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LWG Veitshöchheim präsentiert Klima-Forschungs-Station

Versuchsingenieurin Johanne Bohl hat die Bepflanzung der grünen Wände auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 immer im Blick. Foto: LWG Veitshöchheim

Auf der Landesgartenschau in Würzburg stellt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) eine Klima-Forschungs-Station vor. Unter dem Motto "Pflanze trifft Bauwerk" demonstriert sie noch bis zum 7. Oktober, wie Pflanzen das Stadtklima verbessern und hohen Temperaturen entgegenwirken. Das Projekt verantworten das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau der LWG sowie das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung. Die Besucher können wissenschaftliches Arbeiten hautnah miterleben.

Ziel der Forschungs-Station ist es, mit innovativen Fassadenmaterialien, Kühlkomponenten und standortgerechten Begrünungssystemen mit hoher Verdunstungsleistung ein energetisch und physiologisch günstiges Mikroklima an der Fassade zu erzeugen. Die verwendeten Pflanzen sollen zugleich die Biodiversität im Siedlungsbereich steigern. Dabei soll das System so konzipiert sein, dass nicht nur die Herstellung sondern auch der Unterhalt später wirtschaftlich angemessen ist.

An den Fassadenprüfständen wurden ein flächiges Vliessystem der Vertiko GmbH sowie ein rinnenförmiges Regalsystem "grünwand klimafassade" des Herstellers Tech Metall Erzeugungs- und Handel und Montage GesmbH getestet. Beide Systeme sind in bewegliche Rahmengestelle eingehängt, um verschiedene Abstände zwischen Begrünung und Fassade einzustellen. Die Begrünungsvarianten wurden mit verschiedenen bautechnischen Fassadenvarianten kombiniert. Bauseits werden zudem eine schaltbare Wärmedämmung und eine fassadennahe Warmluftzufuhr über passive Wärmerohre erprobt.

Die standortgerechte Pflanzenauswahl berücksichtigt die südliche und westliche Exposition der Fassadenprüfstände. Das Artenreservoir umfasst zwölf Pflanzenarten mit vergleichbar hohem Wasser- und Nährstoffbedarf. Zum Einsatz kamen nicht nur Arten die sich bei der Fassadenbegrünung bereits bewährt haben, darunter Heuchera, Gräser oder Katzenminze. Auch neue Arten wie Wald-Astern und Kerzen-Knöterich stehen auf dem Prüfstand für Hitzetoleranz und Kühlwirkung. Eingesetzt wurden sowohl immergrüne als auch laubabwerfende Pflanzen. Das ermöglichte eine partielle, ganzjährige Begrünung. Auch die winterlichen Eigenschaften der Begrünung, zum Beispiel ein zusätzlicher, isolierender Effekt, können untersucht werden. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2018 .

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