12. BGL-Verbandskongress in Berlin

Lutze von Wurmb ist neuer Präsident der Landschaftsgärtner

Lutze von Wurmb will den eingeschlagenen Weg des BGL weiter beschreiten, plant aber eine Vielzahl neuer Maßnahmen. Foto: BGL

Der GaLaBau-Unternehmer Lutze von Wurmb ist auf dem 12. Verbandskongress des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der 54-jährige Hamburger erhielt 71 Prozent der 120 abgegebenen Stimmen und folgt damit auf August Forster, der nach sechs Jahren turnusmäßig aus dem Präsidentenamt schied.

Für von Wurmb votierten 85 Kongressdelegierte, 30 stimmten mit "Nein", fünf enthielten sich der Stimme. Neu gewählt wurden auch drei neue Vizepräsidenten. Der Verbandskongress entschied sich für Thomas Banzhaf aus Essen (97,5% der Stimmen), Achim Kluge aus Dellingsen (98,3% der Stimmen) und Paul Saum aus Hohenfels-Liggersdorf (100% der Stimmen). Der bisherige Vizepräsident Eiko Leitsch wurde für ein weiteres Jahr in das BGL-Präsidium gewählt (76,7% der Stimmen). Joachim Eichner und Gerald Jungjohann sind satzungsgemäß in dem Gremium verblieben.

Drei neue Vizepräsidenten

August Forster verabschiedete sich mit einer emotionalen Rede aus dem Präsidentenamt. Dabei hob er die gute Teamarbeit mit den Vizepräsidenten hervor, kritisierte aber auch gelegentliche "Böllerschüsse bayerischer Gebirgsschützen". Er halte es jedoch mit Konrad Adenauer, der gesagt hatte, man müsse die Menschen nehmen, wie sie sind, denn andere gebe es nicht. Anschließend erhoben sich die Delegierten von ihren Sitzen und spendeten minutenlang Beifall.

Politische Arbeit wird fortgesetzt

Von Wurmb bedankte sich bei seinem Vorgänger und den ausgeschiedenen Präsidiumsmitgliedern: "Wir Landschaftsgärtner haben August Forster und seinem Team für die hervorragende Arbeit zu danken. Zusammen mit meinen Präsidiumskollegen möchte ich den eingeschlagenen und erfolgreichen Weg zum Wohl unseres Berufsstandes weiter beschreiten."

Er kündigte an, die politische Arbeit des BGL mit Parlamentariern und Bundesministerien in Berlin fortsetzen zu wollen. Dabei werde er sich dafür einsetzen, "bürokratische Albernheiten", die kleine und mittlere Unternehmen in ihrer Arbeit behinderten, abzubauen. Er kündigte an, gemeinsam mit anderen Verbänden der grünen Branche ein Projekt unter dem Namen "Grün für Stadt und Land" zu starten. Die European Landscape Contractors Association (ELCA) müsse auf der großen Bühne in Brüssel wieder als Ansprechpartner etabliert werden.

Das neue BGL-Präsidium vor dem Bundeskanzleramt (v.l.n.r.): Paul Saum, Joachim Eichner, Lutze von Wurmb, Eiko Leitsch, Gerald Jungjohann, Achim Kluge und Thomas Banzhaf. Foto: BGL

Staatssekretär will Weißbuch abarbeiten

Die Berufsbildung mit Aus- und Weiterbildung sei für alle Mitgliedsbetriebe sehr wichtig, sagte von Wurmb. Die seit 15 Jahren laufende Imagekampagne der Landschaftsgärtner sei ein Erfolgsmodell, das fortgesetzt werden müsse. Der neue Präsident unterstrich, dass die Integration der Flüchtlinge Teil einer Lösung des Arbeitskräfte- und Nachwuchsmangels im Garten- und Landschaftsbau seien. Deshalb sei auch die Arbeit der GaLaBau-Willkommenslotsen unverzichtbar.

Mit großer Spannung war die Rede von Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesumwelt- und Bauministerium, erwartet worden. Er kündigte an, sein Ministerium werde die vom Weißbuch Stadtgrün ins Visier genommenen Maßnahmen "gründlich, Punkt für Punkt" abarbeiten. Er nannte eine Vielzahl von Vorhaben zur grünen Infrastruktur der Städte, die bereits gestartet wurden. Dazu zählten ein 50 Millionen-schweres Förderprogramm für urbanes Grün in den Quartieren, ein Grünprogramm im Bundeshaushalt 2017 mit dem Titel "Grün in der Stadt" sowie mehrere grünorientierte Forschungsprogramme.

Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesumwelt- und Baumministerium, nannte eine Vielzahl von Vorhaben zur grünen Infrastruktur der Städte, die bereits gestartet wurden. Foto: BGL

Dialogforum mit Verbänden geplant

Im Mittelpunkt steht die im August ins Leben gerufene Forschungsinitiative "Zukunft Bau", die mit 11 Millionen Euro innovative Konzepte im Gebäude- und Quartiersbereich ins Visier nimmt. "Green Urban Labs" testet in Cottbus alternative Pflegekozepte, in Hamburg Fassadenbegrünungen und in Bochum die Umgestaltung von Tennenplätzen. Schon seit Juni gibt es ein Forschungsprojekt zu Kleingärten. Für ein weiteres grünes Forschungsvorhaben im kommenden Jahr werden noch Partner und Unterstützer gesucht.

Gerade sei ein Bundeswettbewerb zu "Grün in der Stadtentwicklung" ausgelobt worden, berichtete Adler. Sein Schwerpunkt sei die Stadtentwicklung aus Bundesperspektive. Er solle vor allem "grüne Bilder in die Medien transportieren". Ein Sonderpreis des Bundesumwelt- und Bauministeriums drehe sich um das "Gestalten mit Grün" und fokussiere auf den Grenzbereich zwischen Stadt und Umland sowie ländliche Regionen.

Sein Ministerium plane ein Dialogforum mit Verbänden und Vereinen, so der Staatssekretär. Dort könnten Forschungsvorhaben und Handlungsstrategien erarbeitet werden. Schließlich gelte es, die "Leipzig Charta" durch grüne Urbanität weiter zu entwickeln. "Grün in der Stadt hat sich in der Stadtentwicklung fest etabliert", schloss Adler optimistisch. Es werde auf der Agenda bleiben und in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Dem BGL versprach Adler eine weiterhin gute Zusammenarbeit seitens des Umwelt- und Bauministeriums.

cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 10/2017 .

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