneidgarnitur sorgt für hohe Schnittleistung und ein sauberes Schnittbild und gestattet es zusammen mit der Kettengeschwindigkeit von 8 m/s, auch stärkere Äste präzise und effizient abzusägen. Zudem ist der GTA 40 serienmäßig mit Haftöltank und Ölpumpe ausgestattet. Dadurch ist eine automatische Kettenschmierung für eine lange Einsatzdauer ohne Unterbrechungen gewährleistet.

Damit das Gerät gut in der Hand liegt, sind die Griffstellen mit einem widerstandsfähigen, rutschfesten Softmaterial beschichtet. Professionelle Baumpflegearbeiten lassen sich so schnell und ermüdungsarm absolvieren. Bewährte Features wie die seitliche Kettenspannung, der teiltransparente Öltank und der werkzeuglos zu bedienende Öltank-Verschluss gewährleisten eine einfache Bedienung und die beidseitig angebrachten Einhängeösen ermöglichen das Anbringen einer Absturzsicherung.

Emissionsfreier Raupenbagger

Auch Kiesel setzt auf elektrischen Antrieb. Mit den ZECOM (Zero Emission Construction Machinery) Baggern halten batteriebetriebene elektrische Antriebsstränge Einzug in die KTEG Raupenbagger. Da die Maschinen emissionsfrei und geräuscharm arbeiten, eignen sie sich für den Einsatz in geschlossenen Räumen und Wohngebieten sowie in Gebieten, in denen der Betrieb von Verbrennungsmotoren gesetzlich eingeschränkt ist.

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Der Raupenbagger ZE19 arbeitet mit langen Laufzeiten im Zweiwege-Betrieb: entweder rein batterieelektrisch oder am Kabel. Foto: Kiesel

Lange Laufzeiten des Raupenbaggers ZE19 sind durch mindestens vierstündigen kontinuierlichen Betrieb gewährleistet. Das Laden erfolgt über Baustromanschluss. Zudem ist ein Zweiwege-Betrieb möglich: entweder rein batterieelektrisch oder am Kabel. Der Raupenbagger ist wartungsfrei, da der elektrische Antriebsstrang keiner Wartung bedarf. Hinsichtlich der Leistungsstärke sind keine Leistungseinbußen gegenüber dem Diesel-Modell zu verzeichnen. Die erprobte Lithium-Ionen-Batterie entspricht dem Industriestandard.

Der Raupenbagger ist je nach Wunsch als Kabinen- oder Schutzdachausführung erhältlich. Die feinfühlige und präzise Ansteuerung der Arbeitsausrüstung sowie hydraulischer Anbaugeräte erlauben eine große Bandbreite an Anwendungen auf der Gartenbaustelle. An Maßen hat der Raupenbagger eine Unterwagenlänge von 1520 mm und ein Gegengewicht-Freiraum von 460 mm. Die Gesamtlänge mit Schild misst 4040 mm.

Der Heckschwenkradius beträgt 1075 mm. Bei einer Gesamtbreite des Oberwagens von 1055 mm und einer Gesamthöhe der Kabine von 2360 mm besteht eine Mindestbodenfreiheit von 205 mm und eine Spurweite von 980 mm. Die Kettenplattenbreite beträgt 230 mm und die Unterwagenbreite (eingefahren/verbreitert) 980 – 1300 mm.

Antrieb über einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor

Auch der britische Hersteller JCB präsentierte sich auf der Bauma 2025 als Partner für saubere Antriebe. Das Highlight ist der von JCB entwickelte Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Als einer der führenden Land- und Baumaschinenhersteller hat JCB über die letzten drei Jahre mit 150 Ingenieuren und rund 100 Millionen Pfund Investitionsvolumen einen vollständig funktionsfähigen Wasserstoff-Verbrennungsmotor entwickelt. JCB hat bereits mehr als 130 Testmotoren, die Baggerlader, Teleskoplader und Generatoren antreiben, produziert. Der Wasserstoffmotor wird außerdem für Anwendungen in vielen Industriebranchen zum Einsatz kommen.

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Der JCB Wasserstoff-Baggerlader im Einsatz in Wien, Österreich. Foto: JCB

Die aktuellen Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten präsentierte der britische Hersteller im April in München. Ende Mai verkündigte das Unternehmen, dass die EU die erste vollständige Typgenehmigung für den Einsatz seines Wasserstoffmotors in mobilen Maschinen, die nicht für den Straßenverkehr bestimmt sind (sogenannte NRMM – Non-Road Mobile Machinery), erteilt hat.

Dies bedeutet, dass der Wasserstoffmotor jetzt in allen 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in anderen Gebieten, die EU-Typgenehmigungen anerkennen (wie den EWR- und EFTA-Raum), verkauft und in Maschinen sowie OEM-Ausrüstung eingesetzt werden darf. Das EU-Zertifikat wurde gemäß der Verordnung (EU) 2016/1628 ausgestellt und bestätigt, dass JCBs Wasserstoff-Verbrennungsmotor den aktuellen EU-Emissionsnormen der Stufe V entspricht.

JCB Vorsitzender Lord Anthony Bamford sieht darin einen weiteren bedeutenden Moment für das Wasserstoff-Programm. Vor nicht allzu langer Zeit hieß es, der Verbrennungsmotor in Europa sei am Ende. Die volle EU-Typgenehmigung sei nun ein deutliches Zeichen dafür, dass der Verbrennungsmotor eine vielversprechende Zukunft hat, wenn er mit Wasserstoff – einem CO2-freien Brennstoff – betrieben werde.

JCB ist der erste Baumaschinenhersteller weltweit, der einen vollständig zugelassenen Wasserstoff-Verbrennungsmotor entwickelt hat. Bisher hat JCB mehr als 130 Motoren für Baggerlader, Loadall-Teleskoplader und Generatoren gebaut. Die Praxistests der Wasserstoffgeräte sind mittlerweile sehr weit fortgeschritten und verlaufen erfolgreich.

Dr. Andrea Brill
Autorin

Brill PR

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