Nahles
Fachkräftemangel gravierender als Arbeitslosigkeit

"Das größere Problem für den deutschen Arbeitsmarkt ist mittelfristig die demografische Entwicklung und der damit einhergehende Fachkräftemangel", sagte Nahles gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Dies wäre noch viel deutlicher, hätten wir nicht in den letzten Jahrzehnten verstärkte Zuwanderung gehabt."
"Das Erwerbspersonenpotenzial sinkt in 2026 zum ersten Mal – und zwar um 40.000", sagte die frühere Bundesarbeitsministerin der dpa. "Wir reden seit Jahren über Demografie: jetzt ist sie da. Und das wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen." Das seit längerer Zeit zu beobachtende Paradoxon auf dem Arbeitsmarkt, mit einer steigenden Arbeitslosigkeit einerseits und einem Mangel an Fachkräften andererseits, löse sich derzeit nicht auf.
Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) von 2024 hatte ergeben, dass deutsche Unternehmen ohne Fachkräftemangel bei Vollauslastung 49 Milliarden Euro mehr hätten erwirtschaften können.
Das IW berechnete das Produktionspotenzial mithilfe des "Global Economic Model" von Oxford Economics. Für die Unternehmen in Deutschland bedeutet das: Eigentlich könnten sie mehr produzieren, doch dafür fehlen die Mitarbeiter.
Die Deutsche Presse-Agentur weist jedoch darauf hin, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften durch die schwache Konjunktur inzwischen zurückgegangen sei: Nur 22,7 Prozent der Unternehmen klagten momentan über Fachkräftemangel.
cm
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