Gärten gestalten, Natur bewahren
lnsektennisthilfen und Co.
von: Johannes M. Jeutter
Den CO₂-Ausstoß verringern, um die Erclerwärmung zu reduzieren und die Erde lebenswert zu erhalten, das ist mittlerweile in allen wissenschaftlich orientierten Kreisen angekommen. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass es weiterhin noch Insekten gibt. Denn die Insekten bestäuben und kümmern sich ganz umsonst darum, dass es weiterhin Obst und Gemüse gibt. Wenn wir essen wollen, brauchen wir die Vielfalt dieser Tiere. Wenn zu viele der Rädchenen wegfallen, bricht irgendwann unser System zusammen.
Wir können in unseren Gärten und Grünanlagen Biodiversität steigern. Wir können gezielt unterstützen und unsere Grünflächen spannender und noch lebenswerter machen. Gerne werden Insektenhotels gebaut, um das Naturbewusstsein zu zeigen. Wohnanlagen, je größer, desto beeindruckender. Aber Wohnbauten nutzen nichts ohne Nahrung. Eine Wildbiene kann sich kein Auto leisten und im nächsten Naturschutzgebiet zum Einkaufen fahren. Insekten sind davon abhängig, dass es Futter in der Nähe gibt. Wenn wir Hotels bauen, müssen wir auch für Futter sorgen und Stauden und Blühgehölze als Nahrung in den Vordergrund rücken.
Nichts gegen Nisthilfen oder Gartenhabitate. Ein trockener Brombeerstängel, an den Zaun gehängt, ist für manche Bienenart interessanter als ein Hotel, nur eben nicht so aufgeräumt. 70 Prozent aller heimischen Wildbienen brüten im Boden und auch für sie müssen wir sorgen. Fast alle Insekten, sind von speziellen Pflanzen abhängig.
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Nicht nur Wildbienen, auch Schmetterlinge brauchen bestimmte Futterpflanzen für Ihre Raupen. Beispielsweise der Schwalbenschwanz nimmt als Raupe auf der wilden Möhre nicht nur Nahrung zu sich, sondern nebenbei den lnhaltstoff Falcarinol, einen ungesättigten Alkohol, mit dem er sich, wie die Pflanze, gegen Pilze schützt und ungenießbar macht. Die Garten-Wollbiene braucht die Härchen des Ziests, zum Beispiel Stachys germanica, um Ihre Bruthöhle auszukleiden. Und wenn man großzügig rund ausgefressene Rosenblätter findet, kann es die Blattschneiderbiene gewesen sein, die mit Blattstückchen ihre Bruthöhle tapeziert.
Auch große Käfer, sind nicht nur in der Nahrungskette wichtig, sondern auch Mitspieler für unsere Bodenpilze. Ein Käferkeller oder auch Käferburg genannt, kann wie ein Kunstwerk aussehen und oben für Wildbienen genutzt werden tief im Boden eingelassene Stämme unterschiedlichen Alters, sorgen nicht nur für Käferunterschlupf, sondern auch für ein besseres Bodenklima. Hirschkäfer leben als Larve drei bis acht Jahre im Boden und bereiten Holz für andere Lebewesen auf. Als Vollinsekt nur einige Wochen. Wenn wir mit unseren "Abfallstoffen" Grünflächen für Insekten lebenswerter machen, gelingt es uns besser, auch unsere Art zu erhalten. Welcome to the hotel, such a lovely place!
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