Über 30 000 Hainbuchen in der Stadtmitte gepflanzt

Leonhards und Benning komplettieren Düsseldorfs grüne Treppe

Die Pflanzen lassen die Fassade des Kö-Bogens II am Düsseldorfer Gustaf-Gründgens-Platz wie eine grüne Treppe aussehen. Foto: Jakob Leonhards Söhne

Europas größte Grünfassade ist komplett. Mehr als 30 000 Hainbuchen stehen an den Schrägfassaden und auf dem Dach des Geschäfts- und Bürohausensembles Kö-Bogen II in Düsseldorfs neuer Mitte.

Die Pflanzen lassen die Fassade am Gustaf-Gründgens-Platz hin zum Schauspielhaus wie eine grüne Wand aussehen. Insgesamt ist die Hecke etwa 8 km lang - ein Rekord. Gepflanzt wurde sie von den GaLaBau-Unternehmen Leonhards aus Wuppertal und Benning aus Havixbeck.

Ein Hitzepuffer für das innerstädtische Klima

Die grüne Fassade war von Anbeginn ein Teil des Konzepts für des Kö-Bogen II, der von dem Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven entworfen wurde. Die Hainbuchen sind nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein wichtiger Faktor für den Klimaschutz. Sie erfüllen ökologische Funktionen und tragen damit zur Nachhaltigkeit des Neubaus mit 25 000 m² Mietfläche und einer fünfgeschossigen Tiefgarage mit rund 670 Stellplätzen bei, der in der zweiten Jahreshälfte eröffnen soll.

Die Fassadenbegrünung verhindert, dass sich die Fassade des Kö-Bogen II bei starker Sonneneinstrahlung überproportional auf bis zu 70 °C aufheizt und diese Wärme zurück an die Umgebungsluft abgegeben wird. Die Hecke hat die Funktion eines Hitzepuffers für das innerstädtische Klima. Das heißt, dass die Temperatur rings um das Geschäftshaus wegen des Grünkonzepts nicht so stark ansteigen kann.

Mitarbeiter des GaLaBau-Unternehmens Leonhards bauen einen der letzten großen Tröge am Fuß der Fassade des Geschäfts- und Bürohausensembles ein. Foto: Jakob Leonhards Söhne

Hainbuchen im Ammerland herangezogen

Die Hainbuchenhecke wird über eine Bewässerungsanlage ganzjährig bedarfsgerecht mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Die Hecke gibt über ihre Blätter wiederum Feuchtigkeit an die Luft ab, sodass im Umfeld ein Kühlungseffekt entsteht. Neben der Bindung von Feinstaub über die Blattoberflächen nehmen die Pflanzen CO2 auf und produzieren Sauerstoff. Der ökologische Nutzen entspricht dem von rund 80 ausgewachsenen Laubbäumen, wie sie zum Beispiel im benachbarten Hofgarten stehen.

Das Grün für den Kö-Bogen II wurde in den vergangenen drei Jahren im Ammerland herangezogen. Die Pflanzen wuchsen dort in großen Trögen in einem mineralischen Substrat heran, immer vier Pflanzen in einem 1 m langen Kübel. Für jeden Kübel war von vornherein die genaue Position an der Fassade und auf dem Dach des Kö-Bogens festgelegt, sodass die Hecke unter denselben Bedingungen und in der Ausrichtung, wie sie jetzt in Düsseldorf herrschen, wachsen konnte.

Ein Pflegekonzept für 99 Jahre verabredet

Um die Pflege der Hecke wird sich künftig die Wuppertaler Firma Leonhards kümmern. Mit der Stadt Düsseldorf ist ein Pflegekonzept für 99 Jahre verabredet. Etwa zwei bis drei Mal im Jahr werden die Hainbuchen auf rund 1,30 m Höhe geschnitten. "Die Hainbuche ist eine robuste Pflanze, ihr Blattwerk wächst zu einer dichten Hecke und ist nicht giftig", erläuterte Martin Belz, Prokurist der Firma Leonhards. "Wir haben ein ausgewogenes Pflegekonzept erarbeitet und wissen genau, wieviel Wasser und Nährstoffe die Pflanzen benötigen." Denn alle wollten, dass die Hecke auch optisch ein Hingucker ist. Je nach Jahreszeit werde die Buche ein buntes Farbenspiel bieten: von Hell- und Dunkelgrün im Frühjahr und Sommer über Gelb-Orange-Rot bis zu Braun im Herbst. cm/Leonhards/Centrum

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 05/2020 .

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