Neue Fahrradstraße im Berliner Zentrum

Altes Kopfsteinpflaster mit innovativer Technik aufarbeiten

Die Hufelandstraße im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg (Bezirk Pankow) soll in zwei Bauphasen zur Fahrradstraße werden. Der Straßenzug im Bötzowviertel ist eine wichtige, die Bezirke Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg verbindende Achse, zwischen dem Verkehrsknotenpunkt Greifswalder Straße und der Nordflanke des Volksparks Friedrichshain und wird von Radfahrern am häufigsten genutzt.
Wirtgen Radwege Straßenbautechnik
Auf der Baustelle Hufelandstraße kommen zwei modifizierte Großfräsen W 210 XF von Wirtgen zum Einsatz. Foto: Patricia Hempel/Neue Landschaft

Das langfristige Ziel ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer und die Aufenthaltsqualität im Kiez. Das von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in Auftrag gegebene "infraVelo"-Projekt startete Mitte Oktober. Die Bauausführung verantwortet das Lübbener Unternehmen Fräsdienst-Service E. Feind.

Sanierung der Fahrbahndecke

In der ersten Bauphase wird das Kopfsteinpflaster der Fahrbahngasse und das Kleinpflaster der Querungsstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger der Querstraßen mit dem "Precision Grinding"-Verfahren geschliffen. Die Pflasterfläche beträgt insgesamt 3646 m² und wird vor dem Schliff partiell reguliert. Nach dem Grinding wird sie mit Hochdruck gereinigt und mit Brechsand verfugt. Hinzu kommt die Herstellung von 1300 m Randfase.

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Die Maschinen sind mit einer 1,85 m breiten Grinding-Welle ausgestattet, die aus 380 einzelnen Diamantscheiben besteht. Foto: Patricia Hempel/Neue Landschaft

Zum Einsatz kommen dafür zwei modifizierte Großfräsen W 210 XF von Wirtgen. Die Maschinen sind mit einer 1,85 m breiten Grinding-Welle ausgestattet, die im "Wellenkasten" unterhalb der Maschine verbaut ist.

Die Welle besteht aus 380 einzelnen Diamantscheiben. Insgesamt seien drei bis sechs Schleifgänge notwendig, um eine begradigte Oberfläche mit Griffigkeit für den sicheren Zweiradverkehr herzustellen, so Thomas Knötsch, Abteilungsleiter Grinding der Firma Feind.

Bei jedem Schleifgang werden mit einer Maschinenleistung von 780 PS etwa 3 bis 6 mm Oberfläche abgetragen. Während des Vorgangs wird die Diamantwelle mit Wasser gekühlt und das Schleifgut über eine Absaugvorrichtung noch während des Schleifprozesses aufgenommen. Die Schleifschlemme wird zur weiteren Verarbeitung in Fahrmischer verlagert.

Das Wasser wird aufbereitet und dem Kreislauf zurückgeführt, die mineralischen Reststoffe sind für Recyclingbaustoffe interessant. Bei Fußgängerüberwegen und Anrampungen, die für die Grinding-Welle zu hoch liegen, verwendet Feind die ferngesteuerte Fräsmaschine BEF 400RC von Schwamborn mit einer Wellenbreite von 40 cm.

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Bei Fußgängerüberwegen und Anrampungen verwendet Feind die ferngesteuerte Fräsmaschine BEF 400RC von Schwamborn. Foto: Patricia Hempel/Neue Landschaft

Die Schleiftechnik spart Kosten, Zeit und Ressourcen

"Das in der Hufelandstraße angewendete Schleifverfahren ist innovativ und nachhaltig, denn wir können den bisherigen Baustoff Kopfsteinpflaster und das historische Straßenbild erhalten. Gleichzeitig sorgen wir in einer sehr kurzen Bauzeit für spürbar besseres Fahren und weniger Lärm im Kiez", so infraVelo-Geschäftsführer Michael Fugel.

Gleichzeitig macht das Schleifverfahren die übliche Versiegelung der Straßenfläche mit beispielsweise Asphalt unnötig, sodass Niederschläge in den Zwischenräumen der Pflastersteine versickern können. Für die Anwohner bedeutet die Maßnahme eine verkehrsbedingte Lärmentlastung von 4 bis 5 dB.

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Insgesamt sind drei bis sechs Schleifgänge notwendig, um eine Griffigkeit für den sicheren Zweiradverkehr herzustellen und eine verkehrsbedingte Lärmentlastung von 4 bis 5 dB herbeizuführen. Foto: Patricia Hempel/Neue Landschaft

Auch Knötsch findet es sinnvoll, den vorhandenen Bestand zu nutzen. "Im konventionellen Straßenbau und mit herkömmlichen Techniken würde die Maßnahme fünf bis sieben Monate dauern." Die in zwei Bauabschnitte aufgeteilte Schleifsanierung wird bis Ende November abgeschlossen sein.

Die Markierung und Beschilderung als Fahrradstraße erfolgt witterungsbedingt 2026. Die Straße wird nach Fertigstellung vier Meter breit sein und einen Sicherheitstrennstreifen erhalten, der sogenannte "Dooring-Unfälle" verhindern soll, also Zusammenstöße mit plötzlich geöffneten Autotüren.

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Insgesamt sind drei bis sechs Schleifgänge notwendig, um eine Griffigkeit für den sicheren Zweiradverkehr herzustellen und eine verkehrsbedingte Lärmentlastung von 4 bis 5 dB herbeizuführen. Foto: Patricia Hempel/Neue Landschaft

Ergänzt werden zusätzlich ein grün markierter Streifen, Piktogramme und Rotmarkierungen in Kreuzungsbereichen. Vorgesehen sind auch Begleituntersuchungen zu Rutschfestigkeit, Lärmreduzierung und Nutzung der Fahrradstraße. ph

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