Ökonomisch betrachtet: Wohnungsbaukrise

Bringt es der Bauturbo?

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Auch den Landschaftsbau hat die Wohungsbaukrise getroffen. Betriebe, die für die Wohnungswirtschaft oder private Haushalte im mittleren Preissegment tätig sind, haben deutlich gespürt, wie Aufträge im Neubaubereich zurückgehen oder gar ausbleiben. Der Bedarf an Wohnraum ist allerdings nach wie vor hoch.
Bauwirtschaft Unternehmensführung

Nun hat die Bundesregierung das Baugesetzbuch geändert beziehungsweise erweitert und den sogenannten Bauturbo verabschiedet. Kommunen sollen damit in die Lage versetzt werden, Wohnungsbauprojekte in kürzester Zeit zu genehmigen. Indem bei angespannter Wohnungsmarktlage von vielen Vorgaben des Bauplanungsrechts abgewichen werden kann, soll sich die Zeit bis zur Baugenehmigung von teils mehreren Jahren auf nur wenige Monate verkürzen. Klingt gut? Erst einmal ja, aber damit auch wirklich gebaut wird, fehlt ein wichtiges Detail. Und das sind die Baukosten, oder besser gesagt, die Finanzierungskosten. Ohne Förderung beziehungsweise Reduzierung wird das Unterfangen nicht gelingen.

Die Baukosten sollen durch den sogenannten Gebäudetyp-e herabgesetzt werden, indem auch hier von den aktuellen Standards abgewichen werden kann. Aber, ob diese Maßnahme den Anstieg der Baupreise aufhalten kann, ist fraglich. Denn aufgrund des Fachkräftemangels ist die Bauwirtschaft und auch der Landschaftsbau kaum in der Lage, ausreichend Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Trotz der aktuell schlechteren Baukonjunktur können immer noch viele Stellen nicht besetzt werden. Die Folge sind Baupreissteigerungen, da sich das Angebot gegenüber der Nachfrage weiter verknappt.

Da bleiben letztlich nur die Finanzierungskosten als Stellschraube. Besonders deutlich wird der Einfluss auf den GaLaBau am Beispiel des Umsatzes im Bereich Privatgarten, wie die Abbildung zeigt. Schon vor der Anhebung der Zinsen durch die Europäische Zentralbank zeigt sich ein realer Rückgang des Umsatzes aufgrund der enormen Preissteigerungen. Mit der Anhebung der Zinsen bricht die Anzahl der Baugenehmigungen und auch der reale GaLaBau-Umsatz ein und erholt sich erst 2024 durch die moderateren Zinsen wieder.

Schnellere Genehmigungen können insofern nur den Weg zu mehr Bautätigkeit ebnen, aber ohne die Herstellung der Finanzierbarkeit wird eine Belebung des Wohnungsbaus nicht möglich sein.

Bauturbo hin oder her: Am Zinsniveau und einer entsprechenden Förderkulisse werden sich die Geister scheiden. Daneben muss die Bauwirtschaft effizienter werden und die geringen Kapazitäten effektiver nutzen. Ansonsten führt auch ein Gebäudetyp-e nur dazu, dass Bauen trotz niedrigerer Qualität immer teurer wird.

Ach, wie sieht eigentlich der Gartentyp-e aus?

Prof. Dr.-Ing. Heiko Meinen

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Prof. Dr. Heiko Meinen
Autor

Leiter des Instituts für nachhaltiges Wirtschaften in der Bau- und Immobilienwirtschaft (inwb), Hochschule Osnabrück

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