Vermessungsunterricht auf dem Campus Rapperswil

Ostschweizer Fachhochschule startet Ausbildungsmodul BIM2Field

Ausgerüstet mit dem mobilen Laserscanner BLK2GO von Leica erfasst eine Studierende auf dem Campus Rapperswil die aktuellen Terraindaten. Foto: OST

"BIM2Field" heißt ein neues Ausbildungsmodul im Vermessungsunterricht des Studiengangs Landschaftsarchitektur der Ostschweizer Fachhochschule (OST) auf dem Campus Rapperswil. Die Studierenden sollen dort vom ersten Tag an dreidimensional und digital konstruieren. Papierpläne gehören der Vergangenheit an. Im Laufe des Studiums lernen sie den Umgang mit Hochbau- und auf GIS Daten basierenden Tiefbauprogrammen. Der Studiengang ist in diesem Bereich ein Pionier, neudeutsch ein "first mover".

Hochmoderne Erfassungstechnologie

In dem neuen Ausbildungsmodul kommen neben der neuesten Version des Leica Geosystems iCON Builder auch drei Stationen des iCON Robot 70 für die Absteckung zum Einsatz. Drohnen und mobile Laserscanner wie der Leica BLK2GO erfassen aktuelle Terraindaten. Sie sind die Grundlage für ein digitales Geländemodell (DGM). Anhand des DGM wird ein BIM-Modell erstellt. Das, auf die BIM 360 Cloud geladene, georeferenzierte Modell setzen die Robotic-Stationen ohne Zwischenschritte direkt für die Absteckung ein. Alternativ steht die präzise Dreiecksvermaschung zur unmittelbaren Verwendung für die GNSS Maschinensteuerung zur Verfügung.

Vor drei Jahren hatte der Studiengang Landschaftsarchitektur den CAD Unterricht auf BIM-Konstruktion umgestellt. Im ersten Semester bauen die Studierenden mit einem BIM Hochbauprogramm (Revit) eine selbstgewählte vorhandene Konstruktion als Bauaufnahme nach (Pavillon, Brunnenanlage, etc.). Im zweiten Semester integrieren die Studierenden basierend auf GIS Daten mit Tiefbauprogrammen (InfraWorks/ Civil 3D) ein Gebäude in ein vorhandenes Gelände und planen Zufahrten, Parkplätze, Retentions- und Versickerungsbecken für das Projekt. In diesem Zusammenhang lernen die Studierenden die Global Navigation Satellite System (GNSS) Baggersteuerung kennen und worauf bei der Datenaufbereitung für GNSS-Bagger zu achten ist.

Die Terraindaten sind die Grundlage für ein digitales Geländemodell (DGM) mit dem dann ein BIM-Modell erstellt wird. Fotos: OST

Baukostenberechnung am digitalen Modell

Komplexere Revit Konstruktionen, die als Grundlage für statische Berechnungen dienen könnten, sind im vierten Semester Thema im Modul Konstruktives Entwerfen. Dabei üben die Studierenden erstmals die Zusammenarbeit mit den Bauingenieuren des neuen Departements Architektur, Bau, Landschaft, Raum der OST. Im fünften Semester werden die Modelle des Hochbauprogramms und des Tiefbauprogramms via der BIM 360 Cloud kombiniert und mit 3D Bäumen (inkl. Wurzelballen), Beleuchtung, Belagsflächen, Schächten/Leitungen und Ausstattungselementen wie Bänken ergänzt.

Ein zentrales Thema der Landschaftsarchitektur Ausbildung in Rapperswil ist die Baukostenberechnung der selbst entworfenen Freiraumprojekte. Im Zuge der digitalen Transformation der Bauwirtschaft agiert der Studiengang auch in diesem Thema der Bauadministration wegweisend: Die Grundlage für eine effiziente Baukostenermittlung bildet die auf Elementen basierende Gliederung eBKP-H, die von der Schweizerischen Zentralstelle für Baurationalisierung CRB entwickelt wurde.

Die kostenrelevanten Mengenermittlungen werden neu in den höheren Studiensemestern direkt am digitalen Modell erhoben. Aus den automatisch berechneten Vorausmassen in der Modellierungssoftware (Revit/Navisworks) resultiert für die Kostenschätzung und den Kostenvoranschlag ein großer Mehrwert. Durch das Zusammenspiel zwischen Überprüfungs- und Modellierungssoftware werden Fehler in der Konstruktion frühzeitig erkannt und steigern so die Kostensicherheit.

Bauablaufpläne werden nebst bekannten Balkendiagrammen zukünftig als 4D Simulation dargestellt. Damit kann der geplante Bauablauf von den Studierenden visuell überprüft sowie konstruktive oder koordinative Widersprüche behoben werden. cm/

Ostschweizer Fachhochschule

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2021 .

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