Neue und außergewöhnliche Trends im Außenbereich

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Terrassenplatten aus Beton: Das Auge erkennt nicht gleich den Unterschied, aber beim Laufen über die Platten fühlt man sofort, dass es sich nicht um Holz handelt. Foto: heimhelden.de

Es muss nicht immer der Jägerzaun oder die Buchshecke sein. Welche neuen Trends im Garten und bei Terrassen zu finden sind und was für den Gartenbau zu beachten ist, zeigen die folgenden Ausführungen.

Geschickte Täuschung - Terrassenplatten in Holzoptik

Holz ist nach wie vor ein beliebtes Material für Terrassen und Außenplätze im Garten. Aber Holz ist ein lebendiges Material, das sich im Laufe der Zeit verändert. Denn wechselnde Witterung, Niederschläge wie Regen und Schnee wirken auf das Material ein. Daher zeichnet sich ein neuer Trend bei der Terrassengestaltung ab: Terrassenplatten in Holzoptik; sie bestehen nicht aus Holz sondern aus Beton. Der Vorteil gegenüber dem lebendigen Holz: Terrassenplatten aus Beton sind beständig und ihre Oberflächenstruktur verändert sich nicht. Bei den Terrassenplatten aus Beton wird die Holzoptik aufgedruckt und versiegelt, was einen glänzenden Schimmereffekt mit sich bringt. Das Auge erkennt nicht gleich den Unterschied, aber beim Laufen über die Platten fühlt man sofort, dass es sich nicht um Holz handelt. Die Haptik ist weniger angenehm als bei echtem Holz und die Betonplatte ist kälter als die massive Holzplatte.

Dieser Kompromiss bringt Vor- und Nachteile mit sich. Von Vorteil ist, dass die Eigenschaften von beiden Materialien zum Tragen kommen. Unter die Betonplatten kann zum Beispiel eine Fußbodenheizung eingebaut werden, so dass die Terrasse auch noch lange in den Spätsommer hinein genutzt werden kann. Hinzu kommt auch der Kostenfaktor, denn Beton ist günstiger als Holz.

Die Betonplatten können in ihrer Holzoptik ganz authentisch aussehen, was durch typische Maserungen erreicht wird. Foto: Wettemann GmbH

Die Betonplatten mit Holzoptik sind in verschiedensten Größen und Formaten erhältlich, auch das klassische Parkettmuster kann verwirklicht werden. Die Kosten für die Terrassenplatten variieren je nach Größe und Material. Für Beton muss der Gartenbauer etwa 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter kalkulieren. Das Verlegen der Terrassenplatten gestaltet sich je nach Material unterschiedlich schwierig. Im Vergleich zu Keramik oder Kunststoff lassen sich die Betonplatten nur mit höherem Aufwand verlegen. Dies vollzieht sich in der Regel in fünf Schritten: Vorbereitung - Unterbau - Verlegung - Fugen - Reinigung.

Zur Vorbereitungsphase gehören das genaue Vermessen der Terrassenfläche und die Beschaffung der entsprechenden Menge an Platten. Im nächsten Schritt muss der Gartenbauer den Untergrund sorgfältig präparieren. Dabei sollte er darauf achten, dass der Boden ausreichend tragfähig für den Beton und frostsicher ist. Eine gute Möglichkeit besteht in der Kombination von Kies mit Sand. Es ist zudem wichtig, ein Gefälle von ein bis zwei Prozent vom Haus weg einzuplanen. Danach erfolgt das Verlegen der Platten, das bestenfalls an der Hauswand beginnen sollte, damit am Ende kein Schnitt erforderlich ist. Mit Hilfe von Fugenkreuzen werden dann die Fugen präzise eingearbeitet. Wenn alle Platten verlegt sind, werden sie eingeklopft und die Fugen mit Quarzsand gefüllt. Die Fugen bieten den Vorteil, dass sich die Platten ausdehnen können. Wenn das Durchwachsen von Unkraut verhindert werden soll, dann empfiehlt sich das Einarbeiten von Pflasterfugenmörtel.

Vorteile der Betonplatten liegen neben der hohen Frostbeständigkeit in der niedrigen Rutschgefahr. Bei regelmäßiger Pflege hält die Betonplatte mit Holzoptik lange ihre Ästhetik. Die Reinigung der Terrasse ist denkbar einfach: es reichen klares, sauberes Wasser, eine pH-neutrale Seife und eine Bürste aus. Ein spezieller Terrassenreiniger kann bei starker Verschmutzung durch Moos beispielsweise angewandt werden. Auch Imprägnierungen schützen vor Witterungseinflüssen.

Die Betonplatten können in ihrer Holzoptik ganz authentisch aussehen, was durch typische Maserungen erreicht wird. So zum Beispiel bei dem „Mahora Dielenstein“, der durch rissige Strukturen und typische Maserungen groben Holzplanken zum Verwechseln ähnlich sieht. Ihn gibt es in den Farben „meranti“, „mooreiche“, „esche“ und in den verfügbaren Maße: 89 x 25 x 4,5 cm / 60 x 25 x 4,5 cm / 44,5 x 25 x 4,5 cm. Die Timber-Platten dagegen weisen eine feingliedrige, filigrane Holzoptik-Oberfläche auf und verleihen diesen Platten ein weicheres Flair. Zeit und Kosten für aufwendige Holzpflege ist hier laut Hersteller nicht notwendig. Sie sind erhältlich in den Farben: „umbra“, „pina“, „natura“ und in den folgenden Maßen: 100 x 25 x 4?cm / 50 x 25 x 4 cm. Die Terrassenplatten aus Beton können natürlich auch in unterschiedlichsten Varianten verlegt werden. So beispielsweise mit breiteren Fugen, die mit Kies ausgefüllt sind oder durch die der Rasen hindurchdringt; oder aber als Gehwege quer durch den Garten hindurch.

Die üblichste Art der Gabionenbefüllung sind Steine. Für das Aufstellen von Gabionen ist ein besonderes Hebewerkzeug notwendig. Foto: ebeco.de

Gabionen lassen sich auch mit verschiedenen Steinschichten befüllen.

Naturstein als Begrenzung

Ein immer beliebteres Gestaltungsmittel für Gärten sind Gabionen. Die Steinkörbe finden sich immer häufiger in privaten oder öffentlichen Garten- und Parkbereichen, aber auch an Straßen und gewerblichen Gebäuden. Grund für die Beliebtheit ist die hohe Varianz an Gestaltungsmöglichkeiten und Formen, aber auch die unterschiedlichsten Anwendungsformen. Denn Gabionen können sowohl als Stützmauer, zur Hangabsicherung, als Sichtschutz, Lärmschutzwand, Ufersicherung oder schlicht als Zaun eingesetzt werden. Bereits im Mittelalter wurden sie zur Verteidigung als Schanzkörbe eingesetzt. Damals bestand der Rahmen aus Ästen oder Ruten, die Befüllung erfolgte ebenfalls mit Steinen. Das Wort Gabione stammt aus dem Italienischen und heißt so viel wie „großer Käfig“. Neben der am meisten gebräuchlichen Anwendung, als Zaun oder Sichtschutz, dienen Gabionen auch dem Lärmschutz. Daher sieht man sie häufig an Autobahnen im Stadtbereich. Je nach Lärmschutzordnung bestehen sie aus zwei oder drei Kammern, die mit Steinen gefüllt sind.

Beim Dreikammersystem wird die Innenkammer zur stärkeren Lärmisolierung mit Beton oder Sand-Zement-Gemisch gefüllt.

In Gärten oder Parks in Hanglagen eignen sich Gabionen in besonderem Maße zur Hangabsicherung: Hier werden sie gerne am Fuß von Böschungen gebaut, um die Neigung eines Hanges oder einer Böschung zu verringern oder eine Hangfäche zu vergrößern. Gabionen fungieren bei der Hangabsicherung wie Schwergewichtsmauern. Sie wirken durch ihre spezielle Einbautiefe und Eigengewicht. Je höher die Wand und stärker die Belastung, desto schwerer muss folglich die Gabionenwand sein. In der Regel wird sie schichtweise beziehungsweise getreppt gebaut und mit Stein, aber auch mit Erde befüllt. Oberhalb der Gabionen sind Böschungen mit Neigungen bis 1:1,5 möglich. Gabionen, die einer Belastung oder Erddruck ausgesetzt sind, erfordern eine Ingenieurplanung und statische Berechnung. Achtung: Je nach Größe und Höhe der Gabionen und der jeweilig geltenden Landesbauordnungen sind Gabionen genehmigungspflichtig.

Die große Bandbreite an Variationen reicht von großen Formaten wie zur Ufersicherung an Flüssen oder gar als Stützbauwerk bis hin zu Kleinstformaten wie Zaungabionen in privaten Gartenarealen oder als Sonderbauweise. Bei letzterem sind den gestalterischen Ideen kaum Grenzen zu setzen. Man findet Gabionen als Sitzbänke, Säulen an Überdachungen, die wie ein Pavillon wirken oder als Basis für Hochbeete.

Für die Bauweise ist es schließlich wichtig, sich auf ein bestimmtes Korbsystem festzulegen. Hier gibt es verschiedene Arten wie unter anderem Spiralgabionen, Steckstabgabionen oder Drahtgeflechtgabionen. Für individuelle Bauweisen mit Ecken empfiehlt der Gabionenspezialist und Stadtplaner Gerd Jung die Verwendung von Spiralgabionen. Hier werden die Ränder der Gittermatten mit Spiraldrähten verbunden. Einen Überblick über die verschiedenen Montagearten und Aufbauvarianten von Gabionen gibt Gerd Jung in seinem Buch „Gabionen“, in dem er auch wertvolle Hinweise zur Ausschreibung und Pflege der Steinkörbe gibt.

Mit der Füllung der Gabionenkörbe erhält diese ihre besondere Ästhetik; auch hier besteht eine große Gestaltungsbandbreite. Die üblichste Art der Befüllung sind Steine. Aber auch bei der Wahl der Steine eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Besonders attraktiv sind Natursteine der Region, die sich dann gegebenenfalls an die regionale Häuserarchitektur anpassen. Verschiedene Steinarten oder Farben lassen sich in den Körben schichtweise auslegen; sie werden durch Bänderungen voneinander getrennt. Eine reizvolle Variante bilden erdbefüllte Gabionen, die stufenweise an Hängen liegen und in der Regel begrünt werden.

Für den Gartenarchitekt und Gartenbauer ist es von Bedeutung zu prüfen, inwieweit der jeweilige Boden überhaupt für Gabionen geeignet ist. Gerd Jung weist auf die speziellen Anforderungen an den Baugrund hin und empfiehlt, den Boden auf ausreichende Tragfähigkeit zu prüfen, um von vornherein Versagensrisiken zu vermeiden. Zu achten ist zudem auf Frostempfindlichkeit sowie dem Verlauf von Rohrleitungen und Kabeltrassen. Der Oberboden und die Vegetationsschicht sind bis auf den tragfähigen Baugrund abzutragen. Darauf wird eine verdichtete Schotterschicht aufgetragen. Die Stärke dieser Tragschicht richtet sich schließlich nach der Höhe der Belastung beziehungsweise dem Ausmaß und dem Gewicht der Galione.

Eine Gabione zum Sichtschutz im Garten. Foto: ebeco.de

Gegen ungeliebte Blicke abgeschirmt

Neben den Zaungabionen bieten sich für den privaten Garten und die Terrasse noch weitere vielseitige und ästhetische Sichtschutze und Zaunarten an. Im Wesentlichen unterscheiden wir zwischen gebautem Sichtschutz, wie Mauern, Zäune oder Trennwände, und grünem Sichtschutz aus Hecken, Kletterpflanzen oder Kübelpflanzen. Zäune dienen nicht mehr nur der Markierung der Grundstücksgrenze zum Nachbarn oder zur Straße, das heißt zur Einfriedung, sondern auch zur Abschirmung von ungeliebten Blicken und der Privatsphäre, besonders in Städten oder aber auch in Dörfern, wo die Nachbarschaft besonders interessiert ist an dem, was im angrenzenden Garten vor sich geht.

Die Art des Sichtschutzes richtet sich nach der zur Verfügung stehenden Fläche von Garten und Terrasse, die Proportionen sollten darauf hin abgestimmt sein. Bärbel Faschingbauer empfiehlt in ihrem Buch „Sichtschutz. Ideen für Garten Balkon und Terrasse“, dass es bei der Planung von Sichtschutz im Garten wichtig ist, die gesetzlichen Vorgaben zu kennen. Sowohl Hausherr als auch Ausführende sollten darüber informiert sein, welche Festsetzungen im Bebauungsplan gemäß der jeweiligen Baubehörde bestehen. So sind zum Beispiel die Maße von Grundstücksabgrenzungen geregelt oder die Art und Höhe der Bepflanzung vorgeschrieben. Auch kann es je nach Region einen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzabstand im Nachbarrecht geben oder den festgelegten Abstand von Bäumen und Sträuchern zur Grundstücksgrenze.

Grüne Sichtschutze jenseits der üblichen Buchshecke

Die verbreitetste Art der grünen Grundstücksbegrenzung ist wohl die Buchshecke. Darüber hinaus bieten sich aber noch andere, besonders reizvolle Möglichkeiten an. So zum Beispiel die Eibe, die wir vor allem aus Schlossparks der Barockzeit kennen. Sie sind Witterungsunempfindlich, mögen Sonne als auch Schatten und sind robust und langlebig. Wie der Buchs lässt sich die Eibe auch in alle denkbaren Formen zuschneiden. Beliebt sind sie bei Landschaftsgärtnern insbesondere, weil sie in fast allen Böden wachsen und sich nicht von benachbarten Baumwurzeln stören lassen. Aufgrund ihres langsamen Wachstums müssen sie nur einmal jährlich geschnitten werden. Am bekanntesten ist der kegelförmige Baumschnitt, wie er in Barockparks zu finden ist, Eiben eignen sich aber auch für schlanke Hecken. Ein Detail sollte unbedingt beachtet werden, wenn Kinder im Garten spielen: die Eibe ist giftig.

Eine Gabione zum Sichtschutz im Garten. Foto: ebeco.de

Für die Kreativität: freiwachsende Hecke und exotische Pflanzen

Höhere Kreativität strahlen freiwachsende Hecken aus. Hier wachsen die Gehölze in ihrer natürlichen Wuchsform und begrenzen sich nur gegenseitig in ihrer Nachbarschaft. Freiwachsende Hecken beanspruchen allerdings mehr Raum als geschnittene Hecken, sind aber in ihrem harmonisch wachsenden Formen besonders reizvoll. Eine freiwachsende Hecke aus Flieder beispielsweise bezaubert im Frühsommer nicht nur durch die Blütenpracht, sondern auch durch ihren intensiven Duft. Hier besteht eine große Variationsbreite an Blütenformen und Farbtönen durch die Sortenvielfalt. An den Boden stellt der Flieder keine großen Ansprüche, auch Sandböden eignen sich. Er hat lediglich Sonne gern und ist frosthart.

Ein tropisches Flair bietet eine andere Art der grünen Hecke: Bambus. Das tropische Gehölz zeigt sich in den letzten Jahren immer stärker in Gärten und auf Balkonen. Die Sichtschutzfunktion bringt er in besonderem Maße mit sich, da er schnell wächst. In unseren Gegenden wachsen sie bis zu 25 bis 50 Prozent im Jahr, in den Tropen schaffen es manche Arten sogar bis zu 1 m in 24 Stunden. Der besonders in Japan verbreitete große Holzbambus kann dort bis zu 30 m erreichen, in europäischen Gegenden eher nur bis 20 m, was aber auch beachtlich ist. Das dichte und winterfeste Blätterwerk dient dem ganzjährigen Sichtschutz und strahlt neben der Exotik eine gewisse Leichtigkeit aus. Umfassende Informationen zu zahlreichen Bambusarten, Begleitpflanzen und Zubehör finden Gartenbauer in der Bambusbörse.

Ebenso exotisch, aber nicht winterfest sind Gräser. Sie verleihen der Terrasse vor allem im Sommer einen reizvollen Sichtschutz, verfärben sich aber im Herbst und stellen dann ihr Wachstum ein. Gräser unterstreichen einen filigranen und beschwingten Charakter, haben einen besonderen Reiz, wenn der Wind durch sie streicht, und beanspruchen weniger Platz als freiwachsende Hecken. Eine der beliebtesten Gartengräser ist Chinaschilf, das besonders gut in nährstoffreichem Boden und in der Sonne wächst. Der straff aufrechte Wuchs unterstützt den Wandcharakter der schmalen Blätter. Chinaschilf gibt es in vielen Sorten, die sich in Höhe und Blattfarbe unterscheiden.

Die praktische Lösung

Für schmale Gartenareale oder beim Wunsch nach klarer Struktur bieten sich gebaute Sichtschutze an. Neben Mauern und üblichen Zäunen sind Trennwände eine immer beliebtere Art der Begrenzung zum Nachbarn. Nicht nur der Vorteil der Mobilität bringt eine Trennwand mit sich, sondern auch die große Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten, allein bereits durch die Wahl des Materials. So verleihen natürliche Materialien wie Holz, Weide, Bambus der Trennwand je nach Ausführung einen ländlich-rustikalen oder puristisch-modernen Charakter.

Aber auch ungewöhnlichere Materialien wie Textilwände sind neuerdings üblich. Witterungsbeständige aus Polyethylengewebe bestehende Textilbespannungen schaffen eine wohnliche Atmosphäre, sind in einen Metallrahmen eingespannt, in zahlreichen Farbnuancen erhältlich und bieten sich nicht nur für den Balkon, sondern auch für die Terrasse an. Handelt es sich beim Bauherrn um einen Asiafreund, so bieten sich auch japanische Flechtwerkzäune aus Bambus, Weide oder Astwerk an. Besonders beliebt in Japan sind Wände aus mit schwarzen Stricken zusammen gebundenem Bambus.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2017 .

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