2025: Herausforderungen und Perspektiven im Landschaftsbau
Zwischen Bauturbo, Wirtschaftsflaute und politischem Wandel
von: Prof. Dr. Heiko MeinenDoch die anhaltende Wohnungsbaukrise, der Fachkräftemangel und die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit prägen auch den Alltag vieler GaLaBau-Unternehmen, während die neue Bundesregierung mit wirtschaftlichen Versprechungen und politischen Weichenstellungen für Unsicherheit, aber auch für Hoffnung sorgt.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Branchentrends
Die wirtschaftliche Unsicherheit spiegelt sich auch im Konsumverhalten wider. Während Reisen weiterhin Priorität bei den Haushalten genenießen, wurde 2024 in anderen Bereichen – etwa bei Freizeitartikeln, Gastronomie oder Investitionen in den Garten – gespart. Dennoch stiegen die Ausgaben für Möbel und Hausrat leicht, was zumindest vorsichtigen Optimismus für den Privatgartenbereich im Jahr 2025 zulässt.
Zinsniveau und Konjunktur: Der entscheidende Faktor
Besonders deutlich wird die Abhängigkeit des Privatgartenbereich vom Zinsniveau. Bereits vor den Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank sorgten steigende Preise für einen realen Umsatzrückgang. Mit den höheren Zinsen brach die Zahl der Baugenehmigungen und damit auch der reale Umsatz ein – eine Erholung zeichnete sich erst 2024 mit sinkenden Zinsen ab. Seit Januar 2025 sind die Baugenehmigungen bei Einfamilienhäusern um gut 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.
Produktivität, Digitalisierung und Controlling
Beunruhigend war in den vergangenen Jahren zudem, dass die Produktivität im GaLaBau stagnierte oder sogar zurückging. Ursachen waren neben dem weiterhin hohen Krankenstand vor allem der Fachkräftemangel und veränderte Erwartungen der Mitarbeitenden. Die Notwendigkeit, Prozesse zu optimieren und Digitalisierung voranzutreiben, wird so deutlicher denn je. Lean Management und eine stärkere Automatisierung klassischer Abläufe bieten Potenzial, das bislang nur vereinzelt genutzt wird.
Wirtschaftspolitik: Erwartungen an die neue Regierung
Mit dem Regierungswechsel verbanden viele Betriebe die Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse und Entlastungen. Die unionsgeführte Regierung versprach Steuersenkungen, Bürokratieabbau und Investitionsförderung. Allerdings blieben Zweifel, wie viel davon tatsächlich im GaLaBau ankommen würde, angesichts begrenzter Haushaltsmittel und der Notwendigkeit, Prioritäten bei Verteidigung, Energie, Wohnen und Infrastruktur zu setzen. Immerhin sollte die Begrenzung der Steuerlast für Unternehmen sowie die Erleichterungen bei Abschreibungen und Verlustverrechnung zu einer gewissen Entlastung führen. Von der nun massiven Neuverschuldung über das sogenannte Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, wird der GaLaBau wohl ebenfalls profitieren können.
Wohnungsbaukrise und Bauturbo: Hoffnungsträger mit Schwächen
Dagegen machte sich die anhaltende Wohnungsnot auch im Landschaftsbau bemerkbar. Betriebe, die für die Wohnungswirtschaft oder private Haushalte tätig sind, litten unter rückläufigen Aufträgen. Der von der Bundesregierung verabschiedete "Bauturbo" soll Abhilfe schaffen: Durch vereinfachte Genehmigungsverfahren und Abweichungen vom Bauplanungsrecht soll die Zeit bis zur Baugenehmigung drastisch verkürzt werden. Doch trotz dieser Maßnahmen bleibt die zentrale Herausforderung bestehen – die hohen Bau- und insbesondere Finanzierungskosten. Ohne entsprechende Förderungen oder eine Senkung der Finanzierungskosten wird es mit dem erhofften Aufschwung im Wohnungsbau schwierig.
Regulatorische Neuerungen: EUDR und Risikomanagement
2025 war auch das Jahr, in dem sich die Branche auf neue regulatorische Anforderungen vorbereiten musste. Beispielsweise die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die ab 2026 greift, betrifft besonders Betriebe, die Holz und verwandte Produkte verwenden. Auch kleine und mittlere Unternehmen sind verpflichtet, die Herkunft ihrer Waren detailliert zu dokumentieren und Sorgfaltserklärungen abzugeben. Gleichzeitig rückt das Thema Risikomanagement stärker in den Fokus. Das StaRUG verlangt von allen Unternehmen, auch aus dem GaLaBau, Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und zu dokumentieren – eine Herausforderung, der viele kleinere Betriebe bislang nur unzureichend begegnen. Ende des Jahres werden dann aller Voraussicht nach auch die europäischen Regelungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in deutsches Recht umgesetzt sein. Spätestens 2027 wird so die freiwillige Berichterstattung nach den europäischen Standards für KMU (VSME) eine besondere Bedeutung erhalten.
Blick nach vorn: Planung und Resilienz
Die Erfahrungen des Jahres 2025 machen deutlich, dass Planungsdisziplin und vorausschauendes Handeln für den Unternehmenserfolg entscheidend sind. Wer seine Kostenstrukturen kennt, seine Projekte gezielt akquiriert und die Risiken im Blick behält, kann auch in schwierigen Zeiten bestehen. Die Hoffnung bleibt, dass die "neue" Regierung und eine wieder anziehende Konjunktur dem GaLaBau neue Impulse verleihen. Klar ist jedoch: Ohne unternehmerische Initiative, Anpassungsfähigkeit und effizientes Management wird es auch künftig kein "Wunder" geben.
Prof. Dr.-Ing. Heiko Meinen
h.meinen@kullmann-meinen.de










