Nachhaltiges Gartendesign heute
Die Verbindung von formaler Klarheit mit natürlicher Ästhetik
von: Peter BergDer sehr designaffine Bauhausstil war damals en vogue, der Gartengestalter dazu inspirierte, Projekte in formaler und puristisch klarer Weise zu konzipieren. Auch wir ließen uns davon leiten, frei nach dem Motto von Dieter Rams: "Weniger, aber besser". Entsprechend hieß auch unser erstes, 2010 erschienenes Buch "Moderne Gartenarchitektur", mit dem Untertitel "minimalistisch – formal – puristisch". Die Formensprache der Architektur und rechte Winkel prägten auch unsere Gärten. Bei den Gehölzen spielten formale Hecken, Spaliere und Kugelformen eine große Rolle. Es herrschte mehr Strenge, als Natürlichkeit.
Im Gegensatz dazu bevorzugte die zweite vorherrschende Gestaltungsweise organische Formen und wildere Pflanzungen und vermied dabei bewusst den rechten Winkel. Hier stand nicht die Ästhetik im Vordergrund, sondern es zählten in hohem Maße ökologische Aspekte, was natürlich auch sehr sinnvoll war.
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Entwicklung eigener Gestaltungsweise
- 1. Vorhandene Gehölze, insbesondere alte und wertvolle Exemplare sollen möglichst erhalten und in den neuen Garten integriert werden.
- 2. Soweit möglich, kommen nur echte natürliche Materialien (Naturstein, Holz, Metall, Glas, Wasser und Pflanze) zur Verwendung.
- 3. Der Einsatz von Beton wird auf ein Mindestmaß reduziert. Auch beim Einsatz von Naturstein.
- 4. Eine möglichst hohe Anzahl von Gehölzen, wobei auch gerne bereits große, ältere Exemplare eingesetzt werden, spenden Schatten, verbessern das Klima und bilden besondere Blickpunkte.
- 5. Statt Rasenflächen, schaffen besondere Stauden-Mischpflanzungen eine sehr natürliche Wirkung und verbinden die eingesetzten Materialien in idealer Weise.
- 6. Indem möglichst der vor Ort vorhandene Boden verwendet wird, wird das Bodenleben gefördert.
- 7. Durch unsere Arbeitsweise soll Bodenverdichtung vermieden werden, sodass das Regenwasser den Pflanzen zugeführt und im natürlichen Kreislauf belassen werden kann.
Für unsere Arbeitsweise wurde es schließlich wichtig, beides in unseren Gärten zu berücksichtigen. Und so entwickelten wir eine Gestaltungsweise, die sich sowohl an der Architektur orientiert, gleichzeitig aber auch die Elemente der Natur als Arbeitsmaterialien priorisiert und somit ökologisch ist und sehr natürlich wirkt. Unser Design besticht durch eine natürliche Ästhetik. Dabei spielen wir mit dem Kontrast zwischen formal architektonischer und frei-rhythmischer Gestaltung, der Spannung erzeugt und bereits vom großen Parkschöpfer, Hermann Fürst von Pückler-Muskau in seinen Parks angewandt wurde.
Unsere ökologischen und tatsächlich nachhaltigen Gärten zeichnen sich durch folgende Arbeitsweise aus:
Projekt in Bonn mit hohem ökologischem Wert
Beispielhaft zeigen wir hierfür zwei sehr unterschiedliche Gärten, die sowohl für uns, als auch für unsere Kunden, ökologisch besonders wertvoll und bedeutend sind. Eines der Projekte befindet sich in Bonn. Das Haus wurde in Zusammenarbeit mit einer sehr guten Innenarchitektin (Anna Baurmann) kernsaniert. Durch einen neuen Anstrich mit mineralischen Farben, erhielt das Gebäude einen dezenten Look. Die Farbe harmoniert so exzellent mit dem Grün der bestehenden Gehölze.
Bei einem fantastischen, als Solitär gewachsenen Rhododendron 'Catawbiense Grandiflorum' (lilablühend), wurde durch die von uns eingesetzte besondere japanische Schnitttechnik, dessen Aufbau betont und das Alter sichtbar gemacht. Zusammen mit einer sehr alten Kletterhortensie auf der gegenüberliegenden Seite und einer alten Birkengruppe, bildeten diese die Hauptdarsteller im bestehenden Garten.

Eine alte Hainbuchenhecke wurde durch entsprechenden Schnitt verjüngt und durch die Pflanzung einer neuen Taxushecke im Vorgarten ergänzt. An einigen Stellen musste die umgebende Bebauung abgeschirmt werden, was durch den Einsatz besonderer Gehölze mit einer intensiven Herbstfärbung (wie Nyssa oder Amelanchier) erreicht wurde.
Rasen wurde lediglich auf einer kleinen, überschaubaren Fläche direkt an der Terrasse eingesetzt. Großzügige Stauden-Gräser-Mischpflanzungen in Kombination mit Farnen, harmonieren perfekt mit der regionalen Grauwacke, die für Terrasse, Trockenmauern und Steinstrukturen verwendet wurden. Das Projekt gewann 2024 eine Anerkennung im Wettbewerb des Callwey Verlags "Gärten des Jahres" und ist im entsprechenden Buch vertreten.
Eifelgarten mit umgebender Kulturlandschaft
Wie unterschiedlich unsere Projekte bezüglich Architektur und Lage sind, dokumentiert der zweite Garten. Dabei handelt es sich um einen umgebauten Bauernhof, der in der vulkanischen Eifel mit viel umgebender Kulturlandschaft liegt. Mit Hilfe von Steinstrukturen aus große Grauwackeblöcken, haben wir das Gelände in die Landschaft eingefügt. Zur Raumbildung wurden die Flächen um das Haus herum höhergelegt. Wege mit großen Trittplatten, die durch die Pflanzflächen führen, machen diese erlebbar und erleichtern gleichzeitig die Pflege. Eine Vorgehensweise, die übrigens schon Karl Foerster in seinem Buch "Der Steingarten der Sieben Jahreszeiten" empfohlen hat.


Dort weist er darauf hin, dass man Pflanzflächen mit Trittsteinen strukturieren soll, damit man bei der Pflege nicht unnötig die Erde mit den Füßen verdichtet. Was würde wohl Karl Foerster sagen, wenn manche Landschaftsgärtner ihren Kunden mit Maschinen verdichtete Böden hinterlassen, wenn ihm schon die Verdichtung mit bloßen Füßen zu viel war. Auch hätte er kein Verständnis dafür gehabt, dass ein Gärtner bei der Pflege auf Pflanzen treten muss.
Der Garten geht ohne sichtbare Grenze in eine Streuobstwiese, beziehungsweise Pferdeweide über. Wichtige Kriterien für uns bei der Gehölzauswahl sind zum einen die besondere Herbstfärbung, zum anderen größere und ältere Exemplare, die dazu beitragen, dass bereits nach kurzer Zeit das Bild eines fertigen Gartens entsteht. Die Aufnahmen der Fotografin zeigen das Projekt im zweiten Jahr nach der Fertigstellung.


Auch dieser Garten ist geprägt von Natursteinarbeiten. So gibt es neben einer Holzterrasse eine große Steinterrasse aus Basaltlava sowie eine gepflasterte Hofeinfahrt aus altem, gebrauchtem Basaltlava Großpflaster. Der Aufbau ist jeweils klassisch: Basaltschotter, Tragschicht, Basaltsplitt als Ausgleichsschicht und Basaltbrechsandfuge. Die Verwendung von Basaltschotter oder Beton für die Struktur aus Natursteinfelsen war nicht notwendig, da diese groß genug sind und sicher im vorhandenen Erdreich liegen.
Nach Dieter Rams ist gutes Design langlebig. Und langlebig bedeutet auch nachhaltig. In diesem Fall sogar nachhaltig über Generationen hinweg.














