Der Kommentar

Mit Abstand zurück ins Leben

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Die politischen Führungen von Bund und Ländern trauen sich einen langsamen Weg zurück in eine "Neue Normalität" zu. Der Restaurantbesuch darf mit 50 Prozent Kapazität wieder möglich sein, Kindergärten und Schulen, die für die Berufstätigen so wichtig sind, öffnen auch langsam mit verminderter Kapazität. Nach Home-Office und Home-Schooling wird nun so langsam jedem klar, dass der Sommerurlaub ganz anders sein wird, auch wenn, so scheint es jetzt, Home-Holiday nicht die einzige Chance sein wird, Urlaub zu machen. Die Grenze nach Dänemark soll geöffnet werden, dann dürfte Österreich wohl auch bald möglich sein. Das wird der Lufthansa nur wenig helfen, aber es gibt Hoffnung auf mehr.

Fragen Sie sich auch, ob das alles so richtig ist. Wissen kann das natürlich niemand. Mein Verstand sagt mir aber, warum soll Sars-CoV-2 auf einmal weniger ansteckend sein? Mein Gefühl sagt mir auch, dass alle bekannten Grippe-Erkrankungen im Sommer einfach weg sind, um im Herbst und Winter wieder mit voller Wucht aufzutauchen. Am Ende wissen wir es hinterher, vielleicht zu Weihnachten, vielleicht aber auch erst in zwei Jahren, wenn tatsächlich ein Impfstoff gefunden ist. Was ja besser laufen kann als bei Malaria, wo es bis heute keinen Impfstoff gibt.

Ich bin jedenfalls froh, dass andere all diese schwierigen Entscheidungen treffen müssen, die ja in der Tat um Leben und Tot gehen. Bei aller Diskussion und vielleicht auch berechtigter Kritik, dürfen wir sehr froh sein, über die Arbeit der Regierenden in Bund und Ländern, über das vielleicht weltbeste Gesundheitssystem und natürlich müssen wir dankbar sein, für alle Menschen, die in dieser Zeit weitergemacht haben und sich für andere Eingesetzt haben. Danke!

Das Gleiche gilt auch für alle, die in den Betrieben Entscheidungen treffen mussten und diese, mit dem Wissen auch falsch liegen zu können, trotzdem getroffen haben. Bedanken müssen sich die Chefs bei ihren Mitarbeitern, die bei allen Risiken, jeden Morgen in den Bulli gestiegen sind und den Betrieb am Laufen gehalten haben. Wenn das Jahr dann einigermaßen läuft, können sich alle bei ihren Mitarbeitern zum Jahresende mit bis zu 1.500 Euro Prämie steuerfrei (!) bedanken. Was für eine einmalige Gelegenheit.

Wenn wir doch nur wüssten, wie es denn weitergeht. In den letzten sieben Wochen seit dem Shutdown hat der Landschaftsbau, nach allem was ich gehört habe, kaum Einbußen hinnehmen müssen. Einige wenige Aufträge wurden storniert, aber wohl alles so, dass es nicht zu Kurzarbeit gekommen ist. Im Gegenteil, einige waren sogar froh, jetzt doch mal in Ruhe den Berg abzuarbeiten. Gleiches hört man aus den Planungsbüros. Solange die Planer gut zu tun haben, werden Aufträge kommen. Aber auch hier kommen die Fragen, was ist im Herbst und Winter? Laufen die angedachten Projekte weiter oder führen die zwei Monate, in denen die Bauverwaltungen mit angezogener Handbremse gearbeitet haben, zu einem Loch von zwei Monaten oder sogar länger? Wirklich Sogen mache ich mir um den Privatgarten. Lufthansapiloten und BMW-Ingenieure werden sich im Moment keinen neuen Garten bestellen. Aber auch dort sind die Prognosen der Wissenschaft positiv. Nach einem Rückgang im Jahr 2020 soll es 2021 wieder steil nach oben gehen. Aber wer weiß das schon? Beobachten Sie die Gesamtwirtschaftslage und Ihren Markt aufmerksam und bleiben Sie gesund!

Ihr Martin Thieme-Hack

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 05/2020 .

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